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BMW X3 in Shanghai

Unterwegs in Chinas Hafenmetropole

Reise Shanghai 72 Bilder

Mit dem BMW X3 unterwegs in Shanghai und um Shanghai herum. Von der in die Höhe boomenden Expo-Stadt 2010 am Huangpu über die Seen von Hangzhou bis zu den lieblichen Gärten von Suzhou.

02.02.2010 Jörn Thomas

Erinnern Sie sich noch an Edmund Stoibers Lobrede auf den Transrapid? Von wegen "Sie steigen in den Hauptbahnhof ein" und so? Nun, in Shanghai erfahren Sie, was München und anderen Metropolen entgangen ist. Mit über 400 km/h Spitzengeschwindigkeit pendelt Maglev zwischen dem internationalen Flughafen Pudong und dem Zentrum der 18-Millionen-Stadt. Dokumentiert wird das Tempo in großen digitalen Lettern im Innenraum. Zu spüren ist wenig, so sanft schweben die Wagen über den Untergrund. Die Hafencity im Südosten Chinas schlägt nicht nur weltweit die höchste Tonnage um, sondern hat es als einzige Stadt zu einer Karriere als deutsches Verb gebracht hat.

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Reportage: Reise Shanghai BMW X3
auto motor und sport 03/2010
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In Shanghai ist die Taxisuche schwierig

"Shanghaien" steht für das Heuern von Matrosen gegen deren Willen. An der Bahnstation müssen wir jetzt erstmal einen der 45.000 Taxifahrer heuern - gar nicht so einfach. Abends am Straßenrand bekommt man leichter Angebote für Rotlicht-Massagen als einen VW Santana, an dem das grüne Frei-Licht leuchtet. Einmal geentert, beglückt uns die in diversen Altersklassen und Pflegezuständen schuftende Limousine mit ihrer heimeligen Ausstrahlung. Speziell die älteren Modelle verbreiten konzentriertes Achtziger-Aroma. Den Duft der alten Zeit. Hartplastik, Hackebeil-Design, Kindheitserinnerungen für Spätdreißiger und Frühvierziger. Auf weißen Schonbezügen, mit einer Buddel Grüntee im Cupholder und manchmal leicht desorientiert steuern die Taxifahrer durch Shanghai.

Unter 97 Oktan sollte man nicht zur Zapf-Pistole greifen

Bei größeren Navigationsproblemen rufen sie einen Telefonjoker an, und schon läuft es wieder flüssig. Zwei Fahrer teilen sich ein Auto. Zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, kein Urlaub, keine Arbeitszeitordnung - ein Traum für Wirtschaftsliberale. Und wenn es gut läuft, dürfen die Marathonisti ein Drittel der Einnahmen behalten - aber erst, nachdem sie den Sprit bezahlt haben. Kraftstoff ist zwar billiger als bei uns, aber unter versprochenen 97 Oktan sollte man nicht zur Pistole greifen, sonst wird der Brennraum zum Klingelbeutel. Daran müssen wir spätestens nach dem Umstieg in unseren BMW X3 denken. Start zum Selbstversuch, inklusive des chinesischen Führerscheins. Der hilft wenig, Gleichmut schon mehr. In Verbindung mit dem kompakten SUV Haudegen klappt die Tour dann aber reibungslos.

Wer es im Verkehr von China aushält, schafft es überall

Dank hoher Sitzposition für guten Überblick, präzisem Handling und kräftigem Sechszylinder für die Durchsetzungskraft. Das alles ist vor allem beim Kampf um die Pole an den Countdown-Ampeln nützlich. Dort lauern ganze Rotten von Mittelklasse- neben Chauffeurs-Limousinen. Der Chinese mag es klassisch und komfortabel, logiert - wenn er es sich leisten kann - im Fond. Langversion ist angesagt, nicht umsonst schweißen deutsche Premium-Anbieter für China noch eine Extraportion Blech zwischen Front und Heck von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Ob lang oder nicht, die Jungs hinterm Steuer haben trotz eines City- Durchschnittstempos von rund elf km/h nervöse Gasfüße und so große Herzen wie Kart-Youngster. Bloß keinen Millimeter verschenken, selbst wenn der nächste Stau oder Schlaglöcher von der Größe eines Kinderplanschbeckens unmittelbar bevorstehen. Straßenverkehr in China ähnelt einer verschärften Dauererprobung. Wer es hier aushält, schafft es überall.

Vor der Homologation müssen Autos 80.000 Testkilometer bestehen

Da passt es ins Bild, dass Modelle ausländischer Hersteller vor ihrer Homologation für den chinesischen Markt erst 80.000 Kilometer in der Hand von Behörden-Mitarbeitern überstehen müssen, bevor sie an die Prüfsonde zur Abgasmessung dürfen. Beim Hochhausbau wird ebenfalls Gas gegeben. Shanghai liefert sich mit anderen Megacitys einen harten Wettkampf. In den Neunzigern zog man rund zwei Drittel aller weltweit verfügbaren Spezialkräne zusammen. Ob Oriental Pearl Tower (Fernsehturm) oder World Financial Centre - alle strecken heute ihre Finger Richtung 500-Meter-Marke in den Himmel, während nebenan schon die nächsten Fundamente entstehen. Auch am Expo-Gelände rattern die Baumaschinen. Das Areal am Huangpu-Fluss unterhalb der Lupu-Brücke muss bis zur Eröffnung 2010 bereit sein. Bis dahin lässt sich vom begehbaren Brückenbogen aus 110 Meter Höhe der Baufortschritt beobachten. Während der Weltausstellung, die von Mai bis Oktober stattfindet, bleibt der Bogen sogar über Nacht geöffnet - Garant für ein ordentliches Schwindelgefühl rund um die Uhr, denn der Blick vom zart schwankenden Bauwerk hinunter auf die fahrenden Autos und die darunter hindurchziehenden Schiffe erfordert eine gewisse Härte.

Wer frische Luft will, muss raus aus der Shanghai

Aufmerksamkeit statt Härte verlangt eine andere Shanghaier Spezies, die sich lautlos und überraschend anpirscht: ganze Pulks von Elektrorollern und Fahrrädern. Augen hinten wären gut. Tränen müssen die nicht, denn Shanghai erspart seinen Bewohnern das schwere, schleimhautreizende Zweitakt-Parfüm, das jedes Lungenbläschen einzeln verkleben will. Wer richtig frische Luft will, muss dennoch raus aus der Stadt - oder was man hier so raus nennt. Denn wenn man in Deutschland subjektiv bereits mehrere Landesgrenzen überquert hätte, ist hier immer noch Shanghai. Statt "Sind wir schon da?" fragen chinesische Kinder bei Ausflügen vermutlich "Sind wir noch da?" Die kürzeste Anreise verlangt Suzhou, Stadt der Gärten und Kanäle. Von Romantikern als Venedig des Ostens verklärt, bietet es neben bräunlich-schmutzigen Wasseradern rund 70 liebevoll angelegte, klassische Gärten. Neun von ihnen haben es sogar bis zum Unesco-Weltkulturerbe gebracht. Wer bereit ist, etwas mehr Zeit und Maut (drei Euro für 50 Kilometer) zu investieren, darf nach zwei Stunden Fahrt in Hangzhou flanieren.

Am West Lake ist die Hölle los

Das Ausflugsgebiet am West Lake fühlt sich an wie der Starnberger See - geflutet von 4,1 Millionen freizeittrunkenen Chinesen. Reisegruppen mit orangefarbenen Erstklässler-Kappen, verliebte Paare und - ein Stadium weiter - Hochzeitspaare, die sich am Ufer des Sees im König-Ludwig-Stil in Szene setzen. Etwas entfernt vom Kerntrubel geht es entspannter zu. Die Grünanlagen des angrenzenden Nationalparks bieten einen erholsamen Kontrast zur Beton- und Hochhaus-Manie der boomenden Region. Und wenn im weichen Abendlicht strohbehütete Bauern ihre Teepflanzen pflegen, kommt am Ende des Ausfluges sogar noch wohlig-klischeehaftes China-Gefühl auf.

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