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Rallye-DM

Rallye-Mechaniker im Selbstversuch

Skoda Fabia S 2000, Rallye DM, Mark Wallenwein Foto: Oliver Kleinz 18 Bilder

Beim Finale der Rallye-DM machten wir im Skoda-Werksteam den Selbstversuch und schraubten am Skoda Fabia S2000 von Matthias Kahle und Mark Wallenwein. Ein Mal nicht neutraler Beobachter sein, sondern Teil eines Erfolgsteams. Ein Mal nicht nur den Meister befragen, sondern selbst ein bisschen Meister sein.

01.11.2010 Powered by

Ahoi heißt soviel wie hallo, wie geht’s? Es ist so ziemlich das einzige Wort, das fast jeder aus dem Tschechischen kennt. Wer morgens als Hilfsmechaniker bei Josef Juracka antritt, lernt schnell ein weiteres: "Attack", ruft der Teamchef, und schon heißt es reinspringen in den schwarzen Overall, Handschuhe an und angepackt. Juracka leitet das Skoda-Werksteam in der Deutschen Rallyemeisterschaft. Vier Titel hat der Mann, der in den Achtzigern dem tschechischen Kommunismus entfloh und in Deutschland als Rallyemechaniker anheuerte, für den hiesigen Skoda-Importeur schon gewonnen. 

Kahle im Skoda Fabia S2000 auf dem Weg zum 7. Rallyetitel

An diesem Wochenende im Saarland, beim fünften und letzten Lauf zur DRM, soll der nächste folgen. Welche niederen Tätigkeiten wird der Chef der ungelernten Aushilfe zuteilen? Einerseits soll der schreibende Gast einen realistischen Einblick vom Ablauf eines Rallye-Wochenendes bekommen, andererseits bitte mit seinen zwei linken Händen nicht dem sechsmaligen Meister Matthias Kahle im Skoda Fabia S2000 den siebten Titel versauen. 

Aus dem Lautsprecher tönt tschechischer Punkrock. Die Jungs des Skoda Rallyeteams trinken pechschwarzen Kaffee mit braunen Schlieren. Juracka zündet sich eine Zigarette an. Das tut er übrigens meistens. Wie stehen die Chancen auf Festanstellung für Nichtraucher? "Schlecht", sagt Juracka und ergänzt: "Du kümmerst dich mit Petr ums Tanken und die Reifen." Eine halbe Stunde später wird Renault-Fahrer Carsten Mohe sagen: "Da haben sie dich ja direkt befördert. Normalerweise darfst du als Anfänger nur putzen."

Skoda Fabia S2000 steht im Mittelpunkt des Geschehens

Doch dazu ist sich im Skoda-Team niemand zu schade. Jurackas Philosophie: "Jeder sucht sich selbst Arbeit." Davon gibt es genug – vom Vorbereiten der Autos über das Beladen der zwei Siebeneinhalbtonner bis zum Auf- und Abbau der Zelte im Service-Park, alles in allem eine Operation von fast zwei Wochen. Dazu kommen die zwei Skoda Fabia S2000 sechs Mal an diesem Wochenende zum Service. Hochbocken, Reifen und Unterfahrschutz runter, Fahrwerk vermessen.

Jurackas Frau Hana ist Ingenieurin und schaut sich auf ihrem Laptop an, ob die Motoren der beiden Skoda Fabia S2000 gesund sind. Derweil Öl prüfen, nachtanken, neue Räder drauf, putzen. Der Novize springt umher, kontrolliert, ob kein Reifen beschädigt ist, stopft die Tankschläuche auf die Ventile, schwingt den Putzlappen und versucht ansonsten, möglichst wenig im Weg zu stehen.

Ein eingespieltes Team wuselt um den Skoda Fabia S2000

Die siebenköpfige Mechaniker-Truppe ist bestens eingespielt, alle Handgriffe folgen einer abgesprochenen Choreografie. Gearbeitet wird schnell, aber ohne Hektik. Matthias Kahle, die Ruhe selbst, steigt 20 Minuten später wieder in seinen Skoda Fabia S2000. Kahle ist Zweiter, das würde zum Titel reichen. Einziges Problem: Der junge Teamkollege Mark Wallenwein ist schneller. "Dem hast du doch viel bessere Reifen gegeben", flachst Kahles Beifahrer Peter Göbel.

Wallenweins Copilot Stefan Kopczyk blickt den Hilfsschrauber ernst an. "Wenn wir gewinnen, dann weißt du, was das bedeutet", sagt er bedeutungsschwanger. Schon wieder befördert. In zwei Tagen vom Felgenreiniger zum fest angestellten Glücksbringer. Das Glück bleibt dem Team an diesem Wochenende treu. Kahle hält im Skoda Fabia S2000 Platz zwei und ist Meister.

Wallenwein fährt im Skoda Fabia S2000 seinen ersten Sieg ein

Nachwuchsmann Mark Wallenwein hält zum ersten Mal im Leben die Trophäe für einen Gesamtsieg, und der frisch gekürte Team-Talisman hält eine leere Sektpulle, deren Inhalt wie der von zwei weiteren Flaschen aus dem linken Hosenbein läuft. "Bah, stinkst du", sagt Kahle. Es hilft ja alles nichts, vor dem Duschen und der Siegesfeier muss noch abgebaut werden. Josef nickt zustimmend: "Wann kannst du bei uns anfangen?" Das ist schmeichelhaft, es gibt nur ein Hindernis: Mit dem Rauchen habe ich aufgehört, als ich zehn war – fünf Minuten, nachdem ich angefangen hatte.

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