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Reifen-Zukunft

Runflat, Tweel und sprechende Reifen

Reifen-Zukunft Foto: Hersteller 12 Bilder

Die Reifenentwicklung hat klare Ziele: leichter, leiser, sicherer und leistungsfähiger. Nur schwarz und rund wird der Reifen bleiben. Geht dem herkömmlichen Reifen über kurz oder lang die Puste aus?

26.08.2009 1 Kommentar

Zumindest wenn es nach den Größten im Gummi-Business geht, ist der luftfreie Reifen eines der heiß ersehnten Ziele. Denn eine Verbesserung der Pannensicherheit rangiert in den Lastenheften der Reifenköche mit an oberster Stelle. Didier Miraton, geschäftsführender Gesellschafter und Leiter des Technikzentrums bei Michelin, ist sich sicher: "Der Airless-Reifen wird kommen. Wir erproben ihn schon bei Baumaschinen."

Tweel: Rad-Reifen ohne Luftdruck

Ein Lösungsansatz hierfür ist das "Tweel". Dieses kommt schon bei Motorrollern zum Einsatz, auch bei Rollstühlen findet es Verwendung. Beim Automobil ist der flächendeckende Einsatz der Rad-Reifen-Kombination, die völlig ohne Luftdruck auskommt, noch Zukunftsmusik. Gegenüber herkömmlichen Reifen übernehmen beim Tweel hochflexible, zwischen Laufstreifen und Felge angeordnete Speichen die Dämpfungsaufgaben. Neben einer Verbesserung des Rollwiderstands soll das System den Vorteil bieten, dass die Steifigkeit des Reifens in vertikaler und horizontaler Richtung unabhängig voneinander abgestimmt werden kann.  

Selbstheilender Reifen von Pirelli


Der italienische Reifenmulti Pirelli forscht hingegen in anderer Richtung. Beim "selbstheilenden Reifen" registriert ein im Ventil integrierter Sensor einen etwaigen Druckverlust und meldet dies einem externen, in die Felge integrierten Luftbehälter. Aus dessen Reservoir werden die abfallenden Druckverhältnisse kompensiert. Eine langanhaltende Heilwirkung hat dieses Konzept zwar nicht, aber zumindest ist es in der Lage, den Druckverlust zu verlangsamen, um eine rettende Werkstatt aufsuchen zu können.

Runflat-Reifen: Weiterfahrt trotz Luftverlust

Der Runflat-Reifen verfolgt das gleiche Ziel, auch er gewährleistet eine Weiterfahrt trotz Luftverlusts. Dabei stützt sich der malade Reifen auf stabilen, mit mehr Gummi ausgearbeiteten Flanken auf. Allerdings kollidiert die Runflat-Technologie - neben den spürbaren Komforteinbußen - mit einem weiteren, wenn nicht sogar dem wichtigsten Entwicklungsziel: der Verringerung des Rollwiderstands.

Vor allem im Zeitalter der CO2-Reduzierung kommt der Thematik Leichtlaufreifen eine immer höhere Bedeutung zu. Michelin-Mann Miraton hat hierfür klare Vorstellungen: "Bis 2030 wollen wir den heutigen Rollwiderstand noch einmal halbieren." Franco Annunziato, Leiter des europäischen Entwicklungszentrums von Bridgestone, spricht von minus 20 Prozent bis zum Jahr 2015. Die Reifenzukunft ist ein Weg der kleinen Schritte, und dieser ist gepflastert mit Kompromisslösungen. Die Automobilindustrie fordert einerseits weniger Rollwiderstand. Andererseits darf die Sicherheit, allen voran der Nassgrip, nicht leiden.

Die Reifen der Zukunft werden sich weiter spezialisieren

Kleine, schmale Konstruktionen für den Stadtwagen mit Elektromotor, leichtere Pneus für den Sportwagen. Der wesentliche Fortschritt künftiger Entwicklungen liegt im spezifischen Materialmix begründet. Dabei führt die Reise "weg von auf Erdöl basierenden Komponenten und hin zu erneuerbaren Rohstoffen", prophezeit Xavier Fraiton von Goodyear. Das Chemielabor spielt also das Zünglein an der Waage - wie schon so oft in der über 100-jährigen Entwicklungsgeschichte des Reifens. So genannte funktionalisierte Polymere sind die jüngste Errungenschaft auf dem Gebiet der Synthesekautschuke. Durch gezielte chemische Modifikationen dieser Polymere wird Einfluss auf die Mischung und somit auf die Eigenschaften des Reifens genommen. Auch die Elektronik hält Einzug.

Der "sprechende" Reifen

Der Reifen wird noch mehr in das Gesamtsystem eingebunden und kommuniziert mit dem Auto. Sensoren im Innern des Reifen melden Informationen über den Reibwert der Straße, den Fahrzustand, die Temperatur und natürlich auch über den richtigen Luftdruck. So mag zwar dem Reifen irgendwann und in irgendeiner Form die Puste ausgehen, den Entwicklern aber sicherlich nicht.

Neuester Kommentar

Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass mein A8 (Facelift 2013) nur Dank seiner Reifen zu dem wurde, was alle meinen, dass er doch sein müsste, klingt das zunächst unglaubwürdig. Ja, es ist aber so und auch ich war zunächst überrascht.

In Rede steht hier die Sommerbereifung 275/35 R21. Diese Reifengröße gibt es bei Audi von zwei Herstellern Continental und Dunlop, wobei die Contis obligatorisch mit Geräuschabsorbern (ContiSilent) ausgestattet sind und die Dunlop nicht unbedingt. Bei Dunlop heißt der Geräuschabsorber übrigens NST (Noice Shield Technology) und soll angeblich bei Audi nur für den A8L W12 erhältlich sein. Anhand dieses Reifens, der im Grunde genommen im freien Handel problemlos in zwei Varianten erhältlich ist, und der Unterschied liegt nur in dem Vorhandensein des Geräuschabsorbers, ansonsten sind die Reifen identisch, kann ein eindeutiger Vergleich durchgeführt werden. Ich bin rein zufällig in diesen "Vergleich" rein gerutscht und kann folgendes dazu berichten: Mein A8 ist zuerst über 30 km mit den Reifen mit dem Geräuschabsorber gefahren (obwohl kein W12) und bekam dann die einfache "AO"-Ausführung. Der Unterschied in der Geräuschkulisse mit diesen Reifen war für mich sofort wahrnehmbar, vereinfacht ausgedrückt das entsprach nicht der Oberklasse. Auf rauer Oberfläche dröhnte der A8 bereits ab 20 km/h und das hörte nicht auf dafür wurde es immer lauter. Bis der Fehler festgestellt werden konnte sind Wochen vergangenen. Nachdem die Dunlop mit den drei Buchstaben "NST" drauf montiert wurden ist mein A8 wieder eine angenehme Limousine.

Sorry für die lange Ausführung, aber da muss man sich tatsächlich fragen, warum es heute so wenige Reifenhersteller gibt die Reifen mit dem Geräuschabsorber anbieten? Und warum in so wenigen Dimensionen? Der Q5 ist erst bei 21 Zoll dabei. Wer fährt das schon? Was ist bspw. mit den meistverkauften und gerade noch bequemen 19 Zoll?

Nach meiner Erfahrung sollten alle Hochleistungsreifen nur noch mit dem Geräuschabsorber produziert werden.

R.Lech 16. August 2016, 22:32 Uhr
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