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Porsche wieder mit Gewinn

Schwarze Zahlen nach Übernahme-Debakel

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Porsche hat den verlorenen Übernahmekampf mit dem viel größeren VW-Konzern teuer bezahlt und zwei Jahre lang schmerzhafte Verluste eingefahren. Einige Wunden aus dem waghalsige Unterfangen verheilen nun langsam - andere tun noch immer sehr weh.

07.03.2011

Porsche ist nach langer Durststrecke wegen des verlorenen Übernahmekampfs mit VW in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die Dachgesellschaft Porsche SE erzielte im Rumpfgeschäftsjahr 2010 (1. August bis 31. Dezember) einen satten Gewinn von 1,3 Milliarden Euro, teilte der Sportwagenbauer am Montag (7.3.) mit. Damit haben die Stuttgarter zwar eine große Sorge weniger. Der Weg unter das Dach von VW ist aber noch lange nicht geebnet.

Finanzamtszahlung nicht so hoch

In den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren hatten die Schwaben tiefrote Zahlen verbucht. Im Geschäftsjahr 2008/09 waren wegen der gescheiterten VW-Übernahme Belastungen von mehreren Milliarden Euro aufgelaufen - die Porsche SE schrieb unter dem Strich einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro. Zuletzt hatte sich die Lage schon etwas gebessert: Ende Juli 2010 lag das Minus bei 454 Millionen Euro. Die direkten Vergleichszahlen für das Rumpfgeschäftsjahr - die fünf Monate von August bis Dezember 2009 - legte Porsche nicht vor.

Unter dem Dach der Holding sind die Porsche AG und der VW-Anteil der Stuttgarter von 50,76 Prozent gebündelt. Grund für den jüngsten Milliardengewinn ist vor allem die VW-Beteiligung, die alleine 969 Millionen Euro beisteuerte. Positiv schlug außerdem zu Buche, dass Porsche einen für Steuernachzahlungen zurückgelegten Milliardenbetrag nicht komplett an das Finanzamt zahlen musste. Von den zur Seite gelegten 1,35 Milliarden Euro wurden für Steuer- und Zinsnachzahlungen nur 626 Millionen Euro gebraucht.

Kampf mit den Lasten der Vergangenheit

Trotz dieser positiven Entwicklungen kämpft Porsche auf dem Weg unter das Dach von VW noch immer mit schweren Lasten aus der Vergangenheit. Die Stuttgarter sollen als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern integriert werden. Vor allem wegen der sich hinziehenden Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking und seinen früheren Finanzchef Holger Härter ist der Zeitplan für das Zusammengehen noch in diesem Jahr aber in Gefahr.

Den Managern, die im Sommer 2009 gehen mussten, wird im Zuge des gescheiterten VW-Übernahmeversuchs unter anderem Untreue vorgeworfen. In den USA kämpft Porsche zudem mit einer Schadenersatzklage von Investmentfonds in Milliardenhöhe. Solange der Ausgang der juristischen Probleme offen ist, wird es keine Verschmelzung geben - VW will kein unkalkulierbares Risiko eingehen.

Kapitalerhöhung bis Ende Mai

Ein weitere wichtige Voraussetzung ist, dass Porsche seine Schulden in den Griff bekommt. Zuletzt standen die Stuttgarter noch mit gut sechs Milliarden Euro in der Kreide. Eine Kapitalerhöhung soll bis spätestens Ende Mai diesen Wert weiter deutlich drücken.

Nach dem Abgang von Wiedeking und Härter hatte Porsche mehr als elf Milliarden Euro Schulden. Ein erster großer Teil war abgetragen worden, indem VW mit 49,9 Prozent bei der Porsche AG einstieg und dafür fast vier Milliarden Euro bezahlte.

Ungeachtet all dieser Probleme läuft das Geschäft mit Sport- und Geländewagen glänzend. Der Absatz wurde im Rumpfgeschäftsjahr 2010 um 57 Prozent auf 40.446 Wagen hochgefahren. Alle vier Baureihen legten weltweit zu. Porsche-Chef Matthias Müller rechnet damit, dass sich dieser Trend auch im laufenden Geschäftsjahr 2011 fortsetzen wird. Dieses ist bereits - wie bei VW - an das Kalenderjahr angepasst. Die kompletten Zahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 legt Porsche bei der Bilanz-Pressekonferenz am 17. März vor.

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