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Porsche-Chef Macht

Porsche ist weiter profitabelster Autobauer

Michael Macht Porsche Foto: dpa 76 Bilder

Porsche ist nach Angaben des neuen Vorstandsvorsitzenden Michael Macht trotz Absatz- und Umsatzrückgängen weiterhin der profitabelste Autobauer der Welt.

09.09.2009 Ralph Alex, Bernd Ostmann

"Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr zwar rund ein Viertel weniger Autos abgesetzt, werden aber aller Voraussicht nach mit einer zweistelligen operativen Rendite abschließen", sagte Macht auto motor und sport.

Porsche ist ein kerngesundes Untenehmen

"Mit anderen Worten: Porsche ist der profitabelste Automobilhersteller. Das soll uns erst einmal einer nachmachen. Nein, die Porsche AG ist auch weiterhin ein kerngesundes Unternehmen." Vorläufige Geschäftszahlen will Porsche auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt vorstellen.

Keine Probleme sieht Macht in der verstärkten Zusammenarbeit von Porsche und Konzernmutter VW. "VW-Chef Martin Winterkorn und ich kennen uns schon seit vielen Jahren und arbeiten seit dem Cayenne/Touareg-Projekt sehr gut zusammen. Das passt einfach. Für den zweijährigen Verschmelzungsprozess - der rechtlich durchaus kompliziert ist - ist es sehr wichtig, Partner zu haben, die sich kennen und schätzen. Und auf der reinen Arbeitsebene gilt sowieso: Unsere Techniker sind fast jede Woche bei Volkswagen oder Audi und umgekehrt. Auch das funktioniert reibungslos."

Große Einsparpotentiale bei Elektrik und Elektronik

Die größten Einsparpotentiale für beide Seiten sieht Macht "bei der Elektrik und Elektronik. Da werden bei einer Fahrzeugentwicklung schon hohe dreistellige Millionenbeträge aufgerufen, in etwa rund 20 Prozent der gesamten Entwicklungskosten für ein neues Auto." Bei den Geländewagen Porsche Cayenne, VW Touareg und Audi Q7 zeige sich zudem, wie stark alle Seiten von einer engen Zusammenarbeit profitieren. Der Anteil der Gleichteile in allen drei Modellen liege beispielsweise bei 30 Prozent. "Diese Synergien sind wichtig für uns alle. Auch da liegen ja die großen Chancen des neuen integrierten Automobilkonzerns, den wir mit den Kollegen in Wolfsburg anstreben."

Übernahmeschlacht hat Porsche nicht geschadet

Keinen Schaden sieht Macht für die Marke Porsche durch die lange Übernahmeschlacht mit VW. "Das denke ich nicht, Porsche ist ja nicht unter die Räder gekommen. Die industrielle Logik ist erhalten geblieben: Das, was wir ohnehin schon immer gemeinsam mit VW machen wollten, wird jetzt gemacht. Es gibt eine Dachgesellschaft und einzelne Marken. Porsche wird sich da hervorragend positionieren können", so Macht. "Was in den letzten Monaten alles über uns verbreitet wurde, war sicher nicht gut. Manches tat auch weh. Aber das wird bald vergessen sein, dann dreht sich wieder alles um unsere Autos. Das ist auch gut so."

Allerdings  hofft der Porsche-Vorstandschef, dass die Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Wendelin Wiedeking wegen Aktienmanipulationen bald ausgeräumt werden. "Ich hoffe, dass wir bald Klarheit haben. Wir unterstützen die ermittelnden Behörden in vollem Umfang. Denn es liegt in unserem Interesse, eine schnelle Klärung herbeizuführen, zumal wir die erhobenen Vorwürfe nicht nachvollziehen können."

Porsche plant reines Elektroauto

Derweil will Porsche seine Flotte in Zukunft auch um Modelle mit reinem Elektro-Antrieb erweitern. Gegenüber auto motor und sport kündigt Macht an, mit Elektromodellen und einem Ausbau der Modellpalette um Hybrid-Antriebe den Flottenverbrauch in den nächsten Jahren um fast 25 Prozent zu senken. "Wir sind bei 283 Gramm CO2 pro Kilometer in der gesamten Flotte", sagte Macht. Dank des Cayenne, der kommendes Jahr als Vollhybrid auf den Markt kommt und dank der Hybridversion des Panamera, die "relativ schnell" folgen werde, sinke der Flottenausstoß noch einmal erheblich. "Im Jahr 2016 werden wir bei etwa 214 Gramm liegen." Damit werde auch die Gefahr abgewehrt, dass Porsche etwa beim Absatz in den USA, insbesondere in Kalifornien, Probleme bekommt. "Unsere Anstrengungen werden auch in Kalifornien honoriert. Wir sind sogar von der so genannten Gas-Guzzler-Strafsteuer befreit. Die Menschen dort wollen auch nicht, dass Autos wie ein Porsche von der Bildfläche verschwinden. Nein, wir müssen uns nicht verstecken und uns auch vor niemandem rechtfertigen. Im Sportwagensegment sind wir schon heute die Saubersten."

Um dies zu bleiben, entwickle Porsche neue Modelle mit umweltfreundlichen Antrieben. "Es wird von uns in Zukunft sicher einen Hybrid-Sportler und am Ende auch einen Elektro-Sportwagen geben. Dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten." Allerdings müsse auch eine Elektro-Porsche ein richtiger Porsche sein. "Was ich bisher kenne, auch bei unseren Wettbewerbern, genügt noch nicht unseren Ansprüchen - vor allem, was die Themen Batterietechnik und Ladezyklen anbelangt. Ein Elektro-Sportwagen macht für Porsche erst dann Sinn, wenn er ähnliche Fahrleistungen und die Reichweite heutiger Sportwagen bietet."

Porsche Panamera wird gut vom Markt angenommen

Zufrieden ist Macht mit dem Interesse an der neuen Limousine Panamera, die ab Mitte September erhältlich ist. So lägen aktuell 4.500 Vorbestellungen vor. "Damit sind wir in dieser schwierigen Zeit sehr zufrieden. Jetzt haben wir alle Hände voll zu tun, die Autos auf die Straße zu bringen. In dieser Klasse muss man dafür sorgen, dass die Interessenten das Auto fahren - dann erst spüren sie die Performance des Panamera und sagen: "Hätten wir nicht gedacht, dass man einer solchen Reiselimousine soviel Sportlichkeit mitgeben kann."

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