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Porsche

Abhöraffäre war gestellt

Foto: dpa

In der Abhöraffäre mit einem Babyfon hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Lockvogel gespielt. "Er hat in seinem Zimmer Aussagen getätigt, um zu überprüfen, wo sie wieder auftauchen", sagte ein Sprecher des Sportwagenbauers am Samstag (3.5.) in Stuttgart.

05.05.2008

Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", wonach die konzerneigene Sicherheitstruppe dem vermeintlichen Täter eines Lauchangriffes gegen Wiedeking eine Falle stellen wollte. Die Aktion sei jedoch ohne Ergebnis verlaufen, da die Informationen bislang nirgendwo aufgetaucht seien.

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass in einem Zimmer eines Wolfsburger Hotels, in dem der Porsche-Chef vor der Aufsichtsratssitzung im November 2007 die Nacht verbracht hatte, ein eingeschaltetes Babyfon gefunden worden war. Entsprechende Medienberichte hatte Porsche bestätigt. Zunächst hieß es jedoch, das Gerät sei von Sicherheitsleuten entfernt worden, bevor Wiedeking ins Zimmer kam.

Am Montag sagte ein Konzernsprecher, es gebe einen ersten konkreten Verdacht gegen einen Mitarbeiter einer externen Sicherheitsfirma. Einzelheiten wollte er nicht nennen. Das Nachrichtenmagazin berichtet, dass der verdächtigte Wachmann in großen finanziellen Schwierigkeiten stecke und bereits Privatinsolvenz angemeldet habe. Die Ermittlern hätten den Verdacht, dass ihn mögliche Hintermänner dafür bezahlt haben könnten, das Babyfon in Wiedekings Zimmer zu verstecken, schreibt das Magazin.

Der Sportwagenbauer hatte nach eigenen Angaben vom Montag nach dem Fund des Babyfons erst eigenständig Recherchen aufgenommen. Mit den Erkenntnissen habe man sich dann an die Staatsanwaltschaft gewandt und Anzeige wegen des konkreten Verdachts einer Straftat gestellt. Die entsprechenden Unterlagen seien der Behörde im April übergeben worden.

Staatsanwaltschaft ermittelt unbeirrt weiter

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft habe erst durch Medienberichte erfahren, dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Lockvogel gespielt haben soll. "In der Strafanzeige von Porsche ist davon nicht die Rede", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Montag. "Wir nehmen das zur Kenntnis, und falls es für die Ermittlungen nötig werden sollte, werden wir es auf den Wahrheitsgehalt untersuchen", sagte der Ziehe. Wenn jemand ein Babyfon in seinem Hotelzimmer finden würde, könne man ihm nicht verwehren, zum Test etwas hineinzusprechen. Mehr wollte er aus ermittlungstaktischen Grünen nicht sagen.

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