Panamera: Per Spezialtransport in die Höhe
Aber dafür mit VW-Konzernchef Martin Winterkorn und Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. auto-motor-und-sport.de ist live dabei gewesen.
Das World Financial Center, seit 2008 ein Wahrzeichen der Stadt, erbaut für 850 Millionen Dollar, demonstriert schon von weitem mächtig Eindruck: Wie ein überdimensionaler Flaschenöffner ragt es im Stadtteil Pudong 492 Meter in die Luft der Metropole. Im obersten Stockwerk, dem 94., zelebriert der Zuffenhausener Sportwagenhersteller die Premiere seiner vierten Baureihe. Der Lastenaufzug war eigentlich zu klein, um den 4,97 langen (und nur 1,42 flachen) Panamera in diese Höhen zu transportieren, deswegen musste der Porsche mittels eines eigens angefertigten Gestells hochkant in den Aufzug gefahren und dann noch per Flaschenzug gesichert werden.
Porsche verteilt selbst Vorschusslorbeeren
Fast 300 Journalisten aus der ganzen Welt nehmen am Sonntag Abend (19.4.) den Panamera unter Augenschein, untermalt von Blitz- und Donner-Lauten und action-gelandener Musik, unterbrochen von Filmausschnitten, in denen Porsche-Gründer Ferry Porsche über seine Prinzipien spricht: wie die wichtige Unabhängigkeit des kleines Unternehmens oder darüber, wie er keinen Sportwagen gefunden hat, der ihm zusagte, und deshalb selbst einen baute.
In dieser Tradition soll auch der Panamera stehen: "Ein solches Fahrzeug hat es noch nie gegeben," wirbt Marketing- und Vertriebsvorstand Klaus Berning. "Der Panamera vereint die Porsche-typischen Gene wie Kraft, Dynamik, Präzision und kompromisslose Sportlichkeit mit einem Raumangebot und Komfortmerkmalen, wie sie sonst nur in der Luxus- und Oberklasse zu finden sind." Forschungs- und Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer steht mit Vorschußlorbeeren für das Auto, das noch kein Auto-Magazin selbst testfahren durfte, in nichts nach: "In diesen viersitzigen Gran Turismo haben unsere Ingenieure, Techniker und Designer ihr gesamtes Know-how, ihre langjährige Erfahrung, ihren Ideenreichtum und ihre große Leidenschaft für Sportwagen eingebracht", erklärte Dürheimer an Stelle des Konzernchefs Wendelin Wiedeking.
Panamera-Premiere ohne Porsche-Chef Wiedeking
Den hat eine Grippe flachgelegt. Schon vor einigen Tagen aber hatte Wiedeking vermelden lassen, warum die Weltpremiere in Schanghai stattfindet, und nicht etwa am Fertigungsstandort Leipzig: "Von Schanghai aus senden wir damit eine Botschaft an die ganze Welt." Das Unternehmen signalisiere damit auch den aufstrebenden asiatischen Märkten, "dass wir auf sie zählen und volles Vertrauen in ihre künftige Wirtschaftskraft haben."
Verschnupft könnte Wiedeking allerdings auch von den Medienberichten der vergangenen Tage sein, in denen spekuliert wird, dass Porsche sich mit der Übernahme des VW-Konzerns verhoben hat und die Aufstockung der Anteile von 50 auf 75 Prozent nur schwer finanzieren kann. Doch diese Thematik sollte zu einem so feierlichen Moment in Schanghai keine Rolle spielen, schließlich passiert es nicht so oft, dass Porsche ein komplett neues Modell der Weltöffentlichkeit präsentiert.
Premiere mit Porsche und Winterkorn
Deshalb wollte auch Ehrengast und Porsche-Aufsichtsratchef Wolfgang Porsche lieber über Produkt, statt über Konzernpolitik reden. Schließlich wird einer der 20.000 Exemplare, die pro Jahr im Schnitt verkauft werden sollen, bald sein Eigentum sein. Der Porsche-Enkel werde sich den Panamera "als Turbo mit 500 PS zulegen, in grüner Farbe und mit einem hellen Leder-Interieur", sagte er am Rande der Veranstaltung gegenüber auto-motor-und-sport.de.
Und Überraschungsgast VW-Konzernchef Martin Winterkorn, der bei der Premiere den Platz in der ersten Reihe einnahm, der sonst wahrscheinlich für Wiedeking reserviert worden wäre, war auch voll des Lobes: "Schönes Auto, ich bin es auch schon gefahren." Ob der Panamera auch Komponenten für einen eventuellen VW Phaeton-Nachfolger beisteuern kann? "Schauen wir mal. Wir sehen immer viele Möglichkeiten", sagt er auto-motor-und-sport.de.
Bis dahin ist ja auch noch Zeit. Zunächst kommt der Porsche Panamera jetzt einmal in den Markt: am 12. September in Deutschland und ab Januar 2010 auch in China, wo der Einstiegspreis allerdings nicht bei 94.600 Euro liegt, sondern - aufgrund von Importzöllen und einer neuen Konsum-Steuer - doppelt so hoch.




