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Preisdruck für Zulieferer

Foto: Daimler-Chrysler

Die Autohersteller setzen ihre Zulieferer unter erheblichen Preisdruck. Nachdem Daimler-Chrysler von seinen Zulieferern rund 15 Prozent Nachlass - verteilt über drei Jahre zu je fünf Prozent - gefordert habe, berichteten Lieferanten jetzt von einer Welle von Rabattforderungen.

15.12.2003

Mehrere Lieferanten des Daimler-Chrysler-Konzerns erheben einem "Spiegel"-Bericht zufolge schwere Vorwürfe gegen den Stuttgarter Autohersteller. Sie beklagten, dass Mercedes-Benz von Zulieferern nachträglich für bereits gelieferte und bezahlte Waren Preisnachlässe von bis zu sieben Prozent fordere. Die im Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) zusammengeschlossenen Lieferanten haben sich dem Nachrichtenmagazin zufolge schriftlich darüber beschwert, dass "einseitig rückwirkende Preissenkungen diktiert werden, den Zulieferern pauschale Abschläge auf vereinbarte Preise abverlangt und weitere Preissenkungen erheblicher Größenordnung mit technischen Änderungen begründet werden, ohne dass solche Änderungen durchgeführt werden".

Den Brief sandten sie zwar an alle deutschen Automobilchefs. Hauptsächlich gemeint sei aber Mercedes-Benz, sagte ein Lieferant dem "Spiegel". Die Sparmaßnahmen erinnerten viele in der Branche an die Aktionen des einstigen General Motors-Managers und späteren VW-Einkaufschefs José Ignacio Lopez, durch dessen Preisdrückerei sich beide Konzerne Qualitätsprobleme einhandelt hätten. Die Forderungen würden es Zulieferern "nicht mehr erlauben, im notwendigen Umfang in die Entwicklung modernster Technologie und höchster Qualität zu investieren".

Mercedes-Benz-Einkaufschef Harald Bölstler weist die Vorwürfe zurück. Man fordere "definitiv keine rückwirkenden Preissenkungen", zitiert ihn das Magazin. Er wolle gemeinsam mit den Lieferanten nach Möglichkeiten zur Kostensenkung suchen. "An der Qualität wird es keinerlei Abstriche geben", sagt der Mercedes-Manager.

Auch andere Hersteller machen Druck

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte über erheblichen Druck auf die Autozulieferer berichtet. Demnach soll Daimler-Chrysler von Lieferanten über drei Jahre verteilt insgesamt 15 Prozent Nachlass und rückwirkend für 2003 drei Prozent Rabatt gefordert haben. Konzernsprecher Ton Melfi nannte die Zahlen falsch. Auch pauschale Rabattforderungen gebe es bei dem Stuttgarter Autobauer nicht, sagte er. Es werde mit allen Lieferanten bilateral verhandelt. Er nannte weder andere Zahlen, noch die Spannen für Rabatte.

Es gibt Melfi zufolge aber ein Programm "Lieferantenperformance" 2003 bis 2005; dessen Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit von Mercedes-Benz zu verbessern und auf dem neuesten Stand des technologischen Fortschritts zu bleiben. Das Programm habe nicht nur eine monetäre Ausprägung, sondern strebe eine Optimierung der Prozesse und der Qualität an.

Wie die "FAZ" weiter berichtet, wolle auch VW 15 Prozent, Ford strebe über die drei Jahre 18 Prozent an. Die größte Forderung komme von Opel: 20 Prozent an den deutschen Standorten, bis zu 22 Prozent an ausländischen Produktionsstätten.

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