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Porsche-Investor

Katar will mindestens 25 Prozent an Porsche

Foto: dpa 46 Bilder

Der Einstieg des Golfstaats Katar beim finanziell angeschlagenen Autobauer Porsche steht nach übereinstimmenden Medien-Berichten unmittelbar bevor. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ist die Prüfung der Bücher bereits abgeschlossen. Der Emir von Katar wolle über seinen Fonds Qatar Investment Authority (QIA) mindestens 25 Prozent an dem Stuttgarter Sportwagenhersteller erwerben.

15.06.2009

Auch eine höhere Beteiligung stehe zur Debatte. An diesem Wochenende sei über die Modalitäten des Einstiegs des neuen Ankeraktionärs verhandelt worden. Ein Porsche-Sprecher bestätigte lediglich, dass mit Katar - und zwar «nur mit Katar» - verhandelt werde. "Aber wir nennen keine Details." Auch zur "Zeitschiene" wollte er sich nicht äußern.

 Dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» zufolge ist eine «eindeutige Mehrheit» der Familien Porsche und Piëch dafür, dass das Emirat im Zuge einer Kapitalerhöhung ein Viertel der Porsche-Stammaktien erwerben kann. Auch Ferdinand Piëch, der dem Projekt skeptisch gegenübersteht, könne es nicht mehr aufhalten. Auch dies wollte der Porsche-Sprecher nicht kommentieren.

Es wäre das erste Mal, dass Außenstehende Stammaktien an Porsche besitzen können, die bislang ausschließlich von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden. Außer auf einen neuen Investor setzt Porsche vor allem auf einen Kredit der staatlichen Bank KfW. Porsche braucht das Darlehen, um eine Finanzierungslücke zu schließen, die beim Einstieg bei VW entstanden war. Seit Beginn der Finanzkrise hatten Banken sich geweigert, das lange erfolgreiche, komplizierte System aus Aktienoptionen weiterzufinanzieren. Der Sportwagenbauer kämpft nun mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro.

Porsche-KfW-Kreditantrag weiter in der Kritik

Laut "Focus" gibt es hinter den Kulissen weiter Streit um den Kreditantrag in Höhe von 1,75 Milliarden Euro. Während KfW-Vorstand Axel Nawrath dafür sei, gebe es im Regierungslager Widerstand. Sowohl Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) als auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lehnten das Porsche-Darlehen entschieden ab.

In einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) indessen "Rufmord" im Streit zwischen VW und Porsche beklagt. Er habe sich nicht eingemischt, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass der Porsche-Kreditantrag "sehr begründungsnotwendig" sei. Zugleich griff Wulff Wiedeking und den Porsche-Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück scharf an. "Wir an der Küste wissen, dass man erst bei Ebbe sieht, wer nackt im Wasser steht", sagte er dem Blatt.

Aus Sicht des Landes Niedersachsen, das rund 20 Prozent der Aktien des VW-Konzerns hält und damit eine umstrittene Sperrminorität innehat, müsse Porsche nicht in den VW-Konzern integriert werden, so Wulff. Niedersachsen wäre einverstanden, "wenn Porsches Vorhaben, VW
zu übernehmen, rückabgewickelt wird. Wir haben auch nichts dagegen, wenn die beiden Unternehmen völlig getrennt bleiben und bei Porsche arabische Investoren einsteigen", so Wulff.

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