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PSA will Arbeitsplätze in Westeuropa weiter abbauen

Foto: dpa

Der PSA-Konzern will trotz des massiven Arbeitsplatzabbaus 2007 die Zahl seiner Mitarbeiter weiter senken. Dabei kommt das Unternehmen nach Angaben von Konzern-Chef Christian Streiff bei seinem Sanierungsprogramm CAP 2010 schneller voran als geplant.

03.05.2008 Jens Katemann

"Wir sind 2007 schneller vorangekommen, als wir das erhofft hatten. Was die Kosten betrifft, haben wir einige Wellen. Die erste betraf die schnelle Rationalisierung in der Produktion, schnelle Erfolge bei der Qualität, was auch die Kosten senkt. Wir haben vergangenes Jahr die Kosten reduziert, indem wir in Westeuropa mehr als 10.000 Arbeitsplätze abgebaut haben. Ohne Sozialplan und ohne Streiks in Frankreich. Und wir werden weiter abbauen", kündigte Streiff im Gespräch mit auto motor und sport an. "Im Moment haben wir einen weitgehenden Einstellungsstopp und setzen auf die natürliche Fluktuation."

Große Hoffnungen setzt Streiff in den Ein-Liter-Motor, den PSA nicht nur in den eigenen Klein- und Kompakt-Modellen einbauen, sondern möglicherweise auch anderen Herstellern anbieten werde. Streiff: "Es ist noch offen, ob wir das Motorenkonzept weiterverkaufen oder in Kooperationen eintreten." Spekulationen, Mercedes könnte den Motor für die neue A- und B-Klasse nutzen, wies Streiff zurück: "Wir sprechen nicht mit Mercedes." Allein für die Marken Peugeot und Citroën benötige PSA rund eine Million Motoren, weshalb die 2011 startende Fertigung im französischen Werk Trémery in Lothringen nicht ausreichen werde. In Lothringen sollen jährlich 600.000 Stück des Drei-Zylinder-Motors gebaut werden.

Investition in neues Motorenwerk

Deshalb plane PSA eine weitere Motorenfertigung in Osteuropa oder der Türkei. "Wir haben einige Länder untersucht. Die besten Kandidaten sind derzeit Polen, Rumänien, die Türkei und die Ukraine. Wobei ich eher zu den beiden letzten tendiere. Die Entscheidung steht aber erst in drei Monaten endgültig an." Die Investition in das zweite Motorenwerk liege ähnlich wie in Lothringen bei rund 300 Millionen Euro. Obwohl allein durch den sparsamen Motor der CO2-Ausstoß auf unter 100 Gramm pro Kilometer gesenkt werden kann, kündigte Streiff an, dass selbst Klein- und Kompaktklasse zusätzlich mit Sprit-Spar-Technik ausgestattet werden sollen. "Wir werden auch in der Kompaktklasse einen Micro-Hybrid bringen." Einen Micro-Hybrid wird es laut Streiff auch für die Diesel-Varianten geben. "Die Einführung des Dieselhybrid ist für 2011 geplant."

Sehr zufrieden ist Streiff mit den Qualitätsverbesserungen durch die Einstellung deutscher Ingenieure. "Wir haben die Autos, die jetzt auf den Markt kommen, deutsch getestet. Der Erste war der Peugeot 308, mit dem wir mehrere hunderttausend Kilometer auf deutschen Straßen mit deutschen Fahrern absolviert haben. Wir haben dadurch viele Kinderkrankheiten behoben, bevor er an die ersten Kunden ausgeliefert wurde. Heute ist der 308 schon am Anfang besser in der Kundenzufriedenheit als der Durchschnitt aller anderen PSA-Modelle nach drei Jahren. Da ist eine richtige Revolution im Gange. Innerhalb von zwölf Monaten haben wir die Nacharbeitsquote in den Werken um zwei Drittel reduziert."

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