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Rallye Le Jog 2009

Ohne Schlaf von Cornwall nach Schottland

Rallye Le Jog 2009 Foto: Tony Larger 8 Bilder

Die Rallye Le Jog gilt nach wie vor als ultimativer Härtetest - an dem inzwischen auch immer mehr deutsche Teams Gefallen finden. 2009 kassierten die dreisten Gäste vom Festland sogar einige der begehrenswertesten Trophäen.

12.02.2010 Powered by

Es sind wohl das Lächeln und die stets aufmunternden Worte von Streckendirektor Tony Davies, die vor allen den Neulingen helfen, die Rallye Le Jog zu überstehen. Zu ihnen zählen das Vater-Tochter-Team Helge und Selina Helmbold in ihrem 123er-Mercedes 280 TE. Oder die Markenkollegen Christian Dannert und Jan-Christian von Kamp mit einem roten 230 E. Beide Teams wirken am Ziel erstaunlich entspannt. Aber vielleicht sind sie einfach nur froh, nun auch die letzte Etappe überstanden zu haben - nach 26 Stunden Fahrt am Stück.

Die Rallye Le Jog ist kein Kindergeburtstag

Dass Le Jog kein Kindergeburtstag ist, hat sich in der Szene inzwischen längst herumgesprochen. Wer hier an den Start geht, muss hart im Nehmen sein und auf einiges verzichten können - auf Schlaf zum Beispiel. Weil für die 2.100 Kilometer weite Strecke von Land‘s End im Südwesten Cornwalls bis nach John O´Groats im Norden Schottlands maximal dreieinhalb Fahrtage zur Verfügung stehen. Und quasi nebenbei 43 Navigations- und Gleichmäßigkeitsprüfungen sowie 16 Tests auf Bestzeit zu absolvieren sind. Dass sich der Tross meist auf engen Landstraßen bewegt, versteht sich von selbst. Schließlich hat man als Veranstalter einen Ruf zu verteidigen, will weiterhin die härteste Oldtimer-Rallye ausrichten.

Eine Ansage, die offensichtlich gut ankommt: "Hier muss man wirklich richtig Gas geben", freuen sich Eckart Bollmann und Michael Ulbrich aus Hamburg, deren agiler Ford Escort MK1 RS 2000 für diese Rallye wie gemacht zu sein scheint. Dagegen setzen Thomas Tillmanns und Michael Schmidt auf die Kombination von Kraft und Luxus: Sie sind wiederholt in einem Porsche 928 S angetreten, gegen den der VW Passat von Inge und Hans Zielinski vergleichsweise spartanisch anmutet. Aber auch die Zielinskis dürften mit bisher drei Teilnahmen bereits einiges an Höhen und Tiefen dieser Rallye erlebt haben, als sie ebenfalls die Zielflagge in John O‘Groats passieren und im Gesamtresultat schließlich sechs Plätze vor der Porsche -Crew rangieren.

Dabei sein und ankommen ist alles was bei der Le Jog zählt

Aber das spielt unterm Strich kaum eine Rolle. Wer das Ziel erreicht, gilt ohnehin als Gewinner - so einfach ist das bei Le Jog. Weil es zwischendurch garantiert bei jedem Teilnehmer Momente gab, an denen er am liebsten das Auto abgestellt und die Schlüssel in den nächsten Fluss geworfen hätte. In der Nacht bei Dauerregen oder Schneefall beispielsweise. Wenn man sich wieder einmal irgendwo in den walisischen Wäldern oder in den Weiten des schottischen Hochlands verfranzt hat.

2009 zeigt sich die Konkurrenz jedoch nachhaltig von den Erfolgen der deutschen Teams beeindruckt. Christian Rüter und Stephan Huber erfahren sich in ihrem BMW 3.0 Si am Ende eine der beiden begehrten Goldmedaillen und werden zudem als das beste "Non-UK-Team" ausgezeichnet. Bollmann und Ulbrich holen den "Concours Award" und Dannert und von Kamp die "Absolut-Beginners-Trophy". Als dann auch noch der begehrte "National Team Award" an die beiden letztgenannten deutschen Teilnehmer geht, macht sich auf Seiten der britischen Hausherren Ernüchterung breit. Da helfen auch das Lächeln und die aufmunternden Worte von Tony Davies nur wenig.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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