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Rallye-Porsche GT3

Der letzte Schrei

Foto: Oliver Kleinz 8 Bilder

Olaf Dobberkau setzt dem ewigen Mitsubishi- und Subaru-Einerlei im seriennahen Rallyesport ein Ende. Der Schleusinger tritt mit einem Porsche GT3 in der Deutschen Rallyemeisterschaft an.

18.04.2007 Powered by

Es kamen zwei Dinge zusammen: Olaf Dobberkau stellte fest, dass ein Sechszylinder-Boxer viel besser klingt als ein Turbo-Vierzylinder, und dass ein Porsche um Welten mehr Aufmerksamkeit erzeugt als noch ein weiterer Mitsubishi Evo. Als logische Konsequenz folgte die Anschaffung eines Porsche GT3 für die nach einjähriger Pause wieder eingesetzte Deutsche Rallyemeisterschaft.

Im Auftrag von Porsche hat der belgische Tuner Futureworld insgesamt zehn Rallye-Versionen des GT3 aufgebaut, von denen Dobberkau einen erwarb. Mit einem Neupreis von 125.000 Euro ist der rallyefertige Porsche dabei nicht einmal teurer als ein gut vorbereiteter Gruppe N-Subaru oder Mitsubishi. "Die Einsatzkosten sollten sogar niedriger sein, denn im Porsche sind ja überwiegend Serienteile verbaut", sagt Dobberkau.

Stärker aber schwerer

Tatsächlich bleibt der 3,6 Liter-Sechszylinder komplett unverändert. Mit seinen 381PS ist er den Gruppe-N-Autos mit ihren Luftmassenbegrenzern ummindestens 100 Pferdestärken voraus. Allerdings hat die Turbo-Fraktion mindestens 500 Newtonmeter Drehmoment und Allradantrieb zu bieten, während der Elfer sich mit Heckantrieb und 385 NM begnügen muss.

Während ein Rundstrecken GT3 etwa 1.200 Kilogramm auf die Waage bringt, ist derauf dem Serienauto aufgebaute Rallye-GT3 1.300 Kilogramm schwer. Von Behäbigkeit dennoch keine Spur: "Bei niedrigem Tempo kommt er in engen Kurven schon ganz schön rum. Bei hohem Tempo ist er dagegen einfacher zu fahren. Bei Tempo 200 ist er fast nicht zum Übersteuern zubringen", sagt Dobberkau.

Im oberen Geschwindigkeitsbereich sorgt der Heckflügel für reichlich Stabilität, im unteren hilft eine hydraulische Handbremse, die Wendigkeit noch zu erhöhen.

Olaf Dobberkau: "Du musst wissen, was du tust."

Ganzeinfach zu fahren ist der Porsche nicht. "Du solltest schon wissen, was du tust", sagt Dobberkau, der abgesehen von zwei Einsätzen im Volvo-Cup und einem Probelauf bei der Rallye Ostalb bisher keinerlei Erfahrung mit Hecktrieblern hat. Um sich besser an das neue Auto zu gewöhnen und eine passable Abstimmung zu finden, durfte er mit Hilfe eines Porsche-Ingenieurs einen Tag lang auf dem Testgelände in Weissachfahren. "Da haben sich die Mitarbeiter schon die Nasen an den Fenstern plattgedrückt, als sie einen GT3 plötzlich über einen Schotterweg brettern sahen", sagt Dobberkau.

Für richtige Schotterprüfungen ist der Porsche mit seiner geringen Bodenfreiheit nicht geschaffen, dementsprechend rechnet sich Dobberkau beim Saisonauftakt, der Vogelsberg-Rallye (20. bis 21. April) mit ihrem 30prozentigen Schotteranteil keine großen Siegchancen aus. Ob er beim Saisonsinfale in der Lausitz (100 Prozent Schotter) auch auf den Porsche setzt oder doch wieder einmal seinen Mitubishi Evo VI aus der Garage kramt, hat Dobberkau noch nicht entschieden.

Immer schön auf der Straße bleiben

Sponsoren zu finden, ist mit dem exotischen Renner deutlich einfacher als mit einem Gruppe N-Auto unter vielen. Dennoch stehen erst 60 Porozent des Budgets. Dobberkau hofft 2007 auf seinen ersten DRM-Laufsieg, und eine problemlose Saison. "Es dürfte nicht viel kaputt gehen, es sei denn ich verlasse die Straße", sagt der gelernte Fahrlehrer.

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