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Porsche und Piëch gegen VW-Übernahme

Foto: dpa

Die Porsche-Eigentümerfamilie ist einem Magazinbericht zufolge gegen eine Komplettübernahme von VW. Dies habe VW-Chefkontrolleur und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch vor anderen Aufsichtsräten des Wolfsburger Autobauers bekräftigt, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus".

22.11.2006

Demnach hätten sich die Familien Porsche und Piëch, die das Sagen beim Sportwagenbauer haben, gegen eine Übernahme des Wolfsburger Konzerns ausgesprochen, wobei offenbar die finanziellen Risiken entscheidend seien. Sämtliche Stimmrechte bei Porsche liegen beim Familienclan Porsche/Piëch. VW-Großaktionär Porsche hatte erst vergangene Woche bekräftigt, der VW-Anteil werde auf 29,9 Prozent aufgestockt, aber nicht darüber. Ab 30 Prozent müsste den anderen Anteilseignern ein Übernahmeangebot unterbreitet werden. Allerdings hat sich Porsche mit der Möglichkeit, über eine Kapitalerhöhung fast acht Milliarden Euro in die Kassen zu bekommen, einen gehörigen finanziellen Spielraum geschaffen.

Fällt das VW-Gesetz, will Porsche gewappnet sein

Nach Auffassung von Branchenkennern wappnet sich Porsche für alle Eventualitäten, so auch gegen möglicherweise unerwünschte VW-Anteilskäufe von Investoren, wenn die EU-Kommission ihr Ziel erreicht, das VW-Gesetz zu Fall zu bringen. Nach dem VW-Gesetz kann kein Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben, unabhängig davon, wie viele Anteile er am Unternehmen hält. Davon profitiert das Land Niedersachsen als VW-Großaktionär.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff ist unterdessen auf Konfrontationskurs mit Chefkontrolleur Piëch. Wullf sprach sich gegen eine Verlängerung der Amtszeit von Piëch (69) als VW- Aufsichtsratschef über das Jahr 2007 hinaus aus. Wulff machte zugleich deutlich, dass er Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nicht für einen geeigneten Nachfolger hält. "Die Großaktionäre wie das Land Niedersachsen und Porsche sollten nach meiner Meinung den Aufsichtsratsvorsitz nicht anstreben", sagte Wulff der "Bild am Sonntag". Zugleich forderte er ein Ende der Führungsdiskussion bei VW. "Mit Machtspielchen muss endlich Schluss sein. Sie sind den Beschäftigten nicht länger zuzumuten." Die vorzeitige Ablösung von VW-Chef Bernd Pischetsrieder soll auch von Piëch betrieben worden sein.

Wulff: "Das operative Geschäft obliegt allein dem Vorstand."

"Herr Piëch hat anfangs großen Wert darauf gelegt, dass er Porsche nicht zugerechnet wird. Heute dürfte das noch schwerer vermittelbar sein", sagte der CDU-Politiker in Anspielung auf die Tatsache, dass Porsche mittlerweile größter VW-Aktionär ist und seine Anteile an Volkswagen von derzeit 27,4 Prozent auf bis zu 29,9 Prozent erhöhen will. Nach Angaben des Automobil-Experten Ferdinand Dudenhöffer in der "Nordwest-Zeitung" haben Porsche/Piëch ihre Porsche-Stimmrechte für VW bei Salzburger Adressen - der Ferdinand Forsche Stiftung und der Ferdinand Porsche Holding - gebündelt. Piëch ist in Wien geboren und hat seinen Wohnsitz in Salzburg. Dudenhöffer erwartet, dass es doch irgendwann zu einem Porsche-Übernahmeangebot für VW kommt, womit VW zu einem "österreichischen Familienunternehmen" würde.

Die Amtsperiode von Piëch als Aufsichtsratschef bei VW endet mit der Hauptversammlung im Mai 2007. Wulff sprach sich gegen eine Einflussnahme des Aufsichtsratschefs auf die Geschäftspolitik von VW aus: "Das operative Geschäft obliegt allein dem Vorstand. Auch darauf muss der Aufsichtsrat achten." Wulff ergänzte: "Entscheidend ist, welchen Weg Volkswagen in den nächsten Jahren nimmt. Ich bin zuversichtlich, dass Martin Winterkorn den Kurs von Bernd Pischetsrieder fortführt." Audi-Chef Winterkorn war am Freitag zum neuen Vorstandsvorsitzenden von VW ab Anfang 2007 berufen worden. Er löst Pischetsrieder von seinem Chefposten ab. Dabei waren Spekulationen aufgekommen, dass auch VW-Markenchef Wolfgang Bernhard seinen Posten verlassen könnte.

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