Porsche-VW-Streit: Neue Runde

Der Streit zwischen Porsche und dem VW-Betriebsrat um die Mitbestimmung in der geplanten Porsche-Holding geht weiter. "Wir haben sichergestellt, dass es eine paritätische Mitbestimmung bei der Porsche Automobil-Holding gibt und dass für den Fall  der mehrheitlichen Beteiligung an Volkswagen die VW- Arbeitnehmervertreter gleichberechtigt neben den Kollegen von Porsche sitzen".

Das sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dem "Focus". Im Betriebsrat der Holding hätten die VW-Vertreter bei Abstimmungen eindeutig die Mehrheit.

VW-Betriebsratssprecher Gunnar Kilian wies diese Darstellung am Samstag (12.10.) zurück. "Die Mitbestimmungsvereinbarung bei Porsche wurde eindeutig zu Lasten der Belegschaften der weltweiten Standorte des VW-Konzerns gestaltet", sagte er.

Porsche hat derzeit 31 Prozent der VW-Aktien. Es wird darüber spekuliert, dass die Stuttgarter weitere Anteile erwerben könnten - vor allem dann, wenn das VW-Gesetz, das die Stimmrechte der Aktionäre begrenzt, am 23. Oktober vom Europäischen Gerichtshof gekippt werden sollte.

Wiedeking betonte zudem, dass Porsche ohne Wenn und Aber zur Mitbestimmung stehe. Daneben kündigte er an, nicht am VW-Haustarifvertrag rütteln zu wollen: "Ich habe über den Haustarifvertrag bei VW nie öffentlich gesprochen. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich für Vertragstreue stehe." Er wisse aber auch, dass es für den einen oder anderen bei VW noch etwas fremd sei, dass der kleine Porsche beim großen Volkswagen eingestiegen ist.

Die von Wiedeking angesprochene Stimmgewichtung im Betriebsrat der Holding wird laut Kilian "an entscheidenden Stellen einfach außer Kraft gesetzt". Das gelte zum Beispiel, wenn das Vertragswerk gekündigt werden soll. "Wenn die Regelungen für 324.000 Menschen bei Volkswagen schlecht sind, dann haben wir keine Chance den Vertrag zu ändern, wenn die Arbeitnehmervertreter von Porsche nicht zustimmen", erklärte der Sprecher des VW-Betriebsrates.

Am 24. Oktober soll nun das Arbeitsgericht Stuttgart über die vom VW-Konzernbetriebsrat eingereichte Klage entscheiden. Der Betriebsrat habe sich für einen Rechtsstreit entscheiden müssen, weil Porsche nicht gesprächsbereit gewesen sei. "Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht unserer Auffassung folgen wird, dass wir an den Verhandlungen über die Mitbestimmungsvereinbarung hätten beteiligt werden müssen", sagte Kilian.

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dpa

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