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Neue Hindernisse bei VW

Foto: dpa

Im Kampf um die Macht bei Volkswagen tauchen für den Sportwagenbauer Porsche einem Medienbericht zufolge weitere Probleme auf. Die Stuttgarter könnten auch nach der für November geplanten Aufstockung der VW-Anteile auf mehr als 50 Prozent weniger bestimmen als bislang bekannt, berichtet der "Spiegel".

28.09.2008

Das Magazin beruft sich dabei auf interne Unterlagen, die VW-Juristen zusammen mit externen Experten erarbeitet hätten. Der Sportwagenbauer könne demnach auch künftig nicht in die Unternehmenspolitik der VW-Töchter eingreifen, die oft in Konkurrenz zu den Stuttgartern stünden.

Ein neues Gremium des VW-Aufsichtsrates muss dem Bericht zufolge nicht nur alle Verträge zwischen Marken des VW-Konzerns und Porsche genehmigen. Die Zustimmung sei auch erforderlich, wenn beispielsweise der Start neuer Modelle oder Motoren bei den Konzernmarken geändert werden soll. Ein Porsche-Sprecher sagte am Sonntag (28.9.), der Ausschuss sei nach der VW-Aufsichtsratssitzung vom 12. September eingerichtet worden. Hintergrund sei, dass VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf dieser Sitzung mit seiner Stimmenthaltung einen Antrag der VW-Arbeitnehmerseite passieren ließ. Demnach dürfen Geschäfte zwischen Porsche und den VW-Marken nur mit Zustimmung des Wolfsburger Aufsichtsrates geschlossen werden.

Mit seinem Abstimmungsverhalten war Piëch dem Porsche-Konzern, bei dem er selbst Miteigentümer ist, in den Rücken gefallen und hatte damit für einen Eklat gesorgt. Porsche hatte seinen Anteil an VW Mitte September auf mehr als 35 Prozent erhöht. Damit haben die Stuttgarter faktisch die Kontrolle über VW übernommen und Europas größten Autobauer zu ihrem Tochterunternehmen gemacht.

Ein VW-Sprecher sagte, der "Ausschuss für besondere Geschäfte" solle die besonderen Geschäftsbeziehungen zwischen Porsche und VW grundsätzlich überprüfen. Großaktionäre dürften nach dem Aktienrecht keine besondere Behandlung erfahren. Porsche hatte immer wieder betont, als größter Anteilseigner an einer guten Entwicklung aller VW-Marken interessiert zu sein.

Der erste Fall, über den der Ausschuss "Spiegel"-Angaben zufolge voraussichtlich zu entscheiden hat, könnte der geplante Kauf von 16.000 Dieselmotoren sein, die Porsche bei Audi beziehen und in seinen Geländewagen Cayenne einbauen will. Der Ausschuss könne dieses Geschäft untersagen, schreibt der "Spiegel". Der Produktionsstart des ersten Cayenne mit Dieselmotor ist dem Bericht zufolge fest für die Jahreswende eingeplant. Der Porsche-Sprecher sagte, zu Details aus einzelnen Verträgen äußere sich das Unternehmen nicht.

Die "Wirtschaftswoche" berichtet unter Berufung auf VW-Kreise, bei VW gebe es Pläne, für 2008 einen sogenannten Abhängigkeitsbericht erstellen zu lassen. Der Bericht soll den Angaben zufolge dokumentieren, welche Geschäftsbeziehungen zwischen Volkswagen und Porsche bestehen und ob VW dabei benachteiligt wird. In diesem Fall müsste Porsche den Angaben zufolge Ausgleich zahlen. Der Porsche-Sprecher sagte dazu, VW sei zur Erstellung eines solchen Berichts rechtlich verpflichtet. "Alle Verträge, die zwischen Porsche und VW-Marken abgeschlossen wurden, sind ordnungsgemäß zustande gekommen." Der Sportwagenbauer rechne deshalb nicht mit solchen Zahlungen.


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