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Rechtschutz

Leistungen unter die Lupe nehmen

Rechtsschutzversicherungen können noch Ende 2006 teurer werden. Autofahrer sollten vor Vertragsabschluss prüfen, welche Leistungen sie benötigen. Speziell der Verkehrsrechtsschutz kann sich lohnen

02.12.2006 Henning Busse

Seit Juli 2004 gilt eine neue Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Die Versicherungen hoben daraufhin in den letzten Jahren die Prämien beim Rechtsschutz an. Experten zufolge kann es noch Ende 2006 zu einer Preiserhöhung kommen.

Für Verbraucher bedeutet das, genau zu prüfen, welcher Schutz überhaupt nötig ist. Denn nicht alle Verträge rechnen sich. Der Verkehrsrechtsschutz lohnt sich auf jeden Fall. Gerade in diesem Bereich kommt es schnell in Folge von Verkehrsverstößen oder -unfällen zu sehr teuren Streitigkeiten vor Gericht. Nicht selten geht es um Streitwerte von 20.000 Euro, was am Ende Kosten von 5000 Euro verursachen kann. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in der Regel alle anfallenden Ausgaben wie etwa die Anwaltsgebühren, Zeugengelder, Sachverständigenhonorare, Gerichtskosten oder unter Umständen die Auslagen des Gegners.

Auch bei Verteidigungen in Sachen Strafverfahren sowie Führerschein-, Kfz-Steuer- und Autokaufschwierigkeiten versprechen die Konzerne Hilfe. Rechtsschutzpolicen gibt es in verschiedenen Formen. Einige Assekuranzen bieten Singles, die kein Auto besitzen und ständig Dienst- oder Mietwagen nutzen, spezielle Verträge an. Diese Policen gibt es ab 30 Euro. Sie bieten meist auch Schutz, wenn man als Fahrgast, Fußgänger oder Radler unterwegs ist.

Wer ein Auto besitzt, dem wird sehr oft der etwas teurere fahrzeugbezogene Vertrag angeboten. Versichert ist jeder berechtigte Nutzer des Wagens. Der Vertragsinhaber ist auch in anderen Autos (etwa Mietwagen) und im übrigen Straßenverkehr geschützt. Teurer, aber sinnvoll für Mehrpersonenhaushalte ist dagegen die Familien- Police (ab 60 Euro). Sie ist im Grunde ein erweiterter Fahrzeugrechtsschutz und umfasst alle auf den Versicherungsnehmer sowie dessen Partner zugelassene Autos. Ebenso sind die Kinder mitversichert, solange sie noch nicht volljährig oder berufstätig sind. Wichtig sind zudem die Vertragsinhalte.

Teuer, aber sinnvoll

 Dazu empfi ehlt der Bund der Versicherten (BdV), dass eine Selbstbeteiligung vereinbart werden sollte. Die Absicherung von kleinen Streitigkeiten sei nicht sinnvoll, so die Experten. Außerdem kann dieser Schritt die Beiträge um bis zu 30 Prozent drücken. Darüber hinaus ist auf eine Deckungssumme von mindestens 250 000 Euro zu achten – genauso wie auf die „Wartefrist“, die regelt, wann der Schutz nach Vertragsabschluss beginnt. Die Frist sollte im Verkehrsrechtsschutz entfallen. Obendrein ist auf eine weltweite Hilfe zu schauen, rät der BdV. Und noch etwas: Rechtsstreitigkeiten bei Halteund Parkverstößen decken einige Versicherer überhaupt nicht ab. Auch die Beiträge verdienen eine Betrachtung. Zum einen beträgt der Preisunterschied in der Branche je nach Assekuranz und Vertrag bis zu 200 Prozent. Zum anderen bieten einige Gesellschaften ihre Policen online günstiger an als über den Vertreter.

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