Porsche/VW: Mitbestimmungs-Prozess verschoben

Der monatelangen Streit um Mitbestimmung zwischen den Betriebsräten von VW und dem VW-Großaktionär Porsche verschärft sich. Der Prozess vor dem Arbeitsgericht Stuttgart wurde vom 13. Februar auf den 29. April verschoben.

Ein Gerichtssprecher sagte am Mittwoch (6.2.) zur Begründung, es habe einen Antrag gegeben, dass der Konzernbetriebsrat der Porsche Holding SE noch gehört werden soll. Der Stuttgarter Sportwagenbauer reagierte mit scharfer Kritik auf die Verfügung des Gerichts: Der Antrag sei ein taktisches Vorgehen der Anwälte des VW-Konzernbetriebsrates, um eine schnelle Einigung zu verzögern.

Eine Gerichtsverhandlung möglichst vermeiden

Der VW-Betriebsrat hatte seinen Großaktionär verklagt, weil sich die Wolfsburger Arbeitnehmervertreter bei der Mitbestimmungsregelung der neu gegründeten Porsche-Holding unfair behandelt fühlen. Nach Gesprächen zwischen den Spitzen der beiden Autobauer schien zuletzt eine einvernehmliche außergerichtliche Lösung kurz vor dem Prozess zum Greifen nahe. Nach Medienberichten wollte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh die Klage kurzfristig zurückziehen, falls Porsche Zugeständnisse macht. Auch aus Porsche-Kreise war deutlich gemacht worden, dass der Sportwagenbauer eine Gerichtsverhandlung möglichst vermeiden wolle. Der neue Gerichtstermin liegt nun fünf Tage nach der VW-Hauptversammlung am 24. April.

Offensichtlich befürchte der VW-Betriebsrat nun, dass seine Chancen bei der Klage nicht sehr hoch sind, sagte ein Porsche-Sprecher. Der Sportwagenbauer sei dagegen weiter an einer zügigen Beendigung des Rechtsstreites interessiert. Es sei den Arbeitnehmern des Stuttgarter Autobauers nicht zuzumuten, unnötig lange mit der öffentlichen Behauptung zu leben, die mitbestimmungsrechtlichen Regelungen der Porsche Automobil Holding SE führten zu Benachteiligungen der Belegschaft des VW-Konzerns. Eine Veränderung der verabschiedeten Mitbestimmungsvereinbarung stehe nicht zur Disposition.

Erbittert geführten Streit um Mitbestimmungsvereinbarung

Im Kern geht es bei dem erbittert geführten Streit darum, dass die Mitbestimmungsvereinbarung aus Sicht des VW-Betriebsrats zu Lasten der VW-Belegschaft geht. Falls Porsche seinen 31-Prozent-Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent ausbaut, wäre VW Teil des Porsche-Konzerns. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatten vereinbart, dass nach einer VW-Übernahme im Aufsichtsgremium der Holding je drei Porsche- und drei VW-Arbeitnehmervertreter sitzen. Dabei beschäftigt VW viel mehr Mitarbeiter als Porsche.

Der Betriebsratsvorsitzende der Holding ist Uwe Hück. Insgesamt gehören dem Holding-Betriebsrat 20 Mitglieder an, von denen 15 die Porsche AG und deren deutsche Tochtergesellschaften vertreten. Betriebsräte von VW sind nicht darunter.

Kommentare
Bild vergrößern
dpa

Autor:

Anzeige
Top Artikel
Porsche: Keine Sonderregeln für VW

Der Stutgarter Sportwagenhersteller und VW-Anteilseigner Porsche hat das Bundesjustizministerium aufgefordert, den Entwurf für ein neues VW-Gesetz zurückzuziehen. Nach Auffassung Porsche widersprechen die Pläne des Justizministeriums dem EuGH-Urteil zum VW-Gesetz.


Porsche HV: Wiedeking teilt aus

Auf der Porsche-Hauptversammlung in Stuttgart zeigt sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kämpferisch und setzt klare Signale Richtung VW-Betriebsrat und die EU.


Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 5/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 05/2012
Sportauto
Sportwagen Messe Genf 2012: Die sportlichen Messe-Hingucker

Bereits jetzt zeigen wir die sportlichen Highlights des Genfer Autosalons, wo ab März 2012 die Auto-Neuheiten Premiere feiern.

Die sportlichen Messe-Hingucker
Motor Klassik
Opel Diplomat B V8: Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz

Ein schleudernder Mercedes verwandelt Steffen Exners Opel Diplomat in einen Totalschaden. Doch Exner baut ihn wieder auf.

Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz
4WheelFun
Winter-SUV Kaufberatung: Diese Allradler trotzen dem Winter

Wer sich jetzt einen günstigen gebrauchten Geländewagen für Schnee und Eis zulegen will, hat gute Karten - Kaufberatung.

Diese Allradler trotzen dem Winter
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...