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PSA greift durch

PSA Peugeot Citroën entlässt Konzernchef Streiff

Foto: dpa 327 Bilder

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstandschef Christian Streiff. Das teilte am Sonntagabend (29.3.) der Aufsichtsrat des Unternehmens in Paris mit.

30.03.2009

Neuer Leiter des zweitgrößten Autobauers in Europa soll zum 1. Juni der Franzose Philippe Varin werden. Grund für die Trennung von Streiff seien die außergewöhnlichen Schwierigkeiten, in denen die Automobilindustrie stecke, ließ Aufsichtsratschef Thierry Peugeot mitteilen. Die Situation dränge eine Veränderung an der Konzernspitze auf.

Hohe Verluste und Streit mit Sarkozy

Streiffs Nachfolger Varin (56) arbeitete zuletzt für das britisch-niederländische Stahlunternehmen Corus, das zum indischen Konzern Tata Steel gehört. Bis Varin antritt, soll PSA-Vorstandsmitglied Roland Vardanega den Autokonzern leiten. Über eine vorzeitige Absetzung von Streiff war schon seit längerem spekuliert worden. Europas zweitgrößter Autobauer PSA Peugeot Citroën rutschte 2008 tiefer in die Verlustzone als erwartet. Unter dem Strich blieb ein Minus von 343 Millionen Euro. Nach weiteren hohen Verlusten im laufenden Jahr erwartet PSA erst 2010 eine Rückkehr zur Rentabilität.

Zudem hatte sich Streiff mit dem französischen Präsidenten angelegt. Der 54 Jahre alte Manager hatte sich wochenlang dagegen gestemmt, dass Nicolas Sarkozy in seine Investitionsentscheidungen hineinregiert und für Staatshilfen einen Verzicht auf Entlassungen forderte. Erst nach etlicher Zeit knickte der renommierte Manager ein.

Streiff startete als Hoffnungsträger

Streiff war 2007 als großer Hoffnungsbringer bei PSA angetreten. Vor seinem Job in der Autobranche arbeitet er kurze Zeit als Chef des Flugzeugbauers Airbus, davor lange in der Glasindustrie. Streiff gilt als Manager mit großer Affinität zu Deutschland. In Lothringen geboren, verbrachte er einen Großteil seines beruflichen Lebens in Deutschland.

Philippe Varin arbeite in zahlreichen Positionen bei den Unternehmen Péchiney und Corus. Bei Corus brachte er es bis zum Chefposten und führte die Gruppe nach schwierigen Jahren wieder in die Gewinnzone. Später organisierte der Vater von vier Kindern die Integration in den indischen Konzern Tata Steel.

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