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Porsche-Chef Müller im Interview

Hybrid - die neue Porsche-Strategie?

Porsche-Chef, Matthias Müller, Porträt Foto: Robert Kah 37 Bilder

Fragen an Porsche-Chef Matthias Müller zur strategischen Ausrichtung der Marke, den neuen Sportwagen mit Elektroantrieb auf der IAA und weitere alternative Antriebskonzepte der Zukunft.

14.09.2015 auto motor und sport
Herr Müller, Sie präsentieren auf der IAA einen Sportwagen mit Elektroantrieb. Welche Strategie steckt dahinter?

Müller: "Wir müssen uns die Frage stellen, wie es über 2020 hinaus weitergeht. Mit diesem Auto präsentieren wir den Anfang in diesen Einstieg. Aber die Rahmenbedingungen für Elektroautos müssen auch stimmen. Noch weiß keiner so genau, wie es hier weitergeht."

Sie bringen dieses Auto also zum Ende der Dekade, und dann folgen bei Porsche noch weitere Elektroautos?

Müller: "Wir haben uns noch nicht entschieden. Aber wir denken darüber nach, die Nachfolgemodelle der in Serie befindlichen Baureihen ebenfalls in Elektroauto-Varianten zu bringen."

Audi präsentiert auf der IAA die Elektroauto-Studie eines SUV. Wäre es denkbar, dass der Macan künftig diese Technik nutzt?

Müller: "Das wäre durchaus denkbar. Wir stellen uns durchaus die Frage, ob der Nachfolger des Macan 2021 ein BEV (Battery Electric Vehicle, Anm. der Redaktion) sein könnte."

Und wie sieht es beim 911 aus?

Müller: "Den werden wir in der Nachfolge-Generation ab 2018 auch als Plug-in-Hybriden anbieten, den es dann mit mehr als 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite geben wird, so wie wir es nächstes Jahr schon im Panamera anbieten werden."

Nutzen Sie denn die Batterietechnologie mit Audi zusammen?

Müller: Ja, auf jeden Fall. Da arbeiten wir eng zusammen.

Wieviel von dem Elektro-Sportwagen, den Sie auf der IAA präsentieren, bleibt reine Studie, was wird für die Serie übernommen?

Müller: Wir nennen es ja Konzept und nicht Studie. Das Auto ist kein Showcar, sondern schon sehr real. Es zeigt viele Elemente, die wir in Serie umsetzen wollen. Das Auto mit diesem Antriebskonzept auf den Markt zu bringen, stellt eine Art Lebensversicherung für Porsche dar. Aber wir brauchen dafür auch die notwendigen politischen Rahmenbedingungen – und vor allem endlich einmal Investitionen in eine vernünftige Ladesäulenstruktur.

Wie geht es bei konventionellen Antriebskonzepten weiter. Brauchen Sie weiterhin den Diesel?

Müller: Der Diesel wird zwar immer verdammt, aber wir brauchen ihn, um unsere CO2-Markenziele innerhalb des VW-Konzerns zu schaffen.

Auf der IAA wird sich auch viel um autonomes Fahren drehen. Werden auch Porsche-Modelle künftig alleine pilotieren können?

Müller: "Das autonome Fahren stellt für mich einen Hype dar, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Ich frage mich immer, wie ein Programmierer, der um die 4.000 Euro im Monat verdient, mit seiner Arbeit entscheiden können soll, ob ein autonom fahrendes Auto im Zweifelsfall nach rechts in den LKW schießt oder nach links in einen Kleinwagen."

Und wie sieht es mit der Vernetzung der Autos und den Assistenzsysteme aus?

Müller: "Assistenzsysteme werden immer wichtiger werden. Wir können uns auch generell der Domäne der Smart Mobility nicht verschließen. Aber das wichtigste Element der Connectivity ist die Bodenhaftung. Wir wollen kein Smartphone auf Rädern, sondern ein Auto, das sich sinnvoll mit seiner Umgebung verbindet."

Werden Sie denn auch um weitere Baureihen wachsen?

Müller: "Wir haben unsere Strategie 2018 mit Anstand erledigt. Und wir werden uns über diesen Winter überlegen, wie es weiter geht. Das ist keine einfache Frage. Wir wollen auf jeden Fall wertschöpfend wachsen und dürfen die Marke nicht überdehnen."

Stichwort Mobilität. Arbeiten Sie intensiv an Mobilitäts-Konzepten für die Zukunft?

Müller: "Ja. Wir haben dazu im Frühjahr eine eigene Hauptabteilung gegründet, die sich mit Smart Mobility beschäftigt. Und wir haben bereits festgestellt, dass es sich dabei um ein sehr komplexes Gebilde handelt."

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