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Piëch brüskiert Wiedeking bei Aufsichtsratssitzung

Foto: dpa 11 Bilder

Bei der möglicherweise entscheidenden Aufsichtsratssitzung über die Zukunft des tief verschuldeten Sportwagenbauers Porsche hat VW-Patriarch Ferdinand Piëch mit seiner Abwesenheit für einen Eklat gesorgt.

18.05.2009

Der mächtige Chef des VW-Kontrollgremiums blieb dem Treffen im Porsche-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach am Montag (18.5.) ohne Begründung fern und dämpfte damit die Hoffnung auf eine konstruktive Fortsetzung der Fusionsgespräche zwischen den beiden Autobauern. Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss liegen nach gegenseitigen Anfeindungen derzeit auf Eis. Die Aufsichtsratssitzung wurden von massiven Protesten von rund 6.500 Porsche-Beschäftigten begleitet.

Piëch stellt Wiedeking-Zukunft infrage

Piëch hatte vor wenigen Tagen die Kreditwürdigkeit von Porsche angezweifelt und die Zukunft von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking infrage gestellt. Am Wochenende warf VW dem Porsche-Management zudem vor, nicht ernsthaft und konstruktiv die Verhandlungen über den Zusammenschluss der beiden Autobauer voranzutreiben. Porsche wies das zurück und dementierte auch den Abbruch der Verhandlungen.    

Der Sportwagenbauer hat sich bei der geplanten VW-Übernahme kräftig verhoben; Porsche drücken neun Milliarden Euro Schulden. Spekuliert wird, dass die Stuttgarter am Montag eine Kapitalerhöhung beschließen werden. VW verfügt dagegen über Milliarden-Reserven.

Am Montag sollten ursprünglich die Gespräche über ein Zusammengehen der beiden Autobauer auf Arbeitsebene fortgesetzt werden. Das Treffen wurde nach dem Streit von VW abgesagt und stattdessen eine Sitzung des Porsche-Aufsichtsrates einberufen. Bei der Sitzung sitzt auch der engste Kreis der Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch am Tisch. Nach dem Fehlen von Piëch sind es 15 Teilnehmer.

Betriebsratschef Hück: "Porsche bleibt selbstständig"

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück schwor unmittelbar vor Beginn der Sitzung vor rund 3.000 Beschäftigten in Weissach die Mitarbeiter auf eine eigenständige Zukunft ein: "Porsche bleibt selbstständig. Wir brauchen die Familie und die Familie braucht uns." Hück kritisierte erneut die Aussagen von Piëch über eine fehlende Finanzkraft von Porsche. "Wir werden wieder Gewinne machen. Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch haben mir zugesichert, dass Porsche eigenständig bleibt und die Eigentümerfamilien stark genug sind, diese Eigenständigkeit zu garantieren." Auch seien die Arbeitsplätze bei dem Sportwagenbauer sicher. Das hätten die beiden Eigentümerfamilien zugesagt.

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