Power-Limousinen: Gegner für den neuen BMW M5

BMW M7

Auf der kommenden IAA im September will BMW die Serienversion des neuen M5 vorstellen. Bis jetzt hat der Hersteller nur ein paar grobe Eckdaten verkündet. Der V10 weicht einem kleineren V8. Aus dem Sauger wird ein Biturbo.

Klar scheint, dass sein Motor ein ganzes Stück stärker wird als beim Vorgänger. Der aktuell stärkste Serien-M-Motor leistet 555 PS. Mindestens so viel sollte also drin sein. Mit solchen PS-Zahlen wäre der BMW M5 auch wieder vorn dabei im Rennen um die brachialste Limousine. Denn die Konkurrenz hat ebenfalls einiges zu bieten. 

Mercedes E63 AMG

Etabliert hat sich mittlerweile der E63 AMG. Er hat ab sofort einen 5,5 Liter großen Bi-Turbo unter der Haube, was er mit einem glänzenden Schriftzug an der Flanke auch deutlich zur Schau stellt. Der V8 leistet so mit dem AMG Performance Package 557 PS und stemmt 800 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Mit dem Spezial-Sport-Paket für 8.307 Euro steigt die Höchstgeschwindigkeit von elektronischen 250 auf 300 km/h. Mit einer Beschleunigung von 4,3 Sekunden auf 100 schlägt er auch den neuen M5. Der neue 5er soll den Standardsprint in 4,4 Sekunden schaffen. Was den E63 vor allem auszeichnet ist die Gewalt, mit der die Pferdestärken aufbegehren. Der sonst so biedere E scheint mit dem V8 etwas auf Krawall gebürstet zu sein. 

Maße, Gewichte, Preise

Beim Gewicht ist der E63 bis jetzt der leichteste der drei großen deutschen Sportlimousinen. Mit unverändert 1.840 Kilogramm dürfte er gut 100 Kilogramm weniger wiegen als die Neuausgaben von M5 und RS6. Der vergleichbare Serien-5er wiegt rund 1,9 Tonnen. Der letzte RS6 hat rund zwei Tonnen auf die Waage gebracht.

Nimmt man die selben Kenngrößen auch bei den Längen zur Hand, fällt wieder der Mercedes als der Zierlichste auf. Allerdings bewegen sich alle drei im Bereich um 4,90 Meter. 

Das Preiskapitel verspricht, spannend zu werden. Der letzte BMW M5 war mit 94.700 Euro deutlich günstiger als die Konkurrenz. Es stellt sich also die Frage, ob BMW hier etwas anzieht und sich zumindest an die 100.000er Grenze annähert. Der Mercedes E63 kostet in Serienausstattung 105.791 Euro, also gut 11.000 Euro mehr als der alte M5. Der letzte RS6 war noch ein Stück teurer: 108.400 Euro und liegt damit preislich fast exakt auf dem Niveau des E63 AMG Kombis. 

Audi RS6

Die Konkurrenz aus Ingolstadt lässt noch ein wenig auf sich warten. Sicher ist, dass ein neuer Audi RS6 geplant ist. Der letzte RS6 ist seit 2010 eingestellt. Aus dem Fünfliter-Biturbo-V10 haben die Quattro-Ingenieure 580 PS und 650 Nm geholt.  

Mit welchen Finessen der Nachfolger aufwartet, ist bisher reine Spekulation. Vermutlich wird auch Audi auf den V10 verzichten und stattdessen einen zwangsbeatmeten V8 unter die Haube packen. Rund 550 PS gelten als wahrscheinlich. Sollte sich die V8-Theorie allerdings so bewahrheiten, dürfte der M5 leistungsmäßig vorn liegen. Die Frage ist auch, ob Audi den dann schwächeren RS6 auch billiger oder zumindest gleich teuer wie den Vorgänger anbieten wird.

Jaguar XF

In einer ähnlichen Preis- und Leistungsklasse wildert auch der Jaguar XF. Das Top-Modell hat 510 Kompressor-PS und 625 Nm. Der XF benötigt 4,9 Sekunden für den Standardsprint, obwohl er in dieser Klasse beinahe ein Leichtgewicht ist. Nur knapp 1,9 Tonnen bringt der Brite auf die Waage. Allerdings hat der XF nicht den Anspruch extrem sportlich zu sein. Das adaptive Fahrwerk im Topmodell soll eher den Komfort steigern, als das Fahrverhalten zu schärfen. Deshalb ist das Setup auch eher untersteuernd ausgelegt. Damit ist der XF keine Gefahr für den M5.

Alpina B5 Biturbo

Auf Basis de BMW 5ers schickt Alpina den B5 Biturbo ins Rennen. Sein aufgeladener 4,4 Liter-V8 leistet 507 PS und 700 Nm. Zu haben ist der schnelle BMW-Ableger ab 95.400 Euro.

Aston Martin Rapide

Eine etwas anderen Preiskategorie bedient der rund 180.000 Euro teure Aston Martin Rapide. Er ist auch was das Konzept angeht etwas anders ausgelegt als der M5. Während BMW mit dem M5 aus einer großen Limousine eine sportliche Limousine machen will, macht Aston Martin aus dem DB9 eine Stretchversion mit vier Türen, 477 PS und 600 Nm Drehmoment.

Porsche Panamera

Der Porsche Panamera Turbo S spielt zwar Leistungsmäßig mit seinen 550 PS und 750 Nm Drehmoment in einer ähnlichen Klasse und ist aber preislich mit 167.291 Euro weit vom BMW M5 entfernt. Zudem wollen die Zuffenhausener mit dem Panamera auf die Jagd nach 7er und S-Klasse gehen. 

Maserati Quattroporte

Maserati hat schon einige Jahre eine sportliche Limousine im Angebot. Der Quattroporte dürfte allerdings für eingefleischte M5-Kunden nicht in Frage kommen. Keiner der angebotenen Motoren übertrifft die 440-PS-Marke. Das maximale Drehmoment des 4,7 Liter-V8-Motors liegt bei 490 Nm.

Fazit: Wer wird dem neuen Bayern-Renner gefährlich?

Bleibt also festzuhalten, dass die Viertürer der urtümlichen Sportwagenbauer wie Porsche, Maserati und Aston Martin nur wenig im BMW M5-Revier wildern. Der Jaguar dürfte es schwer haben, sich auf dem deutschen Markt gegen die einheimische Konkurrenz durchzusetzen. Bleiben also noch der Mercedes E63 AMG und der Audi RS6. 

Der M5 wird sicher wieder der dynamischste Vertreter des Trios sein. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass er leistungsmäßig zumindest mit dem E63 gleichzieht. Preislich dürfte er allerdings noch immer etwas Abstand halten. Wer noch ein wenig warten kann und unbedingt Allradantrieb möchte, sollte sich bis zum RS6 gedulden. Der wird voraussichtlich aber auch der teuerste Vertreter. Der E63 ist preislich das Mittelmaß. Er hat sich schon in diversen Tests bewiesen. Aber das wichtigste: Er ist sofort verfügbar!

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Markus Bauer

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