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Range Rover Evoque im Innenraum-Check

Wahre Schönheit kommt von innen

Range Rover Evoque, Innenraum-Check Foto: tge/dde 49 Bilder

Der Range Rover Evoque ist das Schicki-Micki-Modell aus der Land Rover-Schmiede. Ob er mehr strahlt und blendet als mit guter Qualität und freundlicher Bedienung zu überzeugen, finden wir im Innenraum-Check heraus.

20.07.2012 Dina Dervisevic Powered by

Schön schick steht er da in der Tiefgarage – weiß lackiert mit schwarzem Dach und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen. Aber wir wollen uns dem Innenraum widmen – und zwar bei erbarmungslosem Tageslicht. Wir beginnen damit auf der Fahrerseite die Entriegelungstaste für den Tankdeckel zu suchen – schließlich wollen wir uns an der Zapfsäule nicht blamieren und gut vorbereitet sein. Die Suche ist vergeblich, denn ein Fingerdruck am Deckel reicht und er springt auf. Gut, dass wir das vorher geklärt haben, denn unterwegs mit dem Range Rover Evoque bleibt man nicht unbeobachtet.

Range Rover Evoque Dynamic ab 41.700 Euro

Würden sich die Neugierigen näher ran trauen, könnten Sie sich die Netzhaut auch vom Anblick des Innenraums verwöhnen lassen: Zweifarbige, perforierte Ledersitze in Elfenbein und Grau, strukturierte Kunststoffflächen gepaart mit Aluminium- und Ledereinsätzen, Lederlenkrad, heller Dachhimmel, und Panoramaglasdach. Das Alles sieht nicht nur gut aus, es fasst sich auch schön an. Die graue, strukturierte Oberfläche des Armaturenbretts, der Mittelkonsole und den Türverkleidungen wirkt entweder staubabweisend oder macht ihn einfach unsichtbar. Die Zierleisten aus Aluminium sind nicht glatt auf Hochglanz poliert, so bleiben Fingertapser verborgen und niemand wird durch reflektiertes Sonnenlicht geblendet. Das hat natürlich seinen Preis: In der höchsten Ausstattungsvariante Dynamic rollt der Range Rover Evoque ab 41.700 Euro an.

Range Rover Evoque Media Launch 2:51 Min.

Sitzverstellung fordert Geduld

Wir dürfen den Innenraum kostenlos inspizieren und entern das Steuer. Sitzhöhe und Lehnenneigung werden elektrisch verstellt, vor und zurück geht es per Muskelkraft, was auch für die Lenkrad- und Kopfstützenverstellung gilt. Die Anpassungen für die 1,60-Meter-Dame oder den 1,90-Meter-Mann gehen zwar problemlos, ziehen sich aber in die Länge. Beim Hochfahren der Sitzfläche wird die Dame etwas zappelig. Als Herr Gerhardt die Sitzfläche wieder ganz nach unten sinken lässt, bringt die Ungeduld schon den ein oder anderen Fingernagel in Gefahr. Dann wird noch einmal getauscht, es geht wieder nach oben und letztendlich wurden drei Fingernägel abgekaut.

Ein weiteres Manko: Bei 1,60-Meter Körpergröße könnte die vordere Kante der Sitzfläche auf langen Fahrten in der Kniekehle nerven. Per Knopfdruck den Sitz absenken schafft Abhilfe, verbessert allerdings nicht die Sicht der Fahrerin. Bleiben wir also oben. Der Blick in den Rückspiegel zeigt eine sehr schmale Heckscheibe; fährt man bergauf sieht der Fahrer nur noch Asphalt und dicht auffahrende Verkehrsteilnehmer. Die breite C-Säule des Range Rover Evoque verlangt nach einem besonders gründlichen Schulterblick, aber der ist – wie Sie wissen – sowieso obligatorisch.

Range Rover Evoque mit geräumigem Fond

Die Panoramasicht, die der Fahrer nach hinten nicht hat, genießen die anderen Insassen, wenn sie den Blick Richtung Dachhimmel schweifen lassen: Per Knopfdruck und gegen 1.550 Euro Aufpreis schiebt sich die hell-beige Abdeckung nach hinten, um den Innenraum mit Tageslicht zu fluten. Und das muss er nicht scheuen: Auch der Fond des Range Rover Evoque Dynamic wirkt wie eine Erste-Klasse-Sitzreihe. Wir stellen zum vierten Mal die Sitzposition um (ein weiterer Fingernagel muss dran glauben), so dass der Fahrgast mit dem Platzangebot hinter einem 1,90 Meter großen Fahrer klarkommen muss. Platzieren sich weitere 1,90-Meter dahinter, bleibt trotzdem noch genug Raum für  Knie und Füße und um die Frisur muss ebenfalls nicht gebangt werden. Ein bisschen mehr Beinauflage wünscht sich der großgewachsene Kollege, doch die Dame winkt ab – die Kniekehlen danken.

Die Ablagefächer der Fondtüren sind nicht ganz so geräumig wie die der vorderen Türen, packen aber trotzdem eine Menge Kleinkram weg und hindern ihn auch während zügiger Kurvenfahrt am Umherfliegen. Nicht ganz Flugsicher sind die Ablagen in der Mitte, dafür lässt sich allerlei Kram zwischen elastischen Netzen und Vordersitzlehnen festklemmen. Fahrer und Beifahrer steht ein Fach unter der Armlehne, das Handschuhfach und zwei Getränkehalter auf der Mittelkonsole zur Verfügung. Im Kofferraum des Range Rover Evoque ist Platz für 440 Liter Gepäck und auch ein Stromanschluss hält sich bereit. Ein weiteres Fach befindet sich unter der Laderaumabdeckung, allerdings ist es mit einem Styropor-artigen Material ausgekleidet, dem keine spitzen oder kantigen Gegenstände zugemutet werden sollten.

Nicht zumutbar für Ungeduldige: Die verschiebbaren Elemente auf den Laderaumschienen. Kollege Gerhardt hat die Ruhe weg und frickelt so lange rum, bis sich etwas verschieben lässt, Frau Dervisevic verliert einen weiteren Fingernagel an die Ungeduld.

Cockpit für anspruchsvollen Tastsinn

Auf Knopfdruck schließen wir den Kofferraum und widmen uns wieder dem Cockpit – Beschäftigungstherapie für die Finger. Jede Taste, jeder Knopf sitzt perfekt, die Belüftungsöffnungen lassen sich schließen indem am Rädchen gedreht wird, der Blinkerhebel wird mit Schmackes nach oben und unten gedrückt. Die Finger wollen weiterspielen. Wo ist der Startknopf? Es geht weit nach oben bis auf Höhe der Rundinstrumente, Fuß von der Bremse, einmal drücken und die Zündung ist an. Der Wählhebel ist keiner: Rückwärtsgang, Leerlauf und Fahrmodus werden per Drehknopf gewählt, der sich bei Motorstart aus der Mittelkonsole erhebt.

Langwierige Zieleingabe

Die Beschäftigungstherapie für die Finger ist noch nicht beendet, der Bordcomputer wird  inspiziert: Die verschiedenen Bereiche wie Audio, Navigation und Einstellungen werden über die Tasten rechts und links angewählt, dann geht es über den berührungsempfindlichen Bildschirm weiter. Alles funktioniert beim ersten Fingerdruck – wenn man weiß wie es geht. Die Zieleingabe ist klar, allerdings braucht es wieder einmal etwas Geduld: Nach jedem angetippten Buchstaben sieht es so aus, als ob der Bordcomputer neu laden müsste. Lange Straßennamen könnten bei Ungeduldigen zu weiterem Fingernagel-Verlust führen. So, jetzt ist die Adresse eingegeben. Und wie geht’s jetzt weiter? Wir suchen das Feld „Zielführung starten“, finden es nicht und drücken „Ziel“. Aha. Jetzt kann’s losgehen.

Den iPod will er nicht

Nein, doch nicht: Die musikalische Begleitung für die Heimfahrt fehlt noch. Unter der Armlehne zwischen Fahrer unter Beifahrer befindet sich ein kleines Fach in dem sich der MP3-Player nicht nur verstauen, sondern auch per USB-Eingang anschließen lässt. Gesagt, getan. Doch es passiert nichts. Wir suchen die Untermenüs ab, um dem Evoque mitzuteilen welche Audioquelle wir nutzen möchten, doch er will nur CDs servieren. Nach dem vierten Versuch und zwei weiteren abgekauten Fingernägeln zeigt er uns dann endlich auch den iPod als Quelle an und wir drehen auf. Das Klangbild passt perfekt zum Range Rover Evoque: Die Töne kommen satt, die Höhen sind nicht zu scharf und der volle Bass drängelt sich etwas in den Vordergrund – perfekt zum „posen“ in der Innenstadt.

Wer also das nötige Kleingeld für ein praktisches Auto mit ausreichend Platz im Fond, Erste-Klasse-Interieur und schickem Erscheinungsbild ausgeben möchte, könnte sich vom Range Rover Evoque Dynamic verführen lassen. Allerdings sollte man nicht überdurchschnittlich ungeduldig sein – oder einfach keinen Wert auf seine Fingernägel legen.

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