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Mister Mini

Mini Mania-Chef Andreas Hohl im Portrait

Portrait Mini Mania Andreas Hohls Foto: Dino Eisele

Sir Alec Issigonis, Rauno Aaltonen und John Cooper heißen die Mini-Helden der Vergangenheit. Heute hat sich dem legendären britischen Kleinwagen kaum jemand so sehr verschrieben wie Andreas Hohls. Seit über 20 Jahren kultiviert er mit dem Unternehmen Mini Mania die Mini-Begeisterung.

28.05.2009 Ulrich Bethscheider-Kieser Powered by

Max ist angeblich der Juniorchef. Er bevorzugt einen erhabenen Platz in luftiger Höhe, um stets den Überblick zu behalten. Diesen Aufstieg hat er sich als Findelkind aus dem Tierheim verdient. Und deshalb gönnt Andreas Hohls dem rot-weißen Kater den Platz auf der Schulter - ob jetzt gerade Besuch da ist oder nicht.
Dabei sind Tiere nicht gerade die vordergründige Passion des groß gewachsenen Bartträgers. Seit Jahrzehnten hat sich Hohls dem klassischen Mini verschrieben. Für ihn ist der britische Kleinwagen eine durchaus logische Entwicklung der Lebensgeschichte.

Der Mini - "Das einzige Motorrad mit vier Rädern"


Seine Jugend hatte der Niedersachse ausnahmslos auf motorisierten Zweirädern verbracht. Mit Beginn des Studiums musste aber ein wettersicheres Fahrzeug her. "Das einzige Motorrad mit vier Rädern war der Mini", erinnert er sich. Mit einem blau-weißen Mini 1000 begann die persönliche Mini-Manie, und wie viele Minis in über drei Jahrzehnten durch Hohls’ Hände gegangen sind, lässt sich heute wohl kaum noch nachvollziehen.

Aus der Passion wurde ein Beruf - wenn auch nicht von langer Hand geplant. Hohls studierte Sport und Geografie, um Lehrer zu werden - hatte allerdings das Pech, punktgenau zu jenen Zeiten sein Studium mit Bestnote abzuschließen, als nirgendwo im Land junge Lehrer eingestellt wurden. Eine Zukunft an einer Schule geriet zur Illusion - der Mini dagegen blieb Realität.

Hohls beschaffte ab 1977 zum Eigennutz und für andere Mini-Fahrer Ersatzteile und gründete 1980 das Mini-Register von Deutschland. "1986 hatte der Umfang der Teilebeschaffung auch für andere Clubs einen so großen Rahmen angenommen, dass mir der Zoll nicht mehr glauben wollte, die 30 Auspuffanlagen seien Eigenbedarf", erinnert sich Hohls. Er machte das Hobby zum Beruf.

Heute sind bei Mini Mania im kleinen Örtchen Neuenkruge bei Oldenburg neben Hohls acht Teilzeitkräfte engagiert (Kater Max nicht mitgezählt). Hohls konzentriert sich auf den Teilehandel und sieht sich selbst als Vermittler und Architekt in der Mini-Szene. "Meine Aufgabe ist es, Spezialisten zu finden und je nach Bedarf zusammenzuführen."

Das gibt’s auch: Ein Boxer im Mini


Perfektioniert wird dies im Motorsport, den Hohls seit 1991 aktiv als Fahrer betreibt. Schon der erste Einsatz beim Oldtimer-Grand Prix auf dem Nürburgring bescherte ihm einen zweiten Platz im Gesamtklassement. In einem 1275 Cooper S MK I mit der Startnummer 21, dessen Farbe er liebevoll "Eifelnebelgrau" nennt, bestreitet Hohls seither kontinuierlich die Rennen der HTWT und HTGT - durchaus mit Erfolg: Sowohl 2004 als auch 2008 beendete er die Saison als Gesamtsieger. Sein Engagement beschränkt sich indes nicht nur auf die schnelle Arbeit im feuerfesten Overall. Für die historische Rennserie verfasst Hohls die offiziellen Rennberichte.

Gleichwohl dreht sich nicht alles im Leben von Andreas Hohls um den Mini. Dem Studiums-Schwerpunkt Sport ist er bis heute treu geblieben. 24 Jahre lang war er aktiver Kampfsportler, stand im Boxring und rang auf der Matte nicht selten Gegner nieder, die erheblich jünger waren. Erst mit 47 Jahren hielt Hohls es für angebracht, die Boxhandschuhe an den berühmten Nagel zu hängen.

Was nicht heißen sollte, dass der Sport abgeschrieben war. Mehrmals pro Woche rackert sich der 55-Jährige heute im Fitnessstudio ab und trainiert Muskeln und Ausdauer. Das ist für ihn eine entscheidende Voraussetzung, um im historischen Motorsport erfolgreich zu sein. Man könne schließlich nicht vom Motorenbauer die letzten PS aus einem Rennmotor herauskitzeln lassen, wenn man selbst über dem Gürtel überflüssige Kilos mit sich herumschleppen müsse, unterstreicht er sein klares Bekenntnis zur Fitness. Für den Ausgleich vom Mini- Alltag sorgt auch eine Yamaha XT 500, mit der die Motorradzeiten von einst stilsicher wieder aufleben.

Nur ein Porsche GT3 kann sich mit dem Mini messen

Ein anderes Auto als der Mini kam für Hohls nie in Frage. "Man trägt den Mini wie ein Kleidungsstück", sagt der 1,91 Meter große Hohls. Ein für ihn vergleichbares Fahrverhalten, beteuert Hohls, habe er lediglich einmal in einem Porsche 911 GT3 erlebt - und bringt damit eine stille Begeisterung für den Sportwagen aus Zuffenhausen zum Ausdruck. Den Erfolg des neuen, von BMW entwickelten Mini betrachtet Hohls entspannt. "Der alte und der neue Typ sind unabhängig voneinander zu betrachten", sagt der Mini-Mania-Mann. "BMW profitiert heute von den Meriten, die der Mini in 40 Jahren eingefahren hat."

Derzeit gehören acht klassische Minis zum persönlichen Fuhrpark von Hohls. Zwei davon sind für Motorsporteinsätze vorbereitet, ein Moke lädt dagegen zum gnadenlosen Offenfahren ein. Hohls’ persönliches Lieblingsmodell aus der Mini-Historie ist allerdings der Van. Der geräumigere Kombi bietet seiner Meinung nach wegen des längeren Radstands eine bessere Straßenlage und ist obendrein auch noch praktischer.

Als Mini Mania vor einigen Jahren mit Sack und Pack umzog, musste ein Mini Van als Lastesel herhalten - inklusive der Herausforderung, einen tonnenschweren Anhänger ziehen zu müssen. Kater Max dürfte bei dem Umzug mit die leichteste Fracht gewesen sein.

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