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Prototypen-Reglement des ACO

Hybrid-LMP1: Aufbruch zu neuen Ufern

Audi R15 TDI Plus Foto: Audi 22 Bilder

Der ACO hat einen leichten Hang zur Dramatik: Erst wenige Minuten vor dem Start zum 24h-Rennen versandte der Le Mans-Veranstalter das 2011er Regelwerk für die Prototypenklasse an die Hersteller.

12.07.2010 Powered by

Während die Eckpfeiler wie das Motoren- oder das Chassisreglement schon länger fixiert sind, bleibt der nunmehr fünfte Entwurf im Bereich der Hybridtechnik weiterhin vorläufig. Denn einige Hersteller setzen sich dafür ein, dass man auch ohne die Verwendung von Hybridtechnik in Le Mans antreten kann.

Prodrive-Technikdirektor George Howard-Chappell unterstützt einen Vorschlag von Audi, nachdem LMP1-Wagen ohne Hybridtechnik mit 850 statt 900 Kilo starten können sollen. "Hybridtechnik ist ja nur ein möglicher Baustein, um effizientere Autos zu bauen", sagt Howard-Chappell. Das Hybrid-Reglement erlaubt die Aufnahme von Energie an allen Rädern, die Abgabe aber nur wahlweise an die Vorderoder die Hinterräder. Damit ist Allradantrieb de facto erlaubt, auch wenn es Einschränkungen gibt: So soll die Energieabgabe des Hybridsystems nur bei Querbeschleunigungen unterhalb von 0,5 g erfolgen dürfen - also bei Geradeausfahrt.

Audi baut R18 Coupé ohne Diesel

Zwar ist im nächsten Jahr der Einsatz der 2010er Fahrzeuge theoretisch erlaubt, doch alle Hersteller planen mit Neuwagen. Aston Martin will wieder einen geschlossen LMP1 mit V8-Motor bauen, allerdings ohne Hybridtechnik, dafür mit 850 Kilo. Audi plant den R18 ebenfalls als geschlossenes Coupé. Der Diesel ist angeblich passé: Wie Peugeot will auch Audi mit einem kleinen, aufgeladenen Turbomotor an den Start gehen und unter Umständen im ersten Jahr auf den Einsatz von Hybridtechnik verzichten.

Peugeot-Vorstand Jean-Philippe Peugeot: "Die kleinen, aufgeladenen Benzinmotoren werden die Dieselmotoren auf der Straße mittelfristig verdrängen, weil man nur mit ihnen die Emissionsgesetze der Zukunft kostengünstig erfüllen kann." Peugeot will 2011 einen Hybrid-LMP1 bauen, weil die Franzosen kommendes Jahr Effizienztechnologien auch in ihren Straßenautos einführen. Mittelfristig soll die von außen zugeführte Energiemenge begrenzt - und dann mit jedem weiteren Jahr immer strikter limitiert werden. "Nur so lässt sich erreichen, dass Effizienz vor maximaler Leistung steht", sagt Audi-Motorenchef Ulrich Baretzky. Neben Aston Martin, Audi und Peugeot beschäftigen sich auch Honda und Toyota mit dem neuen LMP1-Hybrid-Reglement.

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