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RAM Pickup Rückruf USA

Desaster für Fiat-Chrysler

Ram Pickup MY 2014 Foto: FCA 7 Bilder

Schwarzer Tag für Fiat Chrysler: der Konzern muss auf Regierungs-Anordnung 500.000 Pickups zurückkaufen und eine hohe Millionenstrafe zahlen.

27.07.2015 Torsten Seibt Powered by

Dieser Juli dürfte bei Fiat-Chrysler in die Geschichtsbücher eingehen. Mit einer Strafzahlung in Höhe von 105 Millionen US-Dollar und einer beispiellosen Rückkaufsaktion wurde der Konzern von der Aufsichtsbehörde National Highway Traffic Safety Administration zu einer Rekordstrafe verdonnert. Betroffen sind rund 500.000 RAM Pickups aus den Baujahren 2009 bis 2012. Hintergrund sind Probleme an der Lenkung der Fahrzeuge, die zum Ausfall der Lenkung führen können.

Rückkauf von 500.000 RAM Pickups

Statt eines normalen Rückrufs ist die Anordnung, die betroffenen Fahrzeuge von den Kunden zurück zu kaufen, in dieser Dimension bislang einzigartig in den USA. Fiat-Chrylser muss den Eignern die RAM Pickups zum aktuellen Marktwert abkaufen, die Besitzer haben allerdings auch die Möglichkeit, sich die Reparaturkosten erstatten zu lassen. Ebenfalls von dieser Rückkaufaktion betroffen sind 2009er Modelle des Chrysler Aspen und des Dodge Durango sowie Dodge Dakota Pickup von 2009 bis 2011. Marktkenner haben errechnet, dass auf Fiat-Chrysler durch diese Aktion mehrere Milliarden US$ an Kosten zukämen, wenn alle betroffenen Fahrzeuge angekauft werden. Diese Summe könnte sich allerdings durch einen späteren Wiederverkauf nach Reparatur entsprechend reduzieren.

Zusätzlich wurde Fiat-Chrysler dazu verpflichtet, den Besitzern von mehr als einer Million Jeeps unter anderem der Modellreihe Grand Cherokee eine Inzahlungnahme des Fahrzeugs überhalb des Marktwertes oder eine finanzielle Entschädigung anzubieten. Hier geht es um die Positionierung des Fahrzeugtanks im Heck, die laut NHTSA bei einem Heckaufprall ein überhöhtes Risiko für einen Fahrzeugbrand darstellt. US-Behörden bringen mindestens 75 Todesfälle nach einem schweren Auffahrunfall mit diesem Sachverhalt in Verbindung. Der Konzern hingegen bleibt bei seinem Standpunkt, der Ort der Tankmontage bei den betroffenen Fahrzeugen sei eine allgemein übliche Konstruktionsweise bei allen Herstellern.

Inzahlungnahme von einer Million Jeeps

Das alleine wäre bereits ein Desaster für die Konzern-Finanzen, doch der Juli 2015 brachte in den USA noch weitere Mega-Rückrufaktionen für Fiat-Chrysler. Zuletzt hatte der "Hack" eines Jeep Cherokee weltweit für Aufsehen gesorgt, für ein Software-Update hat Fiat-Chrysler aktuell 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert.

Auch der aktuelle RAM-Pickup ist in den jüngsten Juli-Rückrufaktionen millionenfach betroffen: bei rund 670.000 RAM aus den Baujahren seit 2012 muss ein Crashsensor neu kalibriert werden, der ansonsten möglicherweise unvermittelt die Seitenairbags auslösen könnte. Weitere 1.060.531 RAM Pickups aus den Baujahren 2011 bis 2014 müssen in die Werkstatt, weil ein Kabel für die Airbagsteuerung im Lenkrad durchscheuern und den Airbag auslösen könnte.

Die zusätzliche Strafzahlung in Höhe von 105 Millionen Dollar ist die höchste jemals vom NHTSA verhängte. Sie wird mit einem Verstoß gegen die Vorgaben des Motor Vehicle Safety Acts begründet. Vorangegangen war eine Anhörung Anfang Juli, bei der sich Vertreter des Konzerns zu Verzögerungen und unterbliebenen Informationen im Zusammenhang mit 23 Rückrufaktionen bekannten, die insgesamt rund elf Millionen Fahrzeuge betrafen.

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