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Ratgeber Motoröl

Was bei der Ölwahl zu beachten ist

Motoröl

Autofahrer genießen heute den Luxus, beim Auto kaum noch Wartungsarbeiten selbst durchführen zu müssen. Eine lästige Pflicht bleibt aller­dings: die regelmäßige Kon­trolle des Schmierstoffpegels − egal ob elektronisch per Anzei­ge im Cockpit oder nach alter Tradition mit dem Ölmessstab

26.07.2009 Peter Wolkenstein

Denn allem technischen Fort­schritt zum Trotz können auch moderne Motoren durchaus 0,5 Liter Öl pro 1.000 Kilometer verbrauchen, ohne dass ein Defekt vorliegen muss - je nach Konstruktion und Ein­satzbedingungen sogar mehr.

Regelmäßige Ölkontrolle ist wichtig

Ein Ölwechsel ist je nach Her­steller zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern oder alle ein bis zwei Jahre fällig (siehe auch Tabelle). Manche Aggregate sind dabei auf star­re, manche auf variable Wech­selintervalle ausgelegt. Da zwi­schen zu viel und zu wenig Öl in der Regel nur ein Liter Spiel­raum herrscht, ist eine regel­mäßige Kontrolle - etwa alle zwei Tankstopps - zwischen den Wechselintervallen unum­gänglich, wenn kein Motor­schaden mangels ausreichender Schmierung riskiert werden soll.

Signalisiert der Pegelstand Nachfüllbedarf, beginnen aber oft die Probleme. Da steht der unbedarfte Autofahrer an der Tankstelle und fragt sich ange­sichts der breiten Auswahl an Ölen: Was muss denn in mei­nen Motor? Längst benötigen nicht nur leistungsstarke Trieb­werke hochwertigen Schmier­stoff. Auch in Brot-und-Butter-Autos finden sich Motoren mit variablen Wartungsintervallen, Diesel-Partikelfilter oder Pum­pe-Düse-Einspritzung, die Öle mit speziellen Eigenschaften erfordern.

Das hat dazu geführt, dass vor allem deutsche Autohersteller schon vor längerer Zeit eigene Hausnormen entwickelt haben, deren Leistungsmerkmale von den ursprünglich gemeinsam festgelegten Spezifikationen abweichen. Allein im VW-Kon­zern sind elf verschiedene Mo­toröl-Normen definiert. In die­sem Spezifikationen-Dschungel fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Mittlerweile wurde die Vielfalt zwar wieder etwas eingedämmt. Dennoch macht sich beim Autofahrer Verunsi­cherung breit, wenn er auf den Öldosen Bezeichnungen wie etwa BMW LL04, MB 229.31 und VW 507 00 liest oder fest­stellen muss, dass die Tank­stelle kein geeignetes Öl vorrä­tig hat. Angesichts der Menge an unterschiedlichen Ölen kei­ne Seltenheit.

Nie Motoröle ohne Herstellerfreigabe benutzen

Schmierstoff-Anbieter helfen mit Zuordnungstabellen bei der Suche nach dem pas­senden Öl, doch der sicherste Weg führt über die Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Dort steht die benötigte Spezifikation. Ob der Schmierstoff von einem anderen Hersteller als bei der Erstbefüllung stammt, spielt dagegen keine Rolle - Mischen ist erlaubt.

Wer angesichts der hohen Li­terpreise von bis zu 30 Euro zu einem billigeren Produkt ohne passende Herstellerfreigabe greift, handelt fahrlässig. So genannte Longlife-Öle ermöglichen etwa bei VW je nach Einsatzbedingungen Wechselintervalle bis zu 30.000 km. Das funktioniert aber nur, wenn auch beim Nachfüllen Schmierstoff mit vorgeschriebener Longlife-Qualität ver­wendet wird. Falls kein ent­sprechendes Öl zur Verfügung steht, darf der Autofahrer etwa bei VW auch eine ebenfalls normierte Alternative einfüllen - aber nur ein Mal und nur maximal bis zu einem halben Liter. Wer dies zwischen den Wechselintervallen häufiger tut, riskiert einen Motorscha­den und Probleme bei Garan­tie- oder Kulanzforderungen, wenn der Schaden nachweis­lich auf falsches Öl zurückzu­führen ist.

Es lohnt also, sich nicht erst im Ernstfall mit der Frage zu beschäftigen, welches Öl in den Motor darf, und deshalb einen Liter zum Nachfüllen an Bord zu haben. Übrigens: Auch das richtige Motoröl sollte nicht über die Maximalmarke verabreicht werden. Denn zu viel Schmierstoff bekommt dem Aggregat ebenfalls nicht.

HerstellerÖlwechsel alle kmoder MonateWartungs- Intervallanzeige
Alfa Romeo20.00012–24modellabhängig
Audi30.00024alle
BMW30.00024alle
Chevrolet12.000 – 20.00012nein
Citroen15.000 – 30.00012–24modellabhängig
Dacia15.00012nein
Daihatsu15.00012nein
Dodge12.000 – 20.00012nein
Fiat20.000 – 30.00012–24modellabhängig
Ford20.00012modellabhängig
Honda15.000 – 20.00012alle
Hyundai15.000 – 20.00012modellabhängig
Jaguar16.000 – 24.00012alle
Jeep12.000 – 20.00012nein
Kia15.000 – 20.00012modellabhängig
Lada10.00012nein
Lancia15.000 – 30.00012modellabhängig
Land Rover10.000 – 25.00012modellabhängig
Lexus15.00012nein
Mazda15.000 – 20.00012modellabhängig
Mercedes30.00024alle
Mini15.00012alle
Mitsubishi15.000 – 20.00012modellabhängig
Nissan15.000 – 30.00012modellabhängig
Opel15.000 – 30.00012–24modellabhängig
Peugeot15.000 – 30.00012–24modellabhängig
Porsche30.00024alle
Renault15.000 – 30.00012modellabhängig
Saab30.00024alle
Seat15.00012alle
Skoda30.00024alle
Smart15.00012alle
Toyota15.00012nein
VW15.000 – 30.00012–24modellabhängig
Volvo30.00012–24alle
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