Neue Spoiler und Schweller, edle Felgen - schön und gut, aber eben für jedermann käuflich. Und wenn der Nachbar ins gleiche Regal greift, ist es mit der eigenen Individualität schon vorbei.
Polnische Autofreaks gehen, inspiriert durch Vorbilder aus den USA, einen neuen, einen anderen Weg. Einzigartigkeit entsteht hier durch gezielte Zerstörung. Gefragt ist weder Glanz noch Perfektion, das angestrebte Ziel ist die völlige Destruktion. Rost ist keine Schande, sondern gewolltes Stilmittel. Kommt er nicht von allein, so wird mitunter mechanisch oder chemisch nachgeholfen. Die Fahrbarkeit muss dabei allerdings unter allen Umständen erhalten bleiben.
Im Gegenteil, sie wird im Gegensatz zur Optik, gezielt optimiert. Schwachbrüstige Werksmotoren müssen potenten Triebsätzen weichen. Alte VW Käfer werden so beispielsweise mit getunten Aggregaten aus dem Porsche 914 oder gar dem Sechszylinder-Boxer der 911er Modelle aufgepeppelt. Anders als bei der Karosse ist hier auch die Präsentation wichtig, polierte oder lackierte Teile allgegenwärtig.
Einen hohen Stellenwert legen die Rat Styler auch auf straff abgestimmte Fahrwerke und kräftige Bremsen - hier wird geklotzt und nicht gekleckert.
Stilvoll geht es auch im Innenraum zu. Gezielt gesetzte Accessoires lassen den Zeitgeist des in der Regel weit zurückliegenden Baujahrs wieder aufleben. Man trägt den Nerz eben lieber innen. Außen sind an den alten Gölfen, Kadetts, Käfer unterdessen nicht selten Aufkleber mit der Aufschrift "nicht wegwerfen" zu finden um dem Rat-Car den versehentlichen Weg in die Müllpresse zu ersparen.
Seinen Weg nach Deutschland wird der Rat Style-Fashion-Trend wohl nicht finden - wachen doch hierzulande Sachverständige penibel über die Gesundheit der fahrbaren Untersätze.






