Reise Le Mans: Im Audi R8 durchs Loire Tal

Das 24h-Rennen von Le Mans steht bevor - da bietet sich eine gelassene Reise im Audi R8 entlang der von Weinbergen gesäumten Loire zu herrschaftlichen Schlössern und historischen Städten bis hin zur legendären Rennstrecke an, auf der Audi jahrelang Triumphe feierte.

Alexandre Louis Marie Francois, Comte de la Rochefoucauld, Duc d’Estinac, so heißt der adlige Bewohner des Renaissance-Schlosses in Combreux. Eiserne Gitterzäune, Mauern und ein Majordomus schützen sein Anwesen. Fremde Besucher sind unerwünscht, öffentliches Publikum sowieso. Als Hoheit das Grollen des R8-Achtzylinders vernimmt, kommt er ans Tor, fragt nach den Pferden. "420", sagt der Fotograf. Das schmiedeeiserne Tor schwingt auf. "Bienvenu" - herzlich willkommen, spricht der hohe Herr.

Ungewöhnlicher Empfang eröffnet Möglichkeiten

Mit einem solch ungewöhnlichen Empfang und der Möglichkeit, sich ohne Eintrittsgeld zwischen kunstvoll gestutzten Hecken auf Kieswegen vor üppigen Fassaden aus Back- und Naturstein und neben Wassergräben zu tummeln, ist bei den meisten Loire-Schlössern nicht zu rechnen: Die schönsten, am besten erhaltenen werden vom Staat verwaltet und bewirtschaftet in Form von gebührenpflichtigen Parkplätzen und oft stündlich anberaumten Führungen. Aber sogar das reicht, um die Pracht vergangener Größe zu genießen.

Einen Vorgeschmack auf architektonische Kleinodien rund um Le Mans liefern Galerie und Pavillons des ehemaliges Schlosshofes, in denen das Rathaus von Châteauneufsur-Loire untergebracht ist. Eindrucksvoller Gegensatz dazu: die engen Gassen am Loire-Ufer und der Fluss selbst. Breit und sichtbar ungezähmt rollt er gen Westen, drei Inseln liegen mitten im Strom, eine Hängebrücke führt auf sein Südufer.

Kopfsteinpflaster wird vom Dämpfersystem geschluckt

Kleine Straßen, deren Kopfstein-Unterbau man dank dem adaptiven Dämpfersystem des Audi mehr ahnt als spürt, führen zum majestätischen Schloss von Ferté-St-Aubin, das seine Barockfassade im Gewässer des Cosson spiegelt. Flussaufwärts gelangt man durch eine Landschaft mit unendlich vielen Teichen - typisch für das Sologne genannte Gebiet. Hier liegt das nationale Jagdreservat von Boulogne, in dem sich auch das königliche Schloss von Chambord befindet.

Im Schatten dichter Laubwälder nähert man sich dem größten Loire-Palast - und steht dann beinahe fassungslos vor seiner gewaltigen Masse. Besonders eindrucksvoll ist das bei Sonnenuntergang. König Franz I. begann im 16. Jahrhundert mit dem Bau, anfangs nach Plänen von Leonardo da Vinci. Majestät sparte an nichts: Er plünderte Kirchenschätze, knechtete Untertanen und kaufte nicht einmal seine Söhne aus spanischer Gefangenschaft frei. Ergebnis seiner Bauwut: 440 Räume, 365 Kamine, 13 Haupt- und 70 Nebentreppen. Seine Erben gingen pleite, der Staat erwarb die Anlage in den dreißiger Jahren für elf Millionen Francs.

Alljährlich lebt die Märchenwelt der Renaissance-Vergangenheit dort zwischen Juli und September auf. Im Rahmen der "Metamorphoses de Chambord" wird die gesamte Anlage nach Einbruch der Dunkelheit zu einer gewaltigen Showbühne. Bei dem dann hereinbrechenden Zuschaueransturm und den Hunderten von Reisebussen fände nicht einmal ein vergleichsweise zierlicher Audi R8 einen angemessenen Parkplatz.

Besucher einer Märchenwelt

Vom Überfluss der Renaissance zur Klassik. Das Schloss von Cheverny, zu Beginn des 17. Jahrhunderts ganz aus weißem Stein erbaut. Von außen wirkt es dank seinem sehr einheitlichen Baustil beinahe schlicht mit der symmetrisch gegliederten Fassade, im Inneren fasziniert es mit raffinierten Dekorationen. Eine fast unerträgliche Fülle von prächtigem Mobiliar, Gemälden und Wandteppichen versetzt Besucher in eine Märchenwelt. Der Comic-Schöpfer Georges Prosper Remi, alias Hergé, benutzte Cheverny als Modell für seine "Abenteuer von Tim und Struppi" und sonstigen Schöpfungen bei Moulinsart. Hätte er statt des Elektroautos im dortigen Park einen R8 erlebt - Audis spektakulärer Sportwagen wäre sicher ebenfalls zu Comic-Unsterblichkeit gelangt.

Chenonceau ist ein Traum zwischen Wasser, Gärten und Bäumen. Was beim ersten Eindruck fast versteckt hinter Parkplätzen liegt, lässt sich am ruhigsten von der Südseite des Flusses Cher aus bewundern. Ein Fußweg führt am linken Ufer entlang - und dann steht sie plötzlich vor einem über dem Wasser, die 60 Meter lange, zweigeschossige Galerie der Katharina von Medici. Einst Tanzsaal, im Ersten Weltkrieg Lazarett, im Zweiten dann sogar Demarkationslinie zwischen Vichy-Frankreich und dem besetzten Rest. Das quadratische Hauptgebäude ist meist ebenso überlaufen wie das in den Wirtschaftsgebäuden installierte Selbstbedienungsrestaurant. Es lohnt sich, früh aufzustehen oder aber erst abends zu kommen. Von Juni bis August kann man in beleuchteten Gärten flanieren und klassischen Meisterwerken lauschen.

Amboise: Rundgang bei Sonnenuntergang empfohlen

Amboise, letzte Station vor dem Etappenziel Le Mans, wirkt am malerischsten, wenn man Stadt und Schloss von der Leclerc-Brücke oder vom rechten Ufer der Loire aus betrachtet. Beinahe noch eindrucksvoller ist der Blick aus den italienischen Gärten der Schlossterrasse über die lichtblau wirkenden Schieferdächer der Stadt und die Loire-Schleifen. Wem es nicht genügt, mittags von der Terrasse des Bistros "L’Epicerie" die mächtigen Mauern des Schlosses zu bewundern, dem sei ein Rundgang unterhalb des Schlosses bei Sonnenuntergang empfohlen. Sein gotischer Flügel glänzt dann wie frisch vergoldet. Zum Start des 24-Stunden-Rennens in Le Mans (14. Juni 2008) sind es von dort nur noch 120 Kilometer

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Yörn Pugmeister

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