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Porsche Macan

Zickt der Sport-SUV im Elchtest?

Porsche Macan S Diesel, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert

Das schwedische Automagazin "Teknikens Värld" jagte den Porsche Macan durch den berühmten Elchtest, der einst die erste Mercedes A-Klasse kippte. Auch mit dem Sport-SUV waren die Schweden überhaupt nicht zufrieden - obwohl der Macan keinerlei Kipptendenzen zeigte.

15.10.2014 auto motor und sport

Der Porsche-SUV brach in der Ausweichgasse des schwedischen Elchtests um einige Zentimeter aus, bevor es sich seitlich versetzt wieder stabilisierte. In einem von den Schweden veröffentlichten Video ist zu sehen, dass der Porsche Macan dabei allerdings weder übersteuert noch eines der Räder abgehoben hat.

Statement von Porsche zum Elchtest des Macan

Entsprechend lautet die Stellungnahme von Porsche zum schwedischen Ausweichtest: "Bei dem im Video gezeigten Bremseneingriff handelt es sich um einen bewusst applizierten Eingriff zur Vermeidung eines Kippens des Fahrzeugs, der Active Rollover Prevention (ARP) genannt wird. Durch das gezielte, kurzzeitige Abbremsen des kurvenäußeren Vorderrades bis in den Tiefschlupfbereich wird die Seitenführungskraft minimiert um kritische beziehungsweise instabile Fahrzustände wie Übersteuern, Kippen oder das Lösen des Reifens vom Rad, welche für den Kunden teilweise nicht zu beherrschen sind, zu verhindern.

Das im Video gezeigte untersteuernde Fahrverhalten ist also bewusst gewählt, da es für den Kunden deutlich besser beherrschbar ist als ein übersteuerndes Fahrverhalten. Die gezeigte Funktion und das resultierende Fahrverhalten bei einem solch hochdynamischen Fahrmanöver sind zur Steigerung der Fahrsicherheit ausdrücklich gewünscht.

Die Active Rollover Prevention (ARP) ist im SUV Stand der Technik und wird auch von anderen Fahrzeugherstellern eingesetzt.

Die Stärke des ARP-Eingriffs ist unter anderem abhängig von Fahrgeschwindigkeit und Lenkwinkelgeschwindigkeit. Das heißt, bei reduzierter Fahrgeschwindigkeit oder reduzierten Lenkwinkelgeschwindigkeiten ist der ARP-Bremseneingriff entsprechend abgeschwächt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Fahrweise von Teknikens Värld sehr anspruchsvoll gewesen ist und somit diese Sicherheitsfunktion ausgelöst wurde.

Die Active Rollover Prevention ist immer aktiv, unabhängig davon, ob das Porsche Stability Management (PSM) an oder aus ist. Ist PSM an, ist der ARP-Eingriff deutlich abgeschwächt, da die PSM-Bremseneingriffe zur Fahrzeugstabilisierung deutlich früher eingreifen beziehungsweise überlagert sind.

Die Funktion (ARP) liegt je nach Fahrsituation maximal 300 Millisekunden an. Die Richtungsstabilität des Fahrzeuges ist durch diesen kurzen Eingriff gewährleistet, der seitliche Versatz ist nur sehr gering. Wir erachten diesen Fahrzustand daher als nicht kritisch. Der Spurwechsel kann wie im Video zu sehen ist stabil und sicher beendet werden. Ein Kippen des Fahrzeugs oder ein Ausbrechen des Hecks in dieser Situation sind wesentlicher kritischer. Das Fahrzeug hat zu keinem Zeitpunkt einen solchen instabilen Zustand (Kippen, Übersteuern, Abheben eines Rades) gezeigt.

Es gibt bei Porsche ein umfangreiches Fahrdynamik-Prüfprogramm, welches der Macan ohne Beanstandung absolviert hat. Fahrmanöver sind unter anderem ein doppelter Spurwechsel nach ISO, Slalom mit 10 x 18 Meter und 10 x 36 Meter, der VDA Ausweichtest, der dem Elchtest der Teknikens Värld sehr ähnlich ist, sowie der Rollover-Sicherheitstest der NHTSA. Alle Porsche Fahrzeuge sind auf Basis dieser und anderer weltweit üblicher Tests auf maximale Sicherheit ausgelegt."

Porsche Macan im auto motor sport-Ausweichtest sicher

Bei auto motor und sport musste sich der Porsche Macan schon zwei mal im Test beweisen. Als Porsche Modelle Macan S Diesel und Macan Turbo wurde der SUV durch die auto motor und sport-Ausweichgasse, die dem genormten VDA-Spurwechseltest entspricht, gefahren. Beide Modelle waren über den gesamten Verlauf des Tests ohne Auffälligkeit und zeigten mit Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten von 71 zu 41 km/h eine gute Performance.

Die Fahrdynamikversuche sind ein Bestandteil der Fahrzeugbeurteilung hinsichtlich Fahrsicherheit, Performance und Fahrspaß.

In allen Versuchsaufbauten beginnt man mit einer Fahrgeschwindigkeit, die sich aus der Erfahrung als untere Grenze des Machbaren in der jeweiligen Fahrzeugkategorie entwickelt hat. Mit jedem weiteren Versuch erhöht man die Eingangsgeschwindigkeit in kleinen Schritten (2 km/h) so lange, bis die Fahrspur nicht mehr gehalten werden kann (Pylonen werden getroffen und fallen um). Dann hat man die für dieses Fahrzeug physikalische Grenzgeschwindigkeit erreicht und beendet den Versuch.

In der Beurteilung des Fahrverhaltens fließt mit ein, mit wie viel Aufwand das Fahrzeug in der Gasse gefahren werden muss. Leichter Aufwand: Meist Fahrzeuge mit einer sehr frühen ESP Regelgrenze und oftmals geringen Seitenführungskräften. Das Fahrzeug zeigt frühzeitig und weich den Grenzbereich an und signalisiert dem Fahrer das es nicht mehr schneller geht.

Erhöhter Aufwand: Oft mit einer hohen Fahrzeugperformance (Sportwagen) verbunden. Hohe Seitenführungskräfte wie auch eine angehobene Regelgrenze des ESP-Systems für ein gewünschtes sportlicheres Eigenlenkverhalten des Fahrzeuges bedingt beim Erreichen des Grenzbereichs eventuell eine größere Lenkkorrektur des Fahrers und/ oder einen härteren Regeleingriff des ESPs zur Sicherstellung der Stabilität.

Solange das Fahrzeug keine für den durchschnittlichen Fahrer unbeherrschbaren Reaktionen wie starkes Übersteuern oder eine Kippneigung zeigt, sind nur die gefahrenen Maximalgeschwindigkeiten im Versuch wie die oben genannten Beurteilungen zur Fahrdynamik die Bestandteile zur Gesamtfahrdynamikbewertung.

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