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Porsche-Chef Wiedeking tritt zurück

50 Mio. Euro Abfindung - Porsche 10. VW-Marke

Foto: dpa 76 Bilder

Aus für Porsche-Chef Wendelin  Wiedeking: Der Manager, das erste prominente Opfer in dem monatelangen Übernahmemachtkampf zwischen Porsche und VW, verlässt  den Sportwagenbauer. Das hat der Porsche-Aufsichtsrat am Donnerstag (23.7.) beschlossen.

23.07.2009

Nachfolger von Wiedeking bei der Porsche AG soll der  bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden. Neben Wiedeking  verlässt auch Finanzvorstand Holger Härter den Sportwagenbauer. In  einer Marathonsitzung stellte der Aufsichtsrat des Sportwagenbauers die Weichen für die Rettung des hoch verschuldeten Unternehmens.

50 Millionen Euro Abfindung für Wiedeking

Die beiden Manager verlassen das Unternehmen mit sofortiger Wirkung und legen auch ihre Aufsichtsratsmandate bei VW und Audi nieder. Wiedeking soll eine Abfindung von 50 Millionen Euro erhalten,  von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. Sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2012. Härter erhält 12,5 Millionen Euro. Wiedeking bekommt als Abfindung 50 Millionen Euro. die Hälfte geht in eine Stiftung. Als Begründung für das Aus der Manager teilte Porsche mit, Wiedeking und Härter wollten mit diesem Schritt "einen wichtigen Beitrag zur Befriedung der Situation leisten".

Porsche wird zehnte Marke von VW

Nach dem Aus für Wiedeking gilt es als sicher, dass VW den  Sportwagenbauer schrittweise übernimmt und Porsche als zehnte Marke  in den VW-Konzern eingliedert wird. Porsche hat sich mit der Übernahme von knapp 51 Prozent von VW verhoben und gut zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft.

Kapitalerhöhung und Katar-Einstieg bei Porsche

Die Milliardenschulden von Porsche sollen durch eine  Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro sowie den  Einstieg des Golfemirates Katar abgebaut werden, teilte das Kontrollgremium in Weissach bei Stuttgart mit. In dem beispiellosen  Machtkampf mit VW macht Porsche damit den Weg zur Bildung eines  Konzerns mit Volkswagen frei.

Der Aufsichtsrat beauftragte den Vorstand, die Verhandlungen mit  Katar zum Abschluss zu bringen. Ziel sei es, die Voraussetzungen für die Bildung eines integrierten Automobilkonzerns aus der Porsche SE und der Volkswagen AG zu schaffen, erklärte der Aufsichtsrat nach dem einstimmigen Beschluss.

Piech setzt sich durch

Das zwölfköpfige Kontrollgremium von Porsche war am frühen  Mittwochabend überraschend im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach zusammengekommen, um die Weichen für die Zukunft des Autobauers zu stellen. Ursprünglich war die Sitzung für Donnerstag geplant. Einzelheiten zu dem Rettungskonzept gab es zunächst nicht. Am Donnerstagmittag sollte der Aufsichtsrat von VW in Stuttgart wie geplant zusammenkommen. Der Porsche-Aufsichtsrat sollte am Donnerstagnachmittag nicht erneut tagen.


Winterkorn wird neuer starker Mann im VW-Konzern

Die Familien Porsche und Piëch hatten sich nach früheren Angaben  aus Konzernkreisen grundsätzlich darauf geeinigt, dass VW Porsche schrittweise komplett übernimmt und der Sportwagenbauer als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern integriert wird. Damit hätte sich  VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch mit seinem Plan durchgesetzt.

In den vergangenen Tagen war schon wiederholt über das Ende von Wiedeking an der Spitze des Sportwagenbauers spekuliert worden, da für den Manager in dem neuen VW/Porsche-Konzern kein Platz mehr ist. Wiedeking steht seit 1993 an der Porsche-Spitze. Der neue starke Mann im VW/Porsche-Konzern soll VW-Vorstandschef Martin Winterkorn werden.

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