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Proteste bei Karmann

Foto: Karmann

Mehr als 2.000 Beschäftigte des Osnabrücker Autobauers Karmann haben am Dienstag (9.5.) spontan die Arbeit niedergelegt und gegen Pläne des Unternehmens zur Stellenstreichung protestiert.

09.05.2006

Die Geschäftsführung wolle mindestens 1.100 Arbeitsplätze abbauen, sagten Sprecher von Betriebsrat und IG Metall. Außerdem befürchten die Arbeitnehmervertreter, dass das Unternehmen langfristig die Verdeckproduktion ganz nach Polen verlagern will. Über den Standort in Polen wolle die Geschäftsführung an diesem Mittwoch entscheiden, sagte IG Metall-Sprecher Hartmut Riemann. Karmann beschäftigt am Standort Osnabrück 5.300 Mitarbeiter.

Bereits im vergangenen Jahr hat Karmann 1.500 zeitlich befristete Stellen abgebaut. Damals hatten sich Betriebsrat und Geschäftsführung auf eine "Beschäftigungsbrücke" mit Kurzarbeit bis Ende Juni 2006 geeinigt. Hintergrund ist unter anderem der schleppende Absatz des Cabrio-Modells Chrysler Crossfire, den DaimlerChrysler in Osnabrück fertigen lässt.

Unternehmenssprecher Christian Eick sagte, derzeit bemühe sich die Geschäftsleitung um Nachfolgeaufträge, um die Arbeitsplätze in der Fahrzeugproduktion zu halten. "Aus Vorsorge haben wir Gespräche mit dem Betriebsrat begonnen, für den Fall, dass wir nach Ende der Kurzarbeitsphase noch keine Ergebnisse haben."

Auch gehe es beim Thema Dachsysteme nicht um eine Verlagerung, sondern um den Aufbau einer zusätzlichen Produktionsstätte in einem Land mit besseren Kostenstrukturen. "Unsere Konkurrenz macht das auch", sagte Eick. Eine Produktionsstätte in Polen mache das Unternehmen wettbewerbsfähiger und helfe auch, Arbeitsplätze in Deutschland und am Stammsitz Osnabrück zu sichern. Eine solche "Mischkalkulation" sei von der Geschäftsführung gewollt. Der Verdeckbau in Rheine und Osnabrück sei derzeit gut ausgelastet und solle daher nicht verändert werden.

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