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Rallye Köln-Ahrweiler

Berlandy gewinnt zum sechsten Mal

Rallye K�ln Ahrweiler, Georg Berlandy Foto: rka 14 Bilder

Ob Dreck, Laub oder Regen – Georg Berlandy konnte bei der Rallye Köln-Ahrweiler mal wieder niemand etwas anhaben. Bereits zum sechsten Mal gewann der 39-Jährige mit seinem Opel Ascona 1,9 SR die Youngtimer-Rallye.

16.11.2009 Powered by

Gegen den Rekordsieger Georg Berlandy, der mit seinem neuen Co-Piloten Peter Schaaf an den Start ging, konnte niemand auf den rutschigen Eifel-Straßen etwas ausrichten. Berlandy feierte seinen sechsten Gesamtsieg und behielt mit seinem neu aufgebauten Opel Ascona A 1,9 SR im Reifenpoker die Oberhand. Nach 14 Wertungsprüfungen über 155 Kilometer auf Bestzeit rollte der Stromberger mit 35,8 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Der Sébastian Loeb der Eifel

Vor zehn Jahren startete er zum ersten Mal, 2009 feierte der 39-Jährige seinen sechsten Gesamtsieg. "Wir haben genau soviel Siege wie Sebastian Loeb Weltmeistertitel hat", erklärte der Opel Ascona-Pilot mit einem breiten Grinsen. "Ich kann den Erfolg kaum fassen, das ist einfach nur traumhaft."
 
Wie 2008 verwies Berlandy das belgische Team Rainer Hermann/Gabriel Hüweler im Opel Ascona 400 auf den zweiten Platz. Hermann musste einsehen: "Wir hätten ihn wohl nur schlagen können, wenn es noch mehr geregnet hätte." Der Blitz-Pilot aus St. Vith fand trotz seines deutlich jüngeren Autos mit dem rund 250 PS starken, von Cosworth entwickelten Vierzylinder kein Mittel gegen den Eifel-Loeb. "Im Trockenen war er nicht zu halten."

Die Fahrer konnten bei der Köln-Ahrweiler vorher nicht trainieren
 
Überraschung heißt das Motto der wohl beliebtesten historischen Rallye Deutschlands mit Bestzeitprüfungen. Erst eine halbe Stunde vor dem Start bekommen die Teams ihre Bordbücher und wissen, wohin die Reise geht. Damit sind die Strecken nicht trainierbar. Viele Teams nutzen ihre Streckennotizen aus den Vorjahren. Dieser besondere Reiz und das unberechenbare Wetter haben der Rallye Köln-Ahrweiler seit der ersten Austragung 1971 einen ganz eigenen Charakter verliehen.
 
In diesem Jahr wurde der Auftakt am Freitagabend neu gestaltet. Eine Strecke am Nürburgring und die zweite Prüfung auf einer kurvenreichen und schmalen Straße stellte die Teams vor ganz besondere Aufgaben. Schon die Wahl der richtigen Reifen für den rutschigen Untergrund aus Dreck und Laub bedeutete eine Vorentscheidung.

Schleimer gewinnt die Gold-Cup-Wertung
 
In der Gold-Cup-Wertung setzte Christoph Schleimer auf Regenreifen für seinen Vauxhall, dem englischen Ableger des Opel Kadett E, und lag damit goldrichtig. Mit 10,5 Sekunden Vorsprung im Gepäck kehrte der Favorit nach Mayschoß zurück. Da hatte Walter Gromöller mit seinem Opel Manta 400 bereits über 30 Sekunden Rückstand.
 
"Ich trete hier an, um zu gewinnen", hatte der Gütersloher selbstbewusst als Devise ausgegeben. Das Ziel war in weite Ferne gerückt: Die Intermediates boten keinen Grip. Mit dem selben Problem kämpfte auch Rainer Hermann: "So oft wie heute musste ich noch nie meine Handbremse nutzen."
 
Doch die Stimmung bei Walter Gromöller und Co-Pilot Klaus Brökelmann besserte sich am Samstag mit insgesamt zwölf selektiven Prüfungen. Im Service während der Mittagspause ließen die Westfalen Regenreifen aufziehen. "Seit 15 Jahren fahre ich wieder damit", erzählte Gromöller. Nach einer Bestzeit bereits vor der Pause startete er zu einer Schlussattacke, war auf den drei letzten Prüfungen Schnellster und verbesserte sich noch auf den zweiten Platz hinter den Gold Cup-Sieger Christoph Schleimer. "Er war in diesem Wochenende nicht zu schlagen“, gestand Walter Gromöller ein, der im Ziel 51,5 Sekunden Rückstand hatte. "Aber wir kommen 2010 wieder."

Schleimers Vorteil bei der Rallye Köln-Ahrweiler war die Traktion
 
Christoph Schleimer weiß: "Wenn bei den Konkurrenten alles passt, sind die auch schneller als wir". Sein Astra, der 1988 und 1989 von Malcolm Wilson gefahren wurde, entspricht dem Gruppe A-Reglement. Der Vierzylinder leistet 220 PS. "Das ist zwar nicht die höchste Leistung im Feld, aber unser Astra hat unglaublich viel Traktion. Das hat uns perfekt in die Karten gespielt." Dazu versorgten ihn die Mechaniker, die übrigens in einem authentischen Begleitfahrzeug unterwegs waren, immer mit dem richtigen Reifenmaterial. Mit dem gewünschten Regen konnte Schleimer seinen Vorjahreserfolg wiederholen.
 
Die neuen Prüfungen zum Auftakt wurden beinahe auch Jürgen Lenarz und Beifahrer Ralf Müller zum Verhängnis. Gleich in der ersten Prüfung rissen die Favoriten für den Sieg in der Youngtimer Rallye Trophy sich bei einem Ausrutscher den Auspuff am Opel Kadett C GT/E ab. "Wir haben leider kein Schweißgerät dabei", sagte Lenarz, der dem Treiben seiner Mechaniker aber gelassen zuschauen konnte. Platz neun in der Klasse reichte, um Heinz Robert Jansen auf den zweiten Platz zu verweisen. "Dies ist unser dritter Titel in der Rallye Trophy", jubelte der Bauunternehmer aus Sarmersbach. "Das hat bislang noch niemand geschafft."

Rallye Köln-Ahrweiler als Opel-Erfolgsgeschichte

Jansen steuerte seinen Opel Manta B als Gesamtvierter ins Ziel. Doch ebenso wichtig war ihm die Botschaft auf dem Fähnchen, dass am Auto hing: "Wir sind Opel", lautete die Aufschrift. Die Rallye entwickelte sich zu einer Beschwörung der erfolgreichen Markengeschichte. Unter den insgesamt zehn schnellsten Teams waren acht Autos mit dem Blitz im Emblem.

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