Spricht man die Verantwortlichen der Autohersteller auf das Jahr 2011 an, so blickt man in zufriedene Gesichter. Mehr als 3,1 Millionen Neuwagen setzte die Branche in Deutschland ab, was einen deutlichen Anstieg gegenüber 2010 darstellt.
Und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich 2012 für die Marken ebenfalls zu einem guten Jahr entwickeln wird. Die Prognosen gehen derzeit von bis zu 3,2 Millionen Neuwagen aus. Somit hat die Branche zu Recht allen Grund zur Freude. Den haben aber auch die Autokäufer, denn trotz der guten Konjunkturlage ändert sich wenig an der Rabatthöhe.
Schwacher Privatkunden-MarktDie Redaktion verglich für rund 100 Modelle die aktuellen Nachlässe mit den Rabatten des Vorjahres. Das Resultat: Der durchschnittliche Abschlag blieb relativ stabil - 2010 lag er bei 18, im Dezember 2011 sogar bei 19 Prozent. Das war eine Überraschung, denn Experten hatten wegen der Marktbelebung noch zu Anfang des abgelaufenen Jahres eine deutliche Abkühlung bei den Nachlässen vorausgesagt. Die ist allerdings ausgeblieben und wird voraussichtlich so bleiben.
Schließlich hat der Markt zum Leidwesen der Hersteller auch seine Schattenseiten. Der gute Neuwagenabsatz ist vor allem dem Zuwachs bei den Gewerbezulassungen zu verdanken. Traditionell nimmt dieser Bereich eine starke Position im Verkauf ein, doch im November legte er noch einmal um 7,5 auf rund 63 Prozent zu und macht deutlich, in welcher Krise der Privatkundenmarkt steckt. Nur noch rund ein Drittel aller Verkäufe entfallen auf diese Kundengruppe. Privatverkäufe liegen derzeit 4,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.
Um dem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, greift die Branche in Form von Nachlässen tief in die Tasche. So reichen die Abschläge in der Spitze momentan bis zu 33 Prozent. Vor allem günstige Tageszulassungen sind zahlreich in den Autohäusern vertreten. Allein im November entfiel fast jede fünfte Neuwagenzulassung auf den Fahrzeughandel. Dieses Beispiel belegt, dass die Rabattschlacht noch lange kein Ende findet.





