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Rechtstreit um Markenrechte

Ferrari verliert Testarossa

Ferrari Testarossa - Miami Vice - Sportwagen Foto: Mecum / Newspress USA 8 Bilder

Ferrari hat den Rechtsstreit um seine Marke Testarossa verloren. Der Sportwagenhersteller muss nun in die Löschung der deutschen und der internationalen Marke Testarossa einwilligen. Geklagt hatte ein Spielwarenhersteller.

03.08.2017 Uli Baumann 1 Kommentar

Gefällt wurde diese Entscheidung vom Landgericht in Düsseldorf. Das Urteil kann noch beim Oberlandesgericht angefochten werden. Ferrari hatte von 1984 bis 1996 das Sportwagenmodell Ferrari Testarossa in Italien gebaut. Der Sportwagenbauer habe die Marke in den vergangenen fünf Jahren aber nicht mehr ausreichend genutzt, begründete eine Gerichtssprecherin die Entscheidung. „Eine Marke muss genutzt werden, damit sie geschützt bleibt. Das hat das Unternehmen hier nicht getan.“

Geklagt hatte der Nürnberger Spielzeugfabrikant Kurt Hesse, der die Marke Testarossa bislang für Modellautos genutzt hatte und den den Modellnamen künftig für Fahrräder, E-Bikes und Rasierer nutzen möchte. Ferrari habe den Modellnamen Testarossa seit gut 20 Jahren nicht mehr genutzt, hatte der Unternehmer argumentiert. Mit dem Erlöschen der Marke Testarossa entfallen auch die Lizenzgebühren, die Hesse bisher zahlen musste. Hesse ist der frühere Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion und leitet inzwischen die Autec AG in Nürnberg.

Ferrari tut zu wenig für Testarossa

Ferrari Testarossa GebrauchtwagenIch kauf mir einen Ferrari

Der italienische Sportwagenbauer Ferrari hatte argumentiert, immerhin sei man nach wie vor mit Wartung, Reparatur und Aufbereitung der Testarossas beschäftigt. Damit nutze man die Marke tatsächlich. Doch das hatten die Richter nicht gelten lassen, weil das Unternehmen diese Dienstleistungen unter der Dachmarke Ferrari erbringe. Und die Nutzung von Testarossa im Ersatzteilgeschäft habe einen zu geringen Umfang.

Der Ferrari Testarossa wurde 1984 als Nachfolger des Ferrari 512 BB vorgestellt. Sein 4,9 Liter großer Zwölfzylindermotor leistete 390 PS und 490 Nm. Damit beschleunigte der Sportwagen in 5,3 Sekunden von Null auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h. Markant am von Pininfarina gezeichneten Testarossa waren die seitlichen Lamellen. Zum Kultsportwagen wurde der Testarossa als Filmauto von Sonny Crockett in Miami Vice.

Neuester Kommentar

liebe, peinliche redaktion, die bezeichnung "Testa Rossa" gab es schon in den 50ern, bei verschiedene versionen des Ferrari 250, für die berlinetta jahrgang 1984 wurde der name nur wiederbelebt.

so ist dieses rechtstreit eine noch grössere respektlosigkeit für die automobilgeschichte, und ein weiterer schritt zur anonymisierung und identitätsverlust.
eine schande ist das.

naja... 3. August 2017, 22:41 Uhr
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