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Racing Green Endurance - E-Auto fährt die Panamericana

Mit dem E-Auto 26.000 km nach Feuerland

Racing Green Endurance, Radical SRZero, Elektroauto Foto: Racing Green Endurance 47 Bilder

Unter dem Projektnamen Racing Green Endurance sind sechs junge Ingenieure mit einem Elektroauto unterwegs von Alaska nach Feuerland. Ihr Fahrzeug ist ein Sportwagen von Radical. auto-motor-und-sport.de zeigt exklusiv die ersten Eindrücke der Tour quer durch Amerika.

15.08.2010

Der Pioniergeist spanischer Siedler war es, der im 16. Jahrhundert zur Gründung der ersten Kolonien in Nordamerika führte. Und auf gleichem Territorium schreibt der Pioniergeist junger Ingenieure 460 Jahre später die Geschichte einer insgesamt 26.000 Kilometer langen Reise mit einem Elektroauto. Einer Reise auf der berühmten Panamericana, von Alaska bis nach Feuerland, an die Südspitze Südamerikas.

Racing Green Endurance : Radical Elektroauto fährt Panamericana 10:00 Min.

Radical SRZero mit über 400 Kilometer Reichweite

Das Team von elf jungen Ingenieuren des Imperial College London – darunter drei Deutsche – machte sich Anfang Juli auf den langen Flug von London nach Amerika. Im Gepäck: Der selbst entworfene Elektro-Sportwagen Radical SRZero, der auf dem Radical SR8 basiert. Das Entwicklungstempo für das E-Auto ist dabei ebenso rasant wie dessen Fahrleistungen: Für Planung, Bau und Zulassung des Radical SRZero benötigte das Team weniger als ein dreiviertel Jahr.

Apropos Fahrleistungen: Der bis zu 200 km/h schnelle Elektrorenner soll in sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstleistung beziffern die Erbauer des sportlichen Stromers auf 400 PS. Zwei E-Motoren treiben die Hinterräder des 1.100 Kilogramm leichten Sportlers an. Sie beziehen ihre Energie aus Lithium-Ionen-Phosphat-Akkus mit einer Kapazität von 56 kWh. Damit soll der Radical SRZero mehr als 400 Kilometer zurücklegen können, bevor er wieder für sechs Stunden an eine Steckdose andocken muss.

Fußball-WM-Finale im kanadischen Pizza-Restaurant

Auf den bisherigen 14 Tagesetappen war der nötige Kraftstoff immer in der Nähe, wie ein Eintrag aus dem Twitter-Tagebuch des Teams der Racing Green Endurance beweist: „Wir sind in der vergangenen Nacht in Seattle angekommen und haben unser Baby in einem Fünfsterne-Hotel aufgeladen, während wir auf einem Campingplatz logierten. Ja, wir behandeln es wirklich gut“, ist da zu lesen. Dank Bremsrekuperation gewinnt der Radical SRZero zudem bei jedem Bremsvorgang Energie.

Unterstützt werden die Elektro-Pioniere übrigens von zahlreichen Firmen, darunter auch Continental als Reifenlieferant. Die ersten 3.500 Kilometer führten von Anchorage (Alaska) über Fairbanks, Beaver Creek, Whitehorse und Prince George. Hier verfolgte das Team der Racing Green Endurance denn auch das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft  – in einem Pizza-Restaurant.

Neue Art des Aufladens für E-Auto: Hinter dem fahrenden Wohnmobil

Zwischenzeitlich ist das Elektro-Auto samt Team in Vancouver angekommen, nachdem der Radical SRZero kurzzeitig für die bislang einzigen technischen Probleme sorgte. Diese konnte die Mannschaft jedoch erfindungsreich beheben. Von den ursprünglichen drei Ladegeräten ist nach 4.000 Kilometern lediglich eines übriggeblieben. Vor der 387 Kilometer langen Etappe nach Vancouver griffen die Jungingenieure daher zu ebenso kreativen wie ungewöhnlichen Lademethoden: Nächtens um 3:30 Uhr machte man sich auf den Highway, um den Radical SRZero mit Hilfe des vorausfahrenden Wohnmobils sowie der Bremsrekuperation vor der Tagesetappe voll aufzuladen. „Das klappte hervorragend!“, lässt das Team per Blog vermelden.

Kanadischer Mounty zwingt die Racing Green Endurance zum Stopp

Dass es auf dem langen Weg in Richtung Süden auch zu der ein oder anderen Verschmorung mit der Polizei kommt, dürfte aufgrund der Rennwagen-Optik des Radical kaum verwundern. So zwang ein gesetzestreuer Mounty in Kanada das Team recht harsch zum Zwischenstopp: „Was zum Teufel lässt Sie glauben, dass Sie mit diesem Fahrzeug legal auf kanadischen Highways fahren dürfen?“ Drei weitere Polizeifahrzeuge und neun zusätzliche Polizisten eilten zur Verstärkung herbei. Am Ende halfen dem Team jedoch die nötigen Zulassungspapiere aus der Misere. Und die Mountys ließen es sich nicht nehmen, Erinnerungsfotos von dem außergewöhnlichen Elektro-Renner zu schießen.

E-Auto fährt fast 500 Kilometer von London nach Paris

Bereits im Vorfeld der Mammut-Tour über die Panamericana hatte das Racing Green Endurance-Team die Leistungsfähigkeit ihres selbstentwickelten Radical SRZero unter Beweis gestellt: Mit nur einer Akku-Ladung legte der Elektro-Sportler die 495 Kilometer lange Strecke von London nach Paris zurück. Und auch nach der 26.000 Kilometer-Tour quer durch Amerika soll es für die Racing Green Endurance weitergehen: Man plant bereits intensiv die Gründung eines eigenen Unternehmens. Logisch, dass das Thema Elektromobilität hierbei die Hauptrolle spielen dürfte. Der Pioniergeist, er ist geweckt und in voller Fahrt.

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