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Reise Irland

Wetter-Fest

Foto: Jo Deleker 18 Bilder

Im Winter zeigt der irische Südwesten sein ursprüngliches Gesicht: keine Touristen, einsame Panoramastraßen, warmes Licht, und das nächste atlantische Sturmtief ist garantiert schon unterwegs.

14.02.2008 Joachim Deleker

Der Zeiger des Barometers steht wie festgenagelt auf 1.035 Millibar. Ungewöhnlich hoher Luftdruck für einen irischen Wintertag. Am Hafen von Cobh hat sogar ein Eiscafé geöffnet. Tische und Stühle stehen vor der Tür, und ein paar Unerschrockene löffeln bei sonnigen zwölf Grad ihre Eisbecher leer. Perfekte Bedingungen also für eine Kreuzfahrt im VW Tiguan durch den Südwesten, zu den berühmten Halbinseln Beara, Iveragh und Dingle, und weiter nordwärts bis zu den Cliffs of Moher.

Kurvige Landschaft

Die Landschaft entlang der Südküste gibt sich unspektakulär, rollt in sanften Wellen bis zum Horizont. Erst hinter Glengarriff, dem Tor zur Beara-Halbinsel, wird es spannend. Ein kleines Schild weist zum 330 Meter hohen Healy-Pass. Im Vergleich zu alpinen Pässen ist die schmale Straße zwar nur ein Zwerg, aber ihr Ensemble von 30 Kurven und Kehren ist für irische Verhältnisse unübertroffen. Hier oben sieht es fast winterlich aus. Braunes Gras legt sich wie ein Teppich über die weichen Konturen der Berge, die trotz ihrer kaum 700 Meter Höhe steil und unnahbar wirken.

Die Beara-Halbinsel birgt noch einen weiteren Superlativ: Eyeries, das bunteste Dorf Irlands. Jedes Haus leuchtet in einer anderen Farbe. Rosa neben Lila, Grün über Blau, Türkis und Gelb. Tollkühne, bisweilen schmerzhafte Kombinationen, sicher aber gute Laune fördernd. Gerade so, als hätten sich die Kinder des Dorfs die Farben aussuchen dürfen. Vielleicht sind die bunten Häuser aber auch das beste Mittel gegen die langen und trüben Winter. Der fröhliche Charakter von Eyeries setzt sich in der schmalen, achterbahngleichen Küstenstraße fort, die sich zum äußersten Ende von Beara schlängelt. Schließlich endet der Weg einfach im Meer. Irgendein Witzbold hat den Wegweiser "Moskau 3.310 km" ans Ende der Straße gepflanzt.

Die kleinen Wege überfordern das Navi

Im Norden, jenseits des breiten Fjords Kenmare River, ist schon der Ring of Kerry zu erkennen, jene berühmte Panoramastraße, die sich um die Iveragh-Halbinsel windet. An Sommertagen stauen sich Busse und Wohnmobile über den 180 Kilometer langen Rundkurs. Anfang Januar dagegen ist es paradiesisch ruhig, lediglich ein paar Einheimische sind unterwegs. Reizvoll wird der Ring of Kerry erst im Westen, wo die holprige Straße haarscharf an der Steilküste entlang tänzelt.

Viel besser als die Hauptstraße sind allerdings die kleinen Wege, die das Navi-System des Tiguan überfordern, weil sie nicht eingezeichnet sind. Jetzt hilft nur die traditionelle Navigation mit Landkarte und Intuition weiter. Hinter Waterville links ab um die Ballinskelligs Bay zum gleichnamigen Ort, von dort klettert der VW über einen kaum autobreiten Weg zu einem namenlosen Pass und seilt sich ab in die Bucht nach Ballynahow, nur um gleich darauf mit 25 Prozent Steigung den nächsten Berg in Angriff zu nehmen und schließlich in Portmagee direkt am Hafen zu enden.

Der Nieselregen nennt sich Drizzle

Solche Nebenwege sind oft überraschend, hängen in puncto Fahrspaß die Nationalstraßen um Längen ab und bringen den Reisenden gelegentlich in Ecken, die nicht mal der Reiseführer kennt. Schade nur, dass die warme Wintersonne inzwischen von feinem Nieselregen vertrieben worden ist, den die Iren Drizzle nennen. Drizzle ist aber nicht irgendein Nieselregen, es gibt die unterschiedlichsten Varianten. Vom leichten Nebelnässen vermag sich der Drizzle stufenlos bis zum Wolkenbruch zu steigern, ohne dass es ein solcher wäre. Denn Drizzle ist immer weich und sanft, hat nichts von der Härte des deutschen Regens. Regen fällt an der irischen Westküste nur selten, Drizzle umso häufiger. Die heutige Variante des Drizzle ist äußerst fein und stellt den Regensensor des Tiguan vor ernste Probleme. An irischen Drizzle hatte beim Programmieren des Sensors wohl niemand gedacht.

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