Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rallye Norwegen

Loeb gewinnt Schnee-Duell

Foto: McKlein 39 Bilder

Bei der Rallye Norwegen lieferte sich Weltmeister Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen auf tief verschneiten Strecken einen packenden Zweikampf und die Führung. Selbst am letzen Tag schlugen sich die Beiden die Bestzeiten förmlich um die Ohren. Am Ende triumphierte Citroen-Pilot Loeb.

15.02.2009 Powered by

Mikko Hirvonen stand am Morgen des dritten und letzten Tages (15.2.) unter großem Druck. Der Finne lieferte sich über die vergangenen beiden Rallyetage ein Sekunden-Duell mit Sebastien Loeb und startete mit genau 15 Sekunden Rückstand auf den Weltmeister in die erste Prüfung. Rein rechnerisch war damit für Hirvonen noch alles möglich, denn am letzten und zugleich längsten Tag der Rallye gab es auf insgesamt 125 Wertungsprüfungs-Kilometern viel zu gewinnen - aber auch viel zu verlieren.

Hirvonen setzte auf Angriff

Dabei befand sich der Ford-Finne in einer Zwickmühle: Wollte er seine Chance auf den Sieg wahren, musste er volles Risiko gehen. Die Gefahr, bei dem ohnehin extrem hohen Tempo auf den verschneiten Wertungsprüfungen einen Abflug zu riskieren und damit eine Nullnummer zu verbuchen, wäre in diesem Fall jedoch umso größer. Die andere Alternative lautete: Auf Ankommen fahren und acht sichere WM-Punkte mit nach Hause nehmen.

Hirvonen entschied sich für die erste Variante. Gleich auf der ersten Prüfung des Tages (WP 18) brannte er mit seinem Spikes-bereiften Ford Focus WRC eine Zeit in den Schnee, der selbst Loeb nichts entgegen zu setzen hatte. Für die genau 30 Kilometer im norwegischen Eiskanal benötigten Hirvonen und sein Beifahrer Jarmo Lehtinen 16 Minuten und sieben Sekunden. Der Rekordweltmeister und sein Co Daniel Elena waren ganze 5,3 Sekunden langsamer. Damit verkürzte Hirvonen den Rückstand auf unter zehn Sekunden.

Doch Loeb, der bereits den Atem des Verfolgers spürte, reagierte gewohnt souverän und stellte auf der darauffolgenden WP 19 (Elverum 1) klar, dass er bei Bedarf immer noch ein Quäntchen schneller kann. Mit 6,1 Sekunden Vorsprung vor Hirvonen driftete der Franzose über die Ziellinie und machte damit Hirvonens Anstrengungen aus der vorherigen Prüfung gleich wieder zunichte. Der Abstand des schnellen Nordmanns wuchs wieder auf 15,8 Sekunden an.

Der Rest der Rallye-Weltelite konnte den beiden Führenden nur kopfschüttelnd und mit gehörigem Abstand folgen. Latvala, Henning Solberg und Co kamen an die Zeiten von Loeb und Hirvonen nicht heran. Jari-Matti Latvala verbuchte auf WP 18 zwar die drittbeste Zeit, war mit einem Rückstand von 19,3 Sekunden schon deutlich langsamer als sein Teamkollege Hirvonen. Sein Abstand im Gesamtklassement auf den führenden Loeb vergrößerte sich damit auf 57,2 Sekunden.

Nach hinten hatte der 24-jährige Finne jedoch reichlich Luft. Henning Solberg folgte mit knapp zwei Minuten Abstand auf dem vierten Rang. Dahinter manifestierte Loebs Teamkollege Dani Sordo im Citroen C4 seinen fünften Gesamtrang vor Neu-Privatier Petter Solberg.

Knisternde Spannung vor der letzten WP

Und weiter ging das Wechselspiel der WP-Bestzeiten. Die 20. Wertungsprüfung konnte wiederum der Ford-Pilot mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1,2 Sekunden vor Loeb für sich entscheiden. Dahinter das übliche Bild: Latvala vor Dani Sordo und Henning Solberg. Citroen-Youngster Sebastien Ogier verbuchte auf WP 20 die sechstbeste Zeit, 13 Sekunden hinter Hirvonen. Zu diesem Zeitpunkt lag der Franzose, der am Vortag wegen Motorproblemen zwei Strafminuten kassierte, mit komfortablen zwei Minuten und 40 Sekunden Vorsprung vor Conrad Rautenbach auf Position zehn.

Doch dann sollte es auch im Kampf um die letzte Top-Ten-Platzierung noch einmal richtig spannend werden. Auf WP 21 glänzte das Nachwuchstalent Ogier mit hervorragenden Zwischenzeiten. In einer Kurve rutschte der 26-jährige Franzose jedoch in einen Schneewall und verlor rund zwei Minuten. Der Vorsprung auf den Südafrikaner Rautenbach schmolz in der Kältekammer Norwegens auf nur noch 58 Sekunden zusammen.

Eine Prüfung zuvor erwischte es Andreas Mikkelsen. Der Subaru-Pilot hatte auf der 20 Kilometer langen WP 20 einen Plattfuß. Nachdem er das Reserverad aufgezogen hatte, traf er wenig später einen in einem Schneewall versteckten Felsen und fing sich den nächsten Reifenplatzer ein. Mangels Reserverad musste Mikkelsen die Rallye somit aufgeben.

An der Spitze knisterte die Spannung nach der Zieldurchfahrt der 21. Wertungsprüfung. Mikko Hirvonen hatte dem führenden Loeb erneut 6,4 Sekunden abgenommen. Auf WP 22 knabberte der Finne weitere 0,5 Sekunden des Vorsprungs ab. Damit trennten die beiden Führenden vor der alles entscheidenden WP 23 (Budor 2) nur 7,7 Sekunden. Hirvonen blieben knapp 20 Kilometer, um den Rückstand auf den Weltmeister aufzuholen.

Loeb siegt vor Hirvonen

Nach zehn Kilometern war der Finne allerdings schon 1,2 Sekunden langsamer als sein Rivale. Am Ende reichte es nicht ganz: Loeb benötigte für die knapp 20 Kilometer genau 2,1 Sekunden weniger als Hirvonen und sicherte sich am Ende mit 9,8 Sekunden Vorsprung den zweiten Sieg im zweiten WM-Lauf. Loeb freute sich im Ziel über weitere 10 Punkte im Kampf um die WM-Krone: "Es war eine tolle Rallye, aber auch eine sehr schwere. Ich musste von der ersten Prüfung bis zur letzten wirklich am absoluten Limit fahren. Mental war es unheimlich schwierig, weiter zu pushen obwohl ich wusste, dass wir bis zur letzten Kurve noch alles verlieren konnten. Ich wollte hier auf Schnee unbedingt gewinnen und es ist ein tolles Gefühl. Es war eine wundervolle Rallye. Die Prüfungen sind einfach unglaublich und es ist um so Vieles aufregender, wenn Du Dich in einem so engen Kampf befindest."

Mikko Hirvonen zeigte sich im Ziel erleichtert darüber, dass die Hatz am Limit ohne Unfall zu Ende ging: "Ich bin froh, dass es jetzt vorüber ist. Es war ein sehr guter Fight mit Sebastien. Ich bin nicht verärgert darüber, dass ich am Freitag einige Sekunden verschenkt habe."

Jari-Matti Latvala musste auf der letzten WP der Rallye Henning Solberg den Vortritt lassen,sicherte dem Ford-Team jedoch mit dem dritten Gesamtrang (eine Minute 22 Sekunden hinter Loeb) den letzten Podestplatz. Der Finne war mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, da er das Tempo der beiden Führenden während des gesamten Wochenendes nicht ganz mitgehen konnte. "Es war bei der zweiten Durchfahrt von Budor rutschiger als bei der ersten Schleife. Insgesamt war es ein etwas frustrierendes Wochenende, es lief nicht ganz wie erhofft. Aber ich freue mich auf die nächste Rallye."

Henning Solberg konnte sich über eine gelungene Vorstellung vor heimischem Publikum freuen. Der Norweger belegte mit seinem Stobart-M-Sport Ford Focus den vierten Gesamtrang (3 Minuten 33 Sekunden hinter Loeb). Auf Position fünf folgte der Spanier Dani Sordo vor Petter Solberg, der bei seinem ersten Einsatz mit dem privaten Citroen Xsara WRC in die Punkte fuhr.

Urmo Aava gelang auf der letzten WP die sechstbeste Zeit. Im Gesamtklassement sortierte sich der Ford-Pilot auf Rang acht ein.

Sebastien Ogier entschied den Kampf mit Conrad Rautenbach am Ende deutlich für sich. Zum Abschluss der Rallye ließ der Franzose noch einmal mit der fünftbesten Zeit aufhorchen, was am Ende zu Platz zehn reichte.

<

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige