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Porsche Workshop Teil 3

Hochzeitstag für den Porsche 911 Club Sport

Porsche Workshop Teil 3 Foto: Anna Matuschek 42 Bilder

Die Sonnenstrahlen blitzen durch die großen Scheiben der Porsche Museumswerkstatt und zehn Gast-Schrauber warten aufgeregt auf die Porsche 911 Club Sport Hochzeit. Heute wird das Gemeinschaftsprojekt mit dem 3,2-Liter starken Motor vereint.

09.03.2010 Powered by

"Herzlich Willkommen zum dritten Workshop im rollenden Museum", begrüßt Werkstattleiter Kuno Werner die Teilnehmer des dritten Seminars. Pünktlich um 16:00 Uhr formiert sich die zehn Mann starke Truppe zur Vorstellungsrunde. Mittlerweile kennt man sich, schließlich haben die meisten Teilnehmer eine Flat-Rate für alle vier Workshops gebucht. 

Unser Porsche 911 Club Sport hat sich in Schale geworfen

Nachdem im ersten Kurs der Porsche 911 Club Sport enthüllt und ordentlich begutachtet wurde, ging es im zweiten Lehrgang mit dem Zerlegen und der Fehlersuche am Motor weiter. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Nach Entfernen der Wachsschicht und einer gründlichen Lackaufbereitung strahlt er wie frisch lackiert. An einigen Stellen musste die Farbe per Beilackierung ausgebessert werden, unerwartete Überraschungen blieben aber aus. Damit das auch beim Einsatz auf der Straße so bleibt, bekam "unser" 911 neue Streuscheiben und frische Wischerarme mit Gummis, die sich beim Betrieb nicht in Brösel auflösen.

Lediglich die Verschleißteile sind brandneu

Fast noch wichtiger ist aber die überarbeitete Bremsanlage, denn nicht nur die Beläge gehören zu den Verschleißteilen. Kuno zeigt den Teilnehmern die Reste der über 20 Jahre alten Schläuche und das ehemalige Ausgleichsbehältnis. "Hier sammelt sich auch Dreck, das vergessen die meisten", erklärt er der aufmerksamen Teilnehmerschaft. Sollte dem Privatschrauber in der heimischen Garage übrigens ein Neuteil fehlen, empfiehlt sich die Reinigung mit Wasser. Wichtig: Im Anschluss muss das Gefäß absolut trocken sein. Weiter geht es mit der Bremsanlage: Kuno Werner und das Porsche Museums-Team hat sie von der Pike an überarbeitet - dabei wurden übrigens nur Verschleißteile aus dem Neuteil-Regal gegriffen, die unumgänglich neu sein mussten.

Dazu gehören unter anderem Scheiben, Beläge und Schläuche. Die Bremssättel hingegen hat die Werkstatt überholt. "Machen Sie das zu Hause bitte nicht nach", warnt Kuno die Kursteilnehmer und mahnt gleichzeitig zur aufmerksamen Wartung der Bremsanlage. "Wenn ein Auto mal stehen bleibt, ist das schon schade, aber wenn es nicht mehr bremst, dann ist es richtig schlimm." Seine Empfehlung: Bremsschläuche sollten alle sechs, Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre getauscht werden. Nachdem sich alle Teilnehmer vom ordentlichen Zustand der Anlage überzeugt haben, folgt der Fahrwerksgeometrie-Teil.

Porsche-Fahrwerk in Theorie und Praxis

Kuno Werner projiziert die Präsentation beim dritten Workshop erstmalig gleich neben unserem Restaurierungs-Projekt an die glatte, weiße Wand. "Damit wir nicht immer so weit vom Auto weg sind". Gute Idee, denn der Aufbau des Porsche-Fahrwerkes ist zwar nicht allzu sehr schwer begreifbar, doch im Ganzen eine umfangreiche Erklärung wert. Bei unserem 911 wurden reparaturbedürftige Komponenten wie Spurstangen, Kugelgelenke und Buchsen bereits erneuert. Es geht also eher um "was könnte passieren, wenn", als die Fehler-Suche am defekten Fahrwerk selbst. Dabei wird viel Basiswissen vermitteln und die Teilnehmer stellen eifrig Fragen. Besonders beliebt sind Themen zu Tieferlegung und dem Einbau von Sportfahrwerken.

Obwohl ein Porsche dank Drehstabfedern ohne Probleme tiefer Richtung Boden geschraubt werden kann, rät Werner von der Tuningmaßname ab: "Jedes Auto hat seine eigenen Einstellungsdaten - die Ingenieure haben sich schließlich ihr Gedanken gemacht". Von einer zu heftigen Modifizierung rät er gänzlich ab. Damit der Porsche nach der Fertigstellung nicht nur hübsch aussieht, sondern auch den Erwartungen entsprechend fährt, bekommt er eine ordentlich Achsvermessung. Zudem werden die Radlasten einzeln geprüft. Bei einem Turbo darf der Unterschied pro Achse zehn Kilogramm, an einem "normalen" Porsche bis zu 20 Kilogramm betragen. Verläuft die anschließende Achsvermessung erfolgreich, wird der Pilot das ideale Fahrgefühl erleben.

Porsche und Sechszylinder-Boxer geben sich das "Ja"-Wort

Doch zum Fahren fehlt mitunter noch das wichtigste: der Sechszylinder-Boxer - 231 PS geschöpft aus 3,2-Litern Hubraum. Und heute wird es soweit sein: Die Hochzeit steht auf dem Programm - also das Vereinen von Motor, Getriebe und Karosse und damit einer der schönsten Momente für einen Restaurator. Wer schon einmal ein Fahrzeug komplett aufgebaut hat, kennt das gute Gefühl, wenn die frischen Teile zusammengeführt werden und das Endergebnis kurz bevorsteht. Dementsprechend groß ist die Aufregung der Workshop-Teilnehmer als Kuno Werner den "Höhepunkt des Abends" ankündigt. Sauber thront der Sechszylinder auf dem Montagewagen. Das "Spezialwerkzeug" für den Einbau besteht aus einem höhenverstellbaren Tisch, ansonsten braucht es vier Schrauben. Das ist alles.

Die Öffnungen des Motors sind mit Klebefolie verdeckt. Zum einen um das ungewollte Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern, zum anderen um es bei der Montage etwas einfacher zu haben. "Wir bei Porsche markieren auch alle Schrauben, die bereits mit dem richtigen Drehmoment angezogen wurden mit einem roten Punkt", erklärt der Werkstattleiter und gibt damit wieder einen guten Tipp für Arbeiten am eigenen Fahrzeug. Nun geht es endlich los. Voller Körpereinsatz der zehn Mann. Es wird geschoben, rangiert, gezielt. Kuno Werner übernimmt mit seinem geschulten Augenmaß die genaue Positionierung: "Runter, hoch, vor, zurück und noch ein Stückchen nach links". Nach einigem Hin-und Herrücken sitzt das komplette Antriebsaggregat sauber im Motorraum. Nach dem Ansetzen der vier Schrauben und etwa 15 Minuten später ist der Einbau abgeschlossen.

Nach der Hochzeit herrscht Stille

Die wirkliche Arbeit kommt jetzt eigentlich erst: das Anschließen der Leitung und Schläuche mit dem erhofften Ergebnis, dass uns sechs Zylinder im gleichmäßigen Motorgrollen erfreuen. Doch diese Symphonie bleibt uns leider vorenthalten. Die Zeiger der Wanduhr haben die Sechs-Uhr-Marke schon überschritten und der zweistündige Workshop neigt sich dem Ende zu. Kuno Werner verteilt die Teilnehmer-Urkunden und verabschiedet seine Gäste. Und dann kommen sie, heimlich still und leise: die Heinzelmännchen, die den Porsche 911 bis zum nächsten Workshop komplettieren werden. Schade, dass es solch fleißige Handwerker in der heimischen Werkstatt nicht auch gibt.

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