Porsche/VW-Konflikt: Die Chefs sollen ran

Im Mitbestimmungs-Streit zwischen VW und Porsche soll ein Treffen zwischen den Spitzen von Vorstand und Betriebsrat beider Autobauer eine Einigung bringen. Es soll am 10. September in Frankfurt unter Vermittlung von IG Metall-Chef Berthold Huber stattfinden.

Der VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh und er hätten das Gespräch eingefädelt, bestätigte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück einen entsprechenden Bericht des "Focus". Ob es allerdings ein "Friedensgipfel" werde, sei noch nicht klar. VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh ließ überdies noch offen, ob die VW-Arbeitnehmervertreter tatsächlich teilnehmen werden und forderte Porsche erneut zum Einlenken auf.

Mit von der Partie sollen neben VW-Chef Martin Winterkorn und seinem Personalvorstand Horst Neumann auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Porsche-Finanzvorstand Holger Härter sein. "Kompromiss heißt, dass wir alle mit einbeziehen", sagte Hück.

In der umstrittenen Vereinbarung der Porsche Holding ist geregelt, dass die 12.000 Beschäftigten des Sportwagenbauers in wichtigen Fragen die gleichen Rechte haben wie die rund 360.000 VW-Mitarbeiter. Porsche will im Herbst die Mehrheit bei VW übernehmen. Dann sollen in der Porsche Holding das operative Geschäft des Sportwagenbauers und die Tochter Volkswagen geführt werden.

Porsche verspricht sich nach Betriebsratsangaben von dem Spitzengespräch einen Durchbruch bei den monatelangen Verhandlungen um die Mitbestimmungs-Vereinbarung. Ein Sprecher der Geschäftsleitung von Porsche wollte auf Anfrage keine Stellung zu dem Thema nehmen.

"Es ist ja fast schon pathologisch, dass Brandstifter den eigens gelegten Brand auch löschen wollen", sagte Osterloh in Hannover zur Haltung Porsches. "Porsche blockiert eine Einigung seit zwölf Monaten. Wenn Herr Wiedeking seine Blockadepolitik nicht aufgibt, gibt es auch keine Gespräche mehr."

Die Arbeitnehmervertreter von Europas größtem Automobilhersteller hätten dem Porsche-Vorstand vergangenen Mittwoch klare Bedingungen für weitere Gespräche gestellt. Unter anderem müsse Porsche Änderungen bei den "völlig undemokratischen Kündigungsbedingungen" der Mitbestimmungs- Vereinbarung und der Laufzeit des Vertrages vornehmen. "Diese Position teilt auch mein Kollege Berthold Huber uneingeschränkt", sagte Osterloh. Porsche seien die Kritikpunkte seit über einem Jahr bekannt.

"Wenn Porsche sich nicht bewegt und zusagt, dass es Änderungen in diesen Punkten gibt, dann wird es keine Friedensgipfel geben", sagte Osterloh. "Wir drehen uns wegen der starren Haltung des Porsche-Vorstands seit zwölf Monaten im Kreis. Wir konzentrieren uns jetzt erstmal auf den Rechtsweg und den Erhalt unseres VW-Gesetzes."

Karrieresprung für Winterkorn

Nach weiteren "Focus"-Informationen steht VW-Chef Winterkorn vor einem Karrieresprung. Nach der für den Herbst erwarteten Mehrheitsübernahme durch Porsche solle Winterkorn zusätzlich einen Posten im Vorstand der Porsche Automobil Holding SE erhalten. "Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren", sagte ein VW-Sprecher.

Bislang sitzen im Vorstand der Aktiengesellschaft nach europäischem Recht lediglich Wiedeking und sein Finanzexperte Härter. Für VW-Vertreter war bisher kein Platz. Dem Bericht zufolge haben die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch der Personalie Winterkorn bereits zugestimmt. Ferdinand Piëch ist Aufsichtsratsvorsitzender von VW.


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dpa

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VW-BR: Wenig Chancen auf gütliche Einigung mit Porsche

Der VW-Betriebsrat sieht aktuell wenig Chancen, sich mit Porsche im Mitbestimmungsstreit gütlich zu einigen. "Wir drehen uns im Kreis. Ich gehe zur Zeit davon aus, dass wir vor Gericht schneller als am Verhandlungstisch vorankommen", sagte der stellvertretende VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Wehlauer am Donnerstag (14.8.) in Wolfsburg.


Porsche/VW-Streit: Fronten weiter verhärtet

Die Fronten im Mitbestimmungsstreit zwischen den Betriebsräten von Porsche und VW bleiben verhärtet. Knackpunkt in der Auseinandersetzung seien die Rechte der Belegschaften der beiden Autobauer im Fall der Kündigung der Mitbestimmungsvereinbarung in einem künftigen Porsche/VW-Konzern, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (13.8.).


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