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Porsche löst nach Höhenflug der VW-Aktie Optionen auf

Foto: dpa

Porsche hat auf den extremen Höhenflug der VW-Aktie reagiert und am Mittwoch (28.10.) einige Optionen auf Papiere von Europas größtem Autobauer verkauft. Damit sollten weitere Kursturbulenzen vermieden werden, teilte der Sportwagenhersteller mit.

29.10.2008

Der Umfang der Verkäufe sei "gering" gewesen, sagte ein Porsche-Sprecher. Es war unklar, wie viele Optionen Porsche auflöste und ob das Unternehmen dabei - wie angesichts des aktuellen Kursniveaus zu erwarten wäre - Gewinne einstreichen konnte. Der Kurs der VW-Aktie brach bis zum Nachmittag um mehr als 40 Prozent auf 552,00 Euro ein. Am Dienstag hatte die Aktie zeitweise exorbitante 1.000 Euro gekostet. VW war damit das teuerste Unternehmen der Welt.

Misslungene Spekulationsgeschäfte als Auslöser

Ausgelöst hatten den Höhenflug misslungene Spekulationsgeschäfte. Händler, die geliehe VW-Aktie in Hoffnung auf sinkende Kurse verkauft hatten, waren am Wochenende von einer Aufstockung der Anteile und Optionen von Porsche überrascht worden. Dadurch waren am Montag plötzlich weniger VW-Aktien im Markt frei als die Händler zur Rückgabe an die Leihgeber zurückkaufen mussten. Die Folge war eine panische Jagd auf die Volkswagen-Papiere.

Porsche kündigte an, je nach Marktlage Kurssicherungsgeschäfte (Optionen) in Höhe von bis zu fünf Prozent der VW-Stammaktien auflösen zu wollen. "Wir wollen erreichen, dass sich die Kursentwicklung von Volkswagen wieder normalen Größen annähert", sagte der Porsche-Sprecher. Dem Unternehmen gehe es nicht darum, mit der Auflösung Geld zu machen. Der Sprecher räumte aber ein, dass man natürlich Geld dafür bekomme, wenn man Optionen verkaufe. Eine solche Aktion solle aber vermutlich nicht wiederholt werden. "Das ist eine einmalige Maßnahme." Das Land Niedersachsen, mit gut 20 Prozent zweitgrößter VW-Aktionär, hält an seiner Beteiligung fest.

Porsche peilt Aktienanteil von 75 Prozent an

"Wir sind daran interessiert, möglichst wenig aufzulösen", sagte der Porsche-Sprecher. "Wir verkaufen keine Stammaktien, nur Optionen." Schließlich peile der Sportwagenbauer unverändert an, 2009 seinen Anteil an Europas größtem Autobauer auf 75 Prozent zu erhöhen. Daher sei weiter geplant, VW-Stammaktien an der Börse oder außerbörslich "zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen" zu kaufen.

Porsche wies jegliche Verantwortung für die Marktverwerfungen zurück: Das Unternehmen sei während dieser Kursbewegungen nicht im Markt aktiv gewesen und habe die kapitalmarktrechtlichen Vorschriften zu jeder Zeit beachtet.

Die Stuttgarter hatten am Wochenende bekanntgegeben, ihren Anteil an VW auf 42,6 Prozent erhöht zu haben und zusätzlich 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung zu halten. Der Schritt, Teile davon wieder aufzulösen, erhöht den Streubesitz der Wolfsburger wieder etwas. Optionen geben das Recht, in der Zukunft Aktien zu einem bestimmten Kurs zu erwerben.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) lehnte im ARD-Morgenmagazin einen Verkauf von Landesanteilen erneut ab. Verkäufe würden die VW-Aktie zum Absturz bringen, sagte Wulff. Im übrigen halte das Land seinen Anteil nicht, um Gewinne zu machen, sondern aus strategischen Gründen, weil VW von überragender Bedeutung für Niedersachsen sei. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Rainer Brüderle, hatte den VW-Großaktionär Niedersachsen aufgefordert, Volkswagen-Aktien zu verkaufen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh nannte Brüderles Vorschlag kurzsichtig und unsinnig. "Niedersachsen kennt die Bedeutung von Volkswagen für das Land. Und Volkswagen ist und bleibt ein Stück Niedersachsen."

Die Deutsche Börse reagierte in der Nacht zum Mittwoch auf die Kurskapriolen und senkte den Anteil der Volkswagen-Aktie bei der DAX-Berechnung. Die Volkswagen-Stammaktien sollen zu Handelsbeginn am Montag maximal ein Gewicht von zehn Prozent haben. In den vergangenen beiden Tagen hatte das VW-Kursplus den DAX zeitweise um mehr als zehn Prozent hochgetrieben, obwohl fast alle anderen Aktien Kursverluste verbuchten.

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