Porsche: VW-Beteiligung kostet 3,5 Milliarden Euro

Porsche will trotz der milliardenschweren Kosten für den Einstieg beim Volkswagen-Konzern und die Entwicklung der vierten Baureihe auch künftig als profitabelster Autohersteller der Welt glänzen.

"Die Synergien, die wir aus der Partnerschaft mit VW erwarten, werden uns auf diesem Weg sicher nicht kurzfristig, aber doch auf längere Sicht entscheidend voranbringen", sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Mittwoch (7.12.) auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Alles in allem strebe Porsche mittelfristig für sein Investment an Volkswagen einen zusätzlichen jährlichen Nutzen mindestens im dreistelligen Millionenbereich an.

Für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (bis Ende Juli) zeigte er sich angesichts der fortgesetzten Modelloffensive zuversichtlich. Allerdings werden hohe Entwicklungskosten für die vierte Baureihe Panamera den Gewinn belasten. Eine konkrete Ergebnisprognose wollte der Vorstand nicht abgeben. Finanzvorstand Holger Härter versprach erneut eine "sehr gute" Entwicklung. Es sei aber klar, dass nach elf Jahren Gewinnanstieg in Folge die "Luft dünner wird". Im Vorjahr hatte der Konzern bei Ertrag, Umsatz und Absatz erneut Bestmarken erreicht. Analysten kritisierten den vagen Ausblick. Die Porsche-Aktie büßte am Mittwoch rund vier Prozent auf 628,41 Euro ein.

Porsche besitzt Option für weitere 3,4 Prozent

Die Beteiligung an VW wird Porsche etwa 3,5 Milliarden Euro kosten. Das Investment für einen Anteil von rund 22 Prozent werde insgesamt in dieser Größenordnung liegen, sagte Härter. Der Autobauer hatte bislang offiziell mitgeteilt, 18,5 Prozent der VW-Stammaktien erworben zu haben. Dieses Paket kostete etwa drei Milliarden Euro. Zudem besitzen die Stuttgarter die Option für den Kauf von weiteren 3,4 Prozent, die Unternehmenskreisen zufolge gezogen wird. Dies erhöht die Gesamtinvestition auf 3,5 Milliarden Euro.

Wiedeking ließ keinen Zweifel daran, dass Porsche mit seinem Einstieg bei Volkswagen seine Eigenständigkeit gesichert habe. Die zu erwartende Aufhebung des VW-Gesetzes, hätte leicht zu einer feindlichen Übernahme von Volkswagen führen können. Dies hätte die langfristige Fortführung der Kooperation gefährden können. "Ohne Beteiligung wäre das Risiko für uns existenziell gewesen." Ob Porsche bei einem Ausstieg des Landes Niedersachsen die Beteiligung über 22 Prozent hinaus aufstocken würde, könne er zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen.

Panamera und Cayenne Hybrid belasten

In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres hat Porsche Umsatz und Absatz erneut gesteigert. Zwischen August und Ende November stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Der Absatz kletterte um 8,5 Prozent auf 25.635 Fahrzeuge. Abgesehen vom Geländewagen Cayenne verbuchte Porsche bei allen Modellen steigende Verkaufszahlen. Der 911-Absatz stieg um 11,4 Prozent auf 9.439 Fahrzeuge. Beim Boxster einschließlich der ersten Einheiten des Cayman S kletterte der Absatz um 179,4 Prozent auf 4.998 Fahrzeuge. Auf den Carrera GT entfielen 224 Einheiten nach 195 Fahrzeugen im Vorjahr. Beim Geländewagen Cayenne sank der Absatz deutlich um 16,7 Prozent auf 10.974 Fahrzeuge.

"Bei der Profitabilität haben wir inzwischen ein Niveau erreicht, das weit über dem aller anderen Automobilhersteller weltweit liegt", sagte Wiedeking. Allerdings wird die Gewinnsituation derzeit durch die hohen Entwicklungskosten für die vierte Baureihe Panamera und den Hybrid-Antrieb für den Geländewagen Cayenne belastet. Für das Sportcoupé Panamera, das 2009 als Herausforderer für BMW und Mercedes auf den Markt kommt, hat Porsche bislang Kosten von gut einer Milliarde Euro veranschlagt. Diese könnten aber geringer ausfallen, da nach Informationen aus Unternehmenskreisen VW als Partner in das Projekt eingebunden werden soll. Fertigung und Lackierung der Karosserie könnten im Wolfsburger VW-Werk ausgeführt werden, die Endmontage des Autos dann im Porsche-Werk Leipzig erfolgen.

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dpa

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