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Porsche-VW-Deal

Übernahme könnte am Fiskus scheitern

Foto: dpa 71 Bilder

Die Übernahme von Porsche durch Volkswagen könnte laut einem Zeitungsbericht noch an den Finanzbehörden scheitern. Bei dem Geschäft drohen mögliche Steuerzahlungen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

20.07.2009

Es werde zwar nach Wegen gesucht, die Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden. Gelinge dies aber nicht, sei der Deal hinfällig, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreisen von Porsche. Ein entsprechender Vorbehalt sei auch in der Grundlagenvereinbarung enthalten, die am Donnerstag (23.7.) von den Aufsichtsräten der beiden Autobauer verabschiedet werden soll.

Mögliche Steuerbelastungen werden geprüft

Nach Angaben aus Porsche-Kreisen bemühe sich VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch um eine Lösung, wie sich eine hohe Belastung durch Ertragsteuern vermeiden lasse, schreibt die SZ. Dazu solle die Gründung neuer Gesellschaften notwendig sein. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück lehnte ein Entgegenkommen der Finanzbehörden in der Zeitung strikt ab. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) dürfe keine Steuergeschenke machen.

Die voraussichtliche Übernahme von Porsche durch VW spaltet indes die CDU. Baden-Württembergs CDU-Generalsekretär Thomas Strobl warf Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) eine feindselige Haltung gegenüber dem Stuttgarter Sportwagenhersteller vor. "Wir sind nicht erfreut, wenn ein Ministerpräsident, der über den Länderfinanzausgleich auch von den Steuerzahlungen unserer Mittelständler profitiert, gegen eben diese Mittelständler Politik
macht", sagte Strobl der "Berliner Zeitung".

Wulff verlangte, bis Donnerstag endgültige Klarheit über die Zukunft von VW und Porsche zu schaffen. Beide Seiten müssten "den Knoten durchschlagen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei einem Scheitern würden beide Konzerne getrennte Wege gehen: "Dann macht jeder sein eigenes Ding." Bei getrennten Sitzungen der Kontrollgremien am Donnerstag in Stuttgart werden die entscheidenden Weichenstellungen für einen integrierten Autokonzern erwartet.

Kritik an möglicher Wiedeking-Abfindung

SPD-Vizefraktionschef Joachim Poß kritisierte die mögliche Abfindung in Millionenhöhe für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, falls dieser im Zuge der Transaktion seinen Hut nehmen muss. "Der Mann hat objektiv versagt und Milliarden in Sand gesetzt", sagte Poß der Zeitung. "Diese Gierlappen sind dabei, die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft zu zerstören." CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer betonte, er erwarte, "dass die Entscheidungsträger die gesellschaftlich möglicherweise explosive Wirkung außer Rand und Band geratener Abfindungen bedenken".

Endgültige Entscheidung könnte erst Ende Juli fallen

Eine Entscheidung über den erwarteten Einstieg von Volkswagen bei Porsche könnte sich bis Ende Juli hinziehen. Wie die dpa am Montag aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll das Thema auf der Porsche-Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag nicht abschließend verhandelt werden. Eine Entscheidung könnte dann aber auf einer weiteren Sitzung des Kontrollgremiums Ende Juli fallen. Volkswagen und Porsche treffen sich zu getrennten Sitzungen in Stuttgart und Weissach.

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