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Verkaufsstopp für den Lexus GX 460 in den USA

Warnung vor kippelndem Geländewagen

Foto: Lexus 22 Bilder

Der japanische Autobauer Toyota hat nach einem negativen Fahrtest eines einflussreichen US-Magazins den Verkauf seines Geländewagens Lexus GX 460 in den USA vorerst gestoppt. Das Heck des Autos könne unerwartet ausbrechen.

14.04.2010 Powered by

Der Generalmanager in den USA für die Luxusmarke Lexus, Mark Templin, schrieb in einer Email am Dienstagabend (13.4.) nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, Toyota nehme die Angelegenheit „sehr ernst“ und sei entschlossen, den Missstand abzustellen. Die Lexus-Händler in den USA seien angewiesen worden, das Modell nicht weiter zu verkaufen.

Lexus GX 460 2:09 Min.

Bei einem routinemäßigen Fahrtest des „Consumer Reports“ – eine Art Stiftung Warentest der USA – brach das Heck des Wagens aus. Erst im letzten Moment habe das elektronische Stabilitätsprogramm eingegriffen und das Auto wieder beherrschbar gemacht. Im richtigen Straßenverkehr hätte es zu einem Überschlag kommen können, bilanzierte das Magazin am Dienstag und sprach eine klare „nicht kaufen“-Empfehlung aus. Der deutsche Verwandte des GX 460 ist der 2009 auf der IAA präsentierte Toyota Landcruiser. Im Vergleich zum Landcruiser verfügt der Lexus in den USA jedoch über einen 100 Kilogramm schwereren V8-Motor, der Landcruiser wird hierzulande nur von einem V6-Diesel angetrieben. Bisher ist es zu keinen Auffälligkeiten beim Landcruiser in Europa gekommen.

Erinnerungen an den Elch-Test werden wach

Der Bericht weckt Erinnerungen an den legendären Elch-Test der A-Klasse von Mercedes-Benz. Der Hoffnungsträger der Stuttgarter hatte 1997 bei einem Ausweichmanöver in Schweden abgehoben. Mercedes musste sich viel Hohn und Spott gefallen lassen, der Ruf litt. Der Hersteller löste das Problem unter anderem mit dem serienmäßigen Einbau des damals noch wenig verbreiteten elektronischen Stabilitätsprogramm.   

Toyota betonte, der Geländewagen entspreche den Sicherheitsanforderungen der USA. Gleichzeitig versprach das Unternehmen, den Test des Magazins wiederholen zu wollen. Der japanische Hersteller steht unter enormem Druck wegen seiner Pannenserie. Klemmende Gaspedale, rutschende Fußmatten und kurzzeitig aussetzende Bremsen sollen alleine in den USA 52 Menschen das Leben gekostet haben. Weltweit ruft Toyota 8,5 Millionen Wagen zurück.

Sammelklage gegen Toyota droht

Derweil sieht sich Toyota in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert: Die US-Behörden haben einen Bundesrichter in Kalifornien beauftragt, die bislang etwa 100 vorliegenden Einzelklagen wegen der Pannenserie des japanischen Autoherstellers zu prüfen.Es sei Aufgabe des Bundesrichter James V. Selna in Santa Ana, die Klagen gegebenenfalls zusammenzufassen sowie Experten zur Prüfung der Vorwürfe zu ernennen. Selna sei wegen seiner Erfahrungen mit ähnlichen delikaten Fällen ernannt worden, berichtet das „Wall Street Journal“.

US-Regierung will Toyota zur Rechenschaft ziehen

Die US-Regierung ist fest entschlossen, Toyota wegen der Pannenserie mit zahlreichen Toten zur Rechenschaft ziehen. Der japanische Autohersteller soll eine Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar (12,2 Mio Euro) zahlen. Verkehrsminister Ray LaHood wirft Toyota vor, das Problem der klemmenden Gaspedale vier Monate lang verschwiegen zu haben. Spätestens Ende September 2009 habe der Hersteller davon gewusst, so der Vorwurf. Jetzt rollt eine Klagewelle auf Toyota zu. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt 52 Tote mit der Pannenserie in Verbindung.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Toyota-Rückrufdebakel in den USA

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