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Porsche

Klage gegen Börse

Foto: Porsche

Porsche zieht am Montag (08.11.) in Frankfurt gegen die dortige Börse vor Gericht. Es wird ein Prozess, der mit Sicherheit nicht nur in Deutschland von der Finanzwelt mit höchstem Interesse verfolgt wird.

08.11.2004

Das angestrebte Verfahren ist bisher einmalig in der Bundesrepublik. Ziel von Porsche ist es, auch ohne die vierteljährlichen Quartalsberichte in den Prime Standard aufgenommen zu werden. Vor drei Jahren war Porsche wegen der Verweigerung von Quartalsberichten von der Frankfurter Börse aus dem M-DAX, dem Index für mittelgroße Unternehmen, herausgenommen worden.

Am größten Finanzplatz Europas, in London, sind Quartalsberichte nicht Pflicht, heißt es bei Porsche. Aus der Sicht des Stuttgarter Sportwagenbauers ist die Börsenordnung des Frankfurter Handelsplatzes keine ausreichende Rechtsgrundlage, um Quartalsberichte für eine Zulassung im Prime Standard verpflichtend vorzuschreiben. Eines seiner wichtigsten Argumente lautet: "Der Zwang zur Vorlage vierteljährlicher Berichte behindert Unternehmen in der Verfolgung langfristig angelegter Strategien".

Quartalsberichte sind nur bürokratischer Aufwand

Porsches Argumente wiegen umso mehr, weil die Stuttgarter Sportwagenbauer gerade im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder bewiesen haben, dass man Aktionäre am allerbesten bedient und zufrieden stellt, wenn man hohe Gewinne erzielt: diesmal mit einer Milliarde Euro Vorsteuergewinn. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hält gar nichts davon, wenn Unternehmen wegen der Quartalsberichte durch unnötige Preisnachlässe Verkäufe forcieren, um kurzfristig bessere Zahlen vorweisen zu können. Gerade eine solche Politik schadet nach seinen Worten den Aktionären.

Porsche ist davon überzeugt, dass Quartalsberichte allenfalls den internen bürokratischen Aufwand in die Höhe treiben. "Zu mehr Transparenz für den Anleger tragen sie jedenfalls nicht bei", meint Wiedeking. Er erinnert in diesem Zusammenhang an den teilweise erschreckenden Niedergang einst hoch gelobter Unternehmen aus der so genannten New Economy. Deren Quartalszahlen und Quartalsprognosen "waren vielfach kaum das Papier wert, auf dem sie geschrieben standen". Porsche selbst halte die Transparenz auch ohne Quartalsberichte hoch. Im Schnitt würde das Unternehmen pro Jahr 40 wichtige Wirtschaftsmeldungen publizieren. "Wenn kursrelevante Neuigkeiten vorliegen, dann melden wir das sofort", hieß es.

Wiedeking hatte schon vor einiger Zeit den Porsche-Aktionären seine Sicht der Dinge unterbreitet. "Quartalsberichte haben nicht nur wenig Aussagekraft, sie heizen auch die Volatilität an den heute ohnehin nervös reagierenden Kapitalmärkten unnötig an. Die Börse droht so zu einem Roulette-Spiel zu werden, das sich von der ökonomischen Realität leider nur allzu häufig entfernt", so die Überzeugung des Porsche-Chefs. Porsche will sich auch weiterhin keine "Kurzatmigkeit" durch Quartalsberichte aufdrängen lassen.

Klar, an der Börse in Frankfurt will Porsche mit seinem Umsatz von 6,3 Milliarden Euro künftig wieder auf dem Kurszettel stehen. Aus grundsätzlichen Überlegungen aber ohne Quartalszahlen. Die Manager der deutschen Unternehmen werden den Frankfurter Prozess mit Interesse verfolgen. Nicht wenige denken so wie Wiedeking. Nicht nur die Porsche Familie, die 50 Prozent der Aktien hält, drückt ihm daher den Daumen.

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