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Porsche 911 Turbo Schaltgetriebe oder Tiptronic

Schalt-Plan - ein Vergleich

Foto: Hans-Dieter Seufert 2 Bilder

Porsche 911 Turbo mit Fünfgang-Automatik – hoch motorisierte
Gehhilfe oder bedienungsfreundliche Alternative zur Sechsgang-Handschaltung? Ein Vergleich der beiden gibt Entscheidungshilfe.

14.05.2007 Jörn Thomas

"Oh, ich würd’ den mit Automatik nehmen, habe meinen Führerschein in den Staaten gemacht."So beiläufig-unbefangen dieses Statement einer Tanksäulen- Bekanntschaft auch klingt, es knallt wie ein Peitschenhieb in den emotionsgeladenen Meinungsaustausch der Tester. Diese ereifern sich über Schaltpunkte, -zeiten und -strategien, debattieren Gangspreizungen und Wandlerschlupf, bevor die Dame kalt lächelnd nachschiebt: "Ist doch einfach bequemer." Womit sie das Fazit der Geschichte vorwegnimmt: Wer partout keine Lust auf die aktive Auseinandersetzung mit Kupplung, Gas und Schalthebel hat, einfach nur zügig vorankommen möchte, der kann beim 480 PS starken Porsche Turbo unbesorgt zur Tiptronic greifen. Ohne Angst vor Wandlerschlupf-Lähmung und Kopfnicker-Schaltpausen. Sattes, homogen dargereichtes Drehmoment von 620 Newtonmeter - mit Overboost 680 Newtonmeter – sowie die Wandlerüberbrückungskupplung richten es. Und die Lufthoheit über den Stammtischen gibt es bei der Tiptronic (Aufpreis 2945 Euro) obendrein, denn der Turbo beschleunigt mit Fünfgang-Automatik schneller als mit Sechsgang-Schaltgetriebe: 3,6 zu 3,8 Sekunden auf Tempo 100.

Das riecht zwar nach Akademie, ist aber ganz praktisch. Blitzstarts gelingen in Instant-Manier: mit links festbremsen, mit rechts voll aufs Gas, runter von der Bremse - ab geht’s. Wer drauf bleibt, erlebt in 12,2 Sekunden die Reise auf Tempo 200. Jederzeit reproduzierbar und ohne handflächenbefeuchtendes Lampenfieber wie beim Handschalter. Der erfordert bei schnellen Starts eine Extraportion Gefühl für Gas und Kupplung, den richtigen Rhythmus beim Gangwechsel sowie die Bereitschaft zu erhöhtem Materialverschleiß - und braucht bis 200 trotzdem eine knappe Sekunde länger. Andererseits liefert das Sechsganggetriebe abseits tumber Beschleunigungsorgien das authentischere Turbo-Gefühl. Egal, ob hektisches Pressing im kleinen Gang oder großzügiges Abreiten der Drehmomentwoge im sechsten: Es liegt buchstäblich in der Hand des Fahrers, Stimmungsschwankungen in Echtzeit auf die Maschine zu übertragen. Die Automatik stochert dagegen im Nebel aus Bits und Bytes, arbeitet bei der Adaption mit elektronisch abgelegten Erfahrungswerten.

Damit hat sie kaum eine Chance, den Charakter der nächsten Kurve präzise zu erraten und den richtigen Gang bereitzustellen. So reagiert sie etwa auf einen kurzen Zwischenspurt mit zackigem Zurückschalten und anschließendem konsequentem Halten des niedrigeren Ganges, obwohl der Fahrer längst wieder an entspanntes Mitschwimmen denkt. Stattdessen brüllt ihn der Boxer hochtourig-wütend an, echauffiert über den fahrdynamischen Interruptus. Besser klappt die blinde Verständigung bei zügiger Fahrt über Landstraße und Autobahn, wo der Automat sich ungewollte Gangwechsel verkneift und damit störende Lastwechsel etwa in langgezogenen Kurven am Rand der Haftgrenze vermeidet. Gleiches gilt für unnötiges Hochschalten: Der Automat registriert etwa das Fahren in bergig-spitzkehrigem Terrain und lässt den Fahrer nicht mit überraschend entzogenem Bremsmoment und TempoÜberschuss in die Kurvenfalle rollen. Und der Verbrauch? Nun, da verlangt der Handschalter einen halben Liter weniger auf 100 Kilometer - wenn das keine Argumentationshilfe ist. Prost!


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