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Plastische Chirurgie

Foto: Archiv, Porsche AG 39 Bilder

Kunststoff gewinnt im Automobilbau weiter an Bedeutung. Meist wird er für einzelne Bauteile genutzt, selten für komplette Karosserien. Ein Blick in die Zeit vor der Kohlefaser.

01.04.2005 Bernd Woytal Powered by

Fiberglas oder Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) fanden im Bootsbau Verwendung, aber besonders die Firma Glasspar machte Anfang der 50er Jahre mit Karosserien aus GFK von sich reden.

Nach dem Verkauf einiger Karosserie-Kits entwarf Firmenchef Bill Tritt einen offenen Sportwagen, den Woody Woodill als Woodill Wildfire auf den Markt brachte. Dieser Wagen gilt als das erste Serienauto aus Kunststoff, auch wenn ab 1952 nur 15 davon an den Mann gebracht wurden.

Trabant-Vorläufer

Viel erfolgreicher verlief die Karriere der Chevrolet Corvette, die vom damaligen C1 bis zum C6 der Neuzeit reicht. Animiert durch die Corvette begannen viele Kleinbetriebe, Plastiksportwagen zu bauen. In Deutschland setzte die Flut der Kunststoffkarosserien erst später ein, obwohl zum Beispiel die Auto-Union schon in den 30er Jahren mit Phenolharz und Hartpapiereinlagen experimentierte.

Während nach dem Krieg im Westen die neue Auto-Union GmbH nach einigen Jahren die Kunststoffpläne ad acta legte, war man im Osten nicht zuletzt wegen des Mangels an Tiefziehblech geradezu gezwungen, weiterzumachen. Das Ergebnis bildete der ab 1955 gebaute AWZ P 70 Zwickau mit einem Holzgerippe, blechernen Radkästen und Karosserieteilen aus Kunststoff - Vorläufer des millionenfach produzierten Trabant.

Ehrenrolle für Lotus Elite

Unterdessen veröffentlichte im Westen auto motor und sport in Ausgabe 19/1954 das Foto eines von der Firma Spohn karossierten VW-Fahrgestells mit der Bemerkung: "Die erste deutsche Kunststoffkarosserie."

Das Auto blieb ein Einzelstück, andererseits entdeckten die Konstrukteure der damals in Deutschland so begehrten Kleinwagen die Genialität des Kunststoffs, der sich dank weiterentwickelter Harze immer besser verarbeiten ließ. Neben bekannteren Kreationen auf NSU- oder VW Basis wie Thurner RS oder der Bonito entstanden zahlreiche Eigenbauten, an deren Namen sich heute kaum noch jemand erinnert.

Dagegen haben andere skandinavische Vertreter der Plastik-Ära wie Volvo P 1900 und Saab Sonett auch heute noch ihren Fan-Kreis. Nicht zu vergessen die englischen Vertreter. Wobei hier dem 1957 erschienen Lotus Elite eine Ehrenrolle gebührt, denn er besaß als erstes Auto ein Fiberglas-Monocoque. Für Rennwagen-Konstrukteure wie Colin Chapman war das leichte Fiberglas natürlich ideal, doch diese Geschichte war den Straßenautos mit Kunststoffkarosse vorbehalten.

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