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Porsche-Motorsportabteilung in Weissach

Porsche 911 bildet das Motorsport-Skelett

Porsche 911 GT Foto: Porsche 16 Bilder

Die Porsche-Sportabteilung setzt im seriennahen Rennsport konsequent auf den Dauerbrenner mit der Chiffre 911. Die enge Verzahnung von Serienentwicklung und Motorsportaktivitäten ist laut Porsche-Sportchef Hartmut Kristen dabei mehr als nur ein plattes Credo.

19.02.2010 Marcus Schurig Powered by

Lippenbekenntnisse sind nicht die Sache von Porsche-Sportchef Hartmut Kristen. Wenn er über die enge Verzahnung von Serienautos mit den Sportaktivitäten des Hauses referiert, dann kommt Nachdruck in seine Stimme: "Die Philosophie der Wechselwirkung zwischen Serienentwicklung und Motorsport ist bei uns ein hochaktuelles Thema, und zwar emotional wie auch praktisch. Die Idee dahinter ist simpel: Ein Sportwagen sollte so viele Rennsportgene in sich tragen wie irgend möglich."

Rennsport steckt im Porsche 911

Die Porsche-Ikone 911, die das Kundensportsystem der Motorsportabteilung trägt, lebt laut Kristen von der permanenten Befruchtung durch den Rennsport. "Rennsport steckt im Auto und in den Ingenieuren. Und übrigens auch in unseren Kunden!" Dabei geht es weniger darum, Rennsportteile im Serienauto eins zu eins zu übernehmen. "Durch den Rennsport lernen wir Prozesse und neue Technologien besser verstehen - und diese Ergebnisse fließen dann übrigens auch in die Serienentwicklung ein."

Hybrid-Porsche 911 für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring
 
Ein schönes Beispiel ist der Hybrid-Porsche 911 für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring , der gleichsam als rollendes Testcenter für eine zukunftsträchtige Technologie genutzt wird oder, in den Worten des Sportchefs, "eine Klammer zwischen Heute und Morgen schaffen soll". Der seriennahe Motorsport bei Porsche basiert auf dem 911, und da kann es nicht verwundern, dass die Sondermodelle 911 GT3 und GT3 RS sowie der turbobefeuerte GT2 in der Motorsportabteilung entwickelt werden, natürlich unter Einbindung der Ingenieure aus dem Seriengeschäft. "Die enge Verzahnung macht deshalb Sinn, weil diese Fahrzeuge ja auch als Homologationsgrundlage für den Motorsport dienen", so Kristen.
 
Die Rennaktivitäten mit dem Porsche-Modell 911 glänzen durch beeindruckende Vielfalt, wie die Motorsport-Pyramide der Rennabteilung auf einen Blick veranschaulicht: "Die Basis dieser Pyramide bilden die Porsche-Sportfahrerschule sowie alle unsere Kunden, die mit ihrem Straßenfahrzeug zum Beispiel im Rahmen von Trackdays auf der Rennstrecke unterwegs sind", erklärt Hartmut Kristen. Auf der zweiten Ebene stehen die so genannten Clubsportveranstaltungen, dann kommen die reinrassigen Markenpokale (GT3 Cup Challenge; nationale Carrera Cups, Supercup im Rahmen der Formel 1) mit dem Porsche 911 GT3 Cup, von dem insgesamt bereits über 1.500 Exemplaren ausgeliefert werden konnten. Neben dem Supercup richtet Porsche 13 nationale Carrera Cups aus. Die letzte Stufe des 911-basierten Rennsports bilden die stark modifizierten GT-Wagen (GT3, GT2) für den nationalen und internationalen Sportwagensport. "Bis zu dieser Stufe reden wir in aller Regel von Kundensport", so Kristen.
 
Porsche nutzt sein Pyramidensystem zur Nachwuchsförderung
 
Die oberste Stufe bilden dann die Engagements im Protypensport wie der in der ALMS erfolgreiche LMP2-Wagen RS Spyder oder das Engagement in der Grandam-Serie. Porsche nutzt sein Pyramidensystem übrigens auch konsequent zur Nachwuchsförderung: Die Riege der Werkspiloten wurde in diesem System geschult und für den Einsatz in höheren Motorsportklassen vorbereitet. Die Motorsportabteilung ist bei diesem Pensum voll ausgelastet: 2009 verließen sage und schreibe 240 Porsche 911 GT3 Cup die Hallen, wobei die Cup-Autos in enger Kooperation mit der Serienproduktion in Zuffenhausen aufgebaut werden. Ausschließlich in Weissach entstehen die GT-Rennwagen, gut 20 Stück waren es 2009.
 
Die Rennabteilung kann den Ansturm auf ihre Produkte auch deshalb gut bewältigen, weil ihre Gebäude zwischen 2005 und 2007 komplett erneuert und den modernen Bedürfnissen angepasst wurden. Gut 160 Angestellte arbeiten bei Porsche Motorsport, davon alleine über 50 Ingenieure in der Entwicklungsabteilung sowie noch einmal gut 60 Mitarbeiter in der Werkstattabteilung. "Das sind alles hochmotivierte Mitarbeiter mit einem enormen Know-how", so Hartmut Kristen mit Nachdruck. "Aber vor allem sind sie alle Racer!"

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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