Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Avtovaz

Proteste bei russischem Autobauer

Foto: Avtovaz 16 Bilder

Hunderte Beschäftigte des angeschlagenen russischen Autobauers Avtovaz haben in der Wolga-Stadt Togliatti gegen die Streichung von mindestens 5.000 Arbeitsplätzen protestiert.

19.10.2009

Die Demonstranten verabschiedeten am Samstag (19.10.) auch eine Erklärung an Regierungschef Wladimir Putin, in der unter anderem der Rücktritt der Unternehmensleitung sowie eine Erhöhung des Monatslohns auf 25.000 Rubel (rund 570 Euro) gefordert wird, wie die Agentur Interfax meldete. Der russische Branchenprimus Avtovaz mit seiner Marke Lada hat schwer mit der Autokrise zu kämpfen und muss mit Milliardenaufwand saniert werden.


Mitarbeiter befürchten 27.000 Entlassungen

Die Gewerkschaft "Einheit" sprach von 1.000 Demonstranten, die Polizei schätzte die Zahl auf 700. Am Vortag hatte Russlands größter Autobauer mitgeteilt, dass das Unternehmen mit seinem französischen Partner Renault rund 240 Millionen Euro in das Werk investieren will. Ein Teilnehmer der Protestveranstaltung sagte laut Medienberichten, die Belegschaft fürchte weiter die Streichung von etwa 27.000 der derzeit rund 100.000 Stellen bei Avtovaz.

Er arbeite derzeit nur an zwei Tagen pro Woche und erhalte lediglich einen Monatslohn von 5.000 Rubel, klagte der Mann. Eine Frau sagte, sie verdiene mit ihrem Mann rund 7.000 Rubel. "Wir mussten unser Kind aus dem Kindergarten abmelden, weil wir das nicht mehr bezahlen können." Auf Transparenten forderten die Demonstranten unter anderem "Kein Bankrott für Avtovaz" und "Weg mit der Kurzarbeit".

Angestellte fordern volle Arbeitszeiten

In der Erklärung fordern die Beschäftigten die Wiedereinführung der vollen Arbeitswoche zum 1. November 2009 und damit einen Monat früher als geplant. Nach Angaben der Zeitung "Wedomosti" braucht Avtovaz eine Finanzspritze von insgesamt 70 Milliarden Rubel (rund 1,6 Mrd Euro). Renault war 2008 beim russischen Marktführer für eine Milliarde Dollar eingestiegen. Avtovaz sollte saniert werden. Doch dieses Jahr schrumpft der russische Markt von 2,9 auf 1,4 Millionen Autos und die Lada-Produktion ist im freien Fall.

Das Unternehmen hatte am Freitag mitgeteilt, der  Existenzkrise im kommenden Jahr mit einer Produktionserhöhung von derzeit 300.000 Fahrzeugen auf 445.000 trotzen zu wollen. Zudem werde man fünf neue Modelle bauen: zwei für Lada sowie eins für Nissan und zwei für Renault. Vertreter des französischen Unternehmens wollen laut Moskauer Medien im November mit Putin über die Krise beraten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden