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PSA-Innovationspaket

Baukasten, Druckluft-Hybrid und E-Mini

PSA Peugeot Citroen VéLV Elektrokleinwagen Foto: PSA 32 Bilder

Der französische Autokonzern PSA will mit einem umfangreichen Innovationspaket aus der Krise fahren. Dazu zählen neue Motoren, Hybridantriebe und eine Baukastenstrategie für die Kompakt- und Mittelklasse.

22.01.2013 Uli Baumann

VW hat es mit dem modularen Querbaukasten vorexerziert, ab 2013 ziehen die Franzosen nach. Auf einer modularen Plattform, die bei PSA EMP2 heißt, sollen künftig zahlreiche Modelle aufbauen. Geplant sind unter anderem Steilheckvarianten, Limousinen, Kombis, Coupés, Cabrios, SUV und MPV.

EMP2 setzt dabei auf die Verwendung hochfester Stähle, Verbundwerkstoffe und Aluminium und will so Gewichtseinsparungen von 70 Kilogramm realisieren. Zudem soll die neue modulare Plattform die Produktionskosten drücken. Neue, kompakte Downsize-Motoren sollen zudem den Verbrauch und den Bauraum reduzieren. PSA setzt dabei unter anderem auf rollwiderstandsoptimierte Reifen, eine elektrische Servolenkung, Start-Stopp-Systeme und eine selektive katalytische Reinigung der Abgase mittels NOx-Kat bei den Dieselmotoren um die Euro 6-Norm zu erfüllen.

PSA EMP2 Plattform
PSA modulare Plattform EMP2 2:15 Min.

Hybrid auf Druckluftbasis

Das erste Modell auf der EMP2-Plattform wird der Citroen C4 Picasso sein, der in Vigo/Spanien ab 2013 produziert wird. Ebenfalls 2013 soll auch der Peugeot 308 in Sochaux/Frankreich auf der EMP2-Plattform gefertigt werden. Ab 2014 wird auch der chinesische Produktionsstandort Wuhan auf die neue Plattform umgestellt.

Um die Verbrauchs- und Abgaswerte auf breiter Front zu senken, setzt PSA bei der nächsten Benziner-Motorgeneration ab 2018 auf eine höhere Verdichtung und eine verstärkte Abgasrückführung in die Brennräume. Dadurch sollen Verbrauchs- und Emissionswerte um etwa 10 % gesenkt werden. Ebenfalls verbrauchssenkend sollen künftige Plug-in-Hybrid-Modelle werden. Ab 2017 will PSA mit sogenannten Eco Hybrid-Versionen auf den Verbrauch drücken. Benzinern und Dieseln soll dann ein 10 kW-E-Motor zur Seite gestellt werden, der auch einen begrenzten rein elektrischen Betrieb ermöglichen soll.

Einen großen Hybrid-Schritt Richtung Zukunft will PSA mit dem Hybrid Air-System machen. Dieses kombiniert einen Verbrenner, ein CVT-Getriebe, eine Hydraulikeinheit, die als Motor und Pumpe agiert, sowie ein Druckluftreservoir, das als Energiespeicher dienen soll. In der Kompaktklasse soll der Hybrid Air mit einem 82-PS-Benziner, in der Mittelklasse mit einem 110-PS-Benziner kombiniert werden. Aber auch an den Einsatz der Hybrid Air-Technik in leichten Nutzfahrzeugen arbeiten die Franzosen.

Stadtauto mit Elektroantrieb

Mit der Übernahme des Mitsubishi i-MIEV als Citroen C-Zero und Peugeot i-On blieb der durchschlagende Erfolg eines Elektrokleinwagens aus. Für die Zukunft setzen die Franzosen daher auf eine Eigenentwicklung. Zusammen mit namhaften Unternehmen aus der Zulieferbranche soll ein ultrakompakter Elektro-Stadtflitzer mit dem Projektnamen VéLV entstehen. Der Dreisitzer soll nur 2,81 Meter lang und unter 700 Kilogramm schwer werden. VéLV soll vorne auf einer herkömmlichen Achse, hinten aber auf einem zentralen Zwillingsrad rollen. Das Chassis wird aus Fiberglas und Kunststoff geformt, die durchgefärbten Karosseriebauteile entstehen ebenfalls aus Kunststoff. Die Türrahmen und die vordere Crashstruktur entstehen aus Aluminiumprofilen. Den Antrieb übernimmt ein 20 kW starker Elektromotor, der eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 110 km/h ermöglichen soll. Eine Batteriekapazität von 8,5 kWh soll einen Aktionsradius von rund 100 Kilometer ermöglichen.

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