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Porsche-Krise

Porsche hat angeblich 14 Milliarden Euro Schulden

Foto: dpa 46 Bilder

Die finanzielle Schieflage des Porsche-Konzerns ist offenbar dramatischer als bisher bekannt. Die Nachrichtenmagazine "Focus" und "Der Spiegel" berichten übereinstimmend von einem Schuldenberg von 14 Milliarden Euro.

27.07.2009

Demnach wäre Porsche in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen. Zudem benötigt Porsche schnell frisches Kapital - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe bereits interveniert.


Ein Porsche-Sprecher bestätigte die Summe nicht. "Wir hatten zum Halbjahr eine Nettoverschuldung von neun Milliarden Euro. Diese ist durch Steuerzahlungen auf rund zehn Milliarden Euro angewachsen", hieß es aus Stuttgart. Auch bei VW wollte sich niemand zu den Summen äußern. "Wir müssen den umfassenden Prüfungs- und Bewertungsbericht abwarten", sagte ein Konzernsprecher am Sonntag (26.7.) auf Anfrage.

VW-Gesetz jetzt rechtskonform

Unterdessen wurden im Zusammenhang mit dem VW-Gesetz nach Angaben der niedersächsischen Staatskanzlei die letzten Hürden aus dem Weg geräumt. Alle von der EU-Kommission bemängelten Regelungen seien verändert worden, das Gesetz somit EU-rechtskonform, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Sonntag in Hannover.

So wurde das Entsenderecht, wonach das Land Niedersachsen zwei Vertreter in den Aufsichtsrat von VW schicken kann, aus dem Gesetz gestrichen. Dieser Punkt soll aber gemeinsam mit der Sperrminorität des Landes Niedersachsen von 20 Prozent auf der Hauptversammlung im Oktober bestätigt werden. Darauf hatten sich die Familien Porsche/Piëch und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) verständigt, betonte der Sprecher. In der Satzung des Konzerns stünden diese Punkte ohnehin schon.

Piech: Das war der Sieg meines Lebens

Volkswagen hatte den monatelangen Übernahme-Machtkampf mit Porsche nach dem Aus von Vorstandschef Wendelin Wiedeking gewonnen. Der Wolfsburger Konzern will nun bis Mitte 2011 Porsche schrittweise übernehmen und als zehnte Marke integrieren. Porsche soll eigenständig bleiben. Eine Grundlagenvereinbarung soll bis zum 13. August stehen. Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch soll nach dem Sieg laut "Focus" erklärt haben: "Das war der größte Kampf meines Lebens."

Wiedeking zieht positive Bilanz

Wendelin Wiedeking zog eine positive Bilanz seiner Amtszeit."Als ich am 1. Oktober 1992 Vorstandschef von Porsche wurde, hatte ich viele Erwartungen. Was ich letztlich erreicht habe, wäre mir damals nicht einmal im Traum eingefallen", sagte Wiedeking der "Bild am Sonntag". Er hätte sich aber einen anderen Abgang gewünscht. "Als Buhmann galt ich vielleicht für Widersacher, nie für meine Mitarbeiter. Aber als Legende - bei aller mir eigenen Bescheidenheit
- tauge ich wirklich nicht."

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) warf dem Porsche-Management im "Spiegel" entscheidende Fehler in der verlorenen Übernahmeschlacht vor. Die Führung des Sportwagenherstellers habe den Eindruck erweckt, bei VW bleibe "kein Stein auf dem anderen", sollte die Übernahme aus Stuttgart gelingen. "Die Art und Weise, wie Porsche in Wolfsburg einmarschiert ist, fanden sicherlich nicht alle gut." So was "produziert natürlich Abwehrreaktionen. Das ist völlig menschlich."

Familien-Anteile sollen geringer ausfallen

Nach Medienberichten könnte der Anteil der Familien Porsche und Piëch an einem vereinten VW-Porsche-Konzern geringer als bislang unterstellt werden. Die Familien kämen um eine Kapitalerhöhung nicht herum, sagte Ackermann laut "spiegel-online". Sie müssten sehr schnell eigenes Kapital ins Unternehmen stecken. Aus einer Präsentation für den Grundlagenvertrag gehe hervor, dass die Familien Porsche und Piëch in der ersten Jahreshälfte 2011 nicht über 50, sondern nur über 30 Prozent halten sollen, Niedersachsen über 20 und das Emirat Katar unter 20 Prozent.

Zu den Eigentümern des geplanten Fahrzeuggiganten sollen laut "Focus" auch die Arbeitnehmer gehören. Die Beschäftigten sollen einen Anteil von zwei bis fünf Prozent am Konzern erhalten. Die Betriebsräte fordern einen höheren Anteil am Unternehmen, von bis zu zehn Prozent ist dabei die Rede.

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